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Altersvorsorge für Selbständige soll zur Pflicht werden

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Selbständige ab dem nächsten Jahr in die Pflicht genommen werden, was deren Altersvorsorge angeht. Diese Neuerung ist schon seit längerem bekannt und wird nun in ihren Regelungen allmählich konkret.

Der von der Regierung genannte Hauptgrund für die geplante Altersvorsorgepflicht von Selbständigen ist die hohe Wahrscheinlichkeit von Altersarmut, denn viele Selbständige verfügen über keine private Rentenversicherung.

Wann die Regelung in Kraft tritt, wird in den meisten Pressemitteilungen nicht genau genannt, wahrscheinlich ist der 1. Juli 2013.

Wer bis zu diesem Zeitpunkt keine finanzielle Vorsorge getroffen hat, sei es mit dem Abschluss einer Rürup-Rente, einer privaten Renten- oder Lebensversicherung, der soll dazu verpflichtet werden, in die gesetzliche Rentenversicherung monatliche Beiträge einzuzahlen.

Unter 30jährige am stärksten belastet

Wer bei Inkrafttreten des Gesetzes unter 30 Jahre alt ist, eine selbständige Tätigkeit ausübt oder demnächst ausüben wird, soll einen einkommensunabhängigen Betrag von 250 bis 350 Euro pro Monat in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, plus 100 Euro für eine Absicherung gegen Erwerbsminderung.

Für selbständig Tätige zwischen 30 und 50 Jahren soll eine abgeschwächte Regelung geplant sein. Von der Vorsorgepflicht ausgenommen werden Selbständige, die weniger als 400 Euro pro Monat verdienen.

Freiberufler wie Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte, die in ihren berufsständischen Versorgungswerken versichert sind, und auch Mitglieder der Künstlersozialkasse seien von den neuen Regelungen nicht betroffen.

Zusatzrente oberhalb des Grundsicherungbetrags

Mit den Renten-Beiträgen von ca. 400 Euro monatlich sollen Selbständige Ansprüche auf eine Zusatzrente erwerben, die oberhalb der Grundsicherung von (momentan) 700 Euro liegt. Um diese Rentenhöhe zu erreichen, sind allerdings 45 Einzahlungsjahre in die gesetzliche Rentenversicherung erforderlich.

Lesen  Altersvorsorge-Pflicht für Selbständige ab 2013 - Neuigkeiten

Fazit und eigene Meinung

Dass Selbständige mehr für ihre Altersvorsorge tun sollten, ist hinlänglich bekannt. Dennoch kann ich persönlich diese neue Regelung nur als unsozial bewerten. Einmal ist der einkommensunabhängige Beitrag für die Rentenversicherung ungerecht und wird einige Existenzgründer abschrecken, in die Selbständigkeit einzutreten.

Und wer mit  einem Monatsbeitrag von mindestens 400 Euro über einen Zeitraum von 45 Jahren gerade mal einen Rentenanspruch erwirbt, der minimal über dem Grundsicherungsbetrag liegt, wirft eigentlich Geld aus dem Fenster.

Anscheinend sind die Politiker der Vorstellung verfallen, dass Selbständige die Großverdiener der Nation sind. Ein absoluter Trugschluss.

Wer sich also in jungen Jahren selbständig macht, hat gleich Kosten von mehr als 700 Euro am Hals, Krankenversicherung, Rentenversicherung usw.

Deutschland und seine Selbständigen brauchen andere, gerechtere Reformen als diese angeblich sinnvolle Neuregelung.

Dass viele so ähnlich denken, zeigen die zahlreichen Kommentare zu dem Beitrag Von der Leyen will Selbständige zu Altersvorsorge zwingen auf Spiegel.de.

(Bildquelle Artikelanfang: © contrastwerkstatt #66428952/Fotolia.com)

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  1. […] 2012 erfuhr man, dass die Bundesregierung im Jahr 2013 eine verpflichtende Altersvorsorge für Selbständige einführen will. Doch dazu später […]

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