Tipps für das Beratungsgespräch für Ihre private Altersvorsorge

Ab 2013 Altersvorsorge-Pflicht für Selbständige?

Verschiedenen Pressemeldungen zufolge will die Regierung ab 2013 selbständig Tätige verpflichten, eine private Altersvorsorge abzuschließen.

Bis jetzt steht es jedem Selbständigen oder Freiberufler frei, sich für eine private Altersvorsorge, beispielsweise mit einer privaten Rentenversicherung, oder für die gesetzliche Rentenversicherung oder für keines von beiden zu entscheiden.

Als Begründung wird die Altersarmut angegeben, da viele Selbständige sich um ihre Absicherung im Alter nicht ausreichend kümmern und so im Rentenalter oft zum Sozialfall werden. Vor allem Kleinst-Betriebe wie Ein-Mann-Unternehmen sind von dieser Gefahr betroffen.

Andere vermuten hinter dieser möglichen Entscheidung, dass man den angeschlagenen Lebensversicherern unter die Arme greifen will, denn deren Geschäfte laufen seit Jahren schlecht. Und auch die Zahl der neu abgeschlossenen Riester-Verträge steigt nur unwesentlich an. Es hat sich schließlich rumgesprochen, dass die Konditionen sehr schlecht sind und die Garantieverzinsung nach Kostenabzug im negativen Bereich liegt.

Wie diese verpflichtende Altersvorsorge genau aussehen soll, ist bisher nicht bekannt, Details liegen der Öffentlichkeit noch nicht vor.

Staatliche Subventionierung von Versicherungsunternehmen?

Generell finde ich eine Versicherungspflicht für Selbständige für die Altersvorsorge auf den ersten Blick nicht verwerflich, denn wirklich viele tun in diesem Bereich nichts, teils weil sie zu leichtfertig sind, teils auch weil das Geld für solche Ausgaben nicht vorhanden ist.

Allerdings sollten die Politiker den Betroffen mehrere Alternativen für die private Altersvorsorge anbieten und sie nicht per Gesetz in die private Rentenversicherung drängen. Eine anständige Verzinsung der Versicherungsprodukte ist ein wesentliches Stichwort, denn momentan liegt der Höchstrechnungszins für Kapitallebens- und Rentenversicherungen bei nur ungefähr 1,75 Prozent, Tendenz fallend. Da kann man gleich ein Tagesgeldkonto anlegen und seine Ersparnisse dort verzinsen lassen.

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Ebenfalls schlecht und mit einem Subventionierungsbeigeschmack für kränkelnde Versicherungsunternehmen versehen wäre die Entscheidung, bisher abgeschlossene Verträge für die Altersvorsorge als ungültig zu deklarieren und Neuabschlüsse  von Selbständigen zu verlangen.

Außerdem wäre die bessere Alternative für eine Altersvorsorge-Pflichtversicherung steuerliche Förderungen oder Entlastungen der Selbständigen, damit mehr Geld für die private Vorsorge übrig bleibt. Daran scheint bei der momentanen Regierung niemand zu denken.

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