Video zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung: Keine Versicherungsleistung bei falschen Angaben zum Gesundheitszustand

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt und dabei falsche oder unvollständige Angaben hinsichtlich seines Gesundheitszustandes und vergangener Erkrankungen macht, der muss damit rechnen, im Falle einer Berufsunfähigkeit keine Versicherungsleistung zu erhalten.

Dazu liegt ein Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe vor, das sich damit auf die Seite der Versicherungen stellt.

Das heißt auch, dass man als Versicherungsnehmer wirklich alles angeben muss, was an körperlichen und seelischen Erkrankungen, Verletzungen und Unfällen im Laufe des Lebens zusammengekommen ist.

Auch solche Vorfälle, die einem nicht wichtig oder erwähnenswert erscheinen, wie beispielsweise eine Fußverstauchung oder ein Handgelenksbruch.

Vollständige Angaben zur Gesundheit Pflicht

Jetzt wird jeder natürlich denken, was hat eine zurückliegende Handverletzung mit einer Berufsunfähigkeit zu tun, die durch ein chronisches Rückenleiden ausgelöst wurde? Sicherlich nichts, aber die Versicherungsgesellschaften haben damit einen Angriffspunkt, um Zahlungen zu umgehen. Und wenn ihnen in diesem Punkt von Gerichten Recht gegeben wird, dann sollte man sich als Versicherungsnehmer an die Spielregeln halten.

Der konkrete Fall, der hier erwähnt wird, sah folgendermaßen aus:

Ein Bauschlosser hat 2011 wegen Rückenbeschwerden die Berufsunfähigkeit eingereicht. Da er zehn Jahre zuvor beim Versicherungsabschluss einige Vorerkrankungen (u. a. auch eine Bindehautentzündung) verschwiegen hatte, weigerte sich die Versicherung, eine Berufsunfähigkeitsrente zu zahlen.

Vor Gericht wurde die Klage des Bauschlossers abgewiesen. Das Gericht wies in seinem Urteil darauf hin, dass Versicherungen Zahlungen verweigern können, wenn der Versicherungsnehmer keine korrekten oder vollständigen Angaben hinsichtlich seiner Erkrankungen gemacht hat.

Wer also eine Berufsunfähigkeitspolice abschließt, sollte sich ausführlich Gedanken zu seinen vergangenen Erkrankungen jeglicher Art machen und niederschreiben. Nur so gelingt eine vollständige Krankheits-Geschichte.

Gerne würde jeder Versicherungsnehmer diese ausführlichen Gesundheitsbefragungen umgehen, doch es gibt kaum Versicherungen, die dies ihren Versicherungsnehmern ersparen. Denn an bestimmten Vorerkrankungen, die auf eine recht hohe Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit hindeuten, sind schon viele Vertragsabschlüsse gescheitert oder die Versicherung wurde für den Kunden dementsprechend teuer.

Schließlich wollen die Versicherungsgesellschaften genau wissen, ob sie bei dem jeweiligen Kunden fast sicher sein können, irgendwann eine BU-Rente zahlen zu müssen (was schlecht wäre) oder nicht.

Kaum Versicherungen mit oberflächlichen Gesundheitsbefragungen

Finanzen.de erwähnt in einem Fachartikel, dass es mittlerweile BU-Versicherungen gibt, die auf ausführliche Gesundheitsbefragungen verzichten, wie beispielsweise die Standard Life Versicherung.

In einer befristeten Aktion warb diese damit, dass man als Versicherungsnehmer nur zwei Gesundheitsfragen beantworten müsse. Man wollte nur wissen, ob der potenzielle Kunde im zurückliegenden Jahr mehr als 20 Tage arbeitsunfähig war und ob er länger als zwei Wochen an einem Stück ein Medikament eingenommen hat, das ihm von einem Arzt verordnet wurde.

Wurden beide Fragen mit Nein beantwortet, konnte der Kunde einen Versicherungsschutz abschließen, der ihm im Falle einer Berufsunfähigkeit eine monatliche BU-Rente von 500 Euro garantierte.

Der Haken an der Versicherung von Standard Life war allerdings, dass es sich dabei um eine Kombination aus BU-Schutz und Altersvorsorge handelte, und der größte Beitragsanteil in die Altersvorsorge floss. Endet der der BU-Schutz im Alter von 65 Jahren, wird das angesparte Kapital an den Versicherungsnehmer ausgezahlt. Für diese Versicherung mussten die Versicherungsnehmer einen akademischen oder kaufmännischen Beruf ausüben und nicht älter als 45 Jahre sein.

Versicherungsexperten bewerten die Kombination von Berufsunfähigkeitsversicherung und Altersvorsorge eher nachteilig, denn einmal fällt die BU-Rente nicht allzu hoch aus, sodass man als Versicherungsnehmer damit kaum seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, und wenn man keine Beiträge mehr für die Altersvorsorge einzahlen kann, verliert man auch den BU-Schutz.

Daher sind die klassischen Berufsunfähigkeitsversicherungen solchen Kombi-Angeboten vorzuziehen.

Wenn Sie sich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung interessieren, dann verwenden Sie einen Online-Tarifvergleich, um ein passendes Angebot zu finden.

(Bildquelle oben: © Doc RaBe #34221481/Fotolia.com)