Video zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung soll attraktiver werden

Jeder Selbständige wie auch jeder Arbeitnehmer weiß, wie wichtig eine BU-Versicherung ist, dennoch haben nur ungefähr 25 Prozent aller berufstätigen Deutschen eine solche Versicherung abgeschlossen.

Diese schlechte Quote hängt zum größten Teil mit den hohen Versicherungsbeiträgen zusammen, denn eine BU-Versicherung ist oft sehr teuer.

Während in den letzten beiden Jahren die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung für ungefähr 30 Berufsarten angestiegen ist, gingen für über 100 die BU-Prämien runter. Von günstigeren Nettobeiträgen waren vor allem Ökonomen, Reiseführer, Modeschöpfer, Regisseure und Volkswirte betroffen.

Um mehr Menschen zu einem BU-Abschluss zu bringen, haben einige Versicherungsunternehmen deutlich an der Preisschraube gedreht und die Berufseinteilungen verfeinert. Gab es früher vier Kategorien, in die die verschiedenen Berufe je nach Berufsunfähigkeitsrisiko eingeteilt wurden, hat man jetzt bei manchen Versicherungsanbietern Zwischenstufen eingeschoben, um einzelne Berufe preislich zu begünstigen.

Akademiker und Selbständige mit Personalverantwortung profitieren von günstigen Versicherungsprämien

Es ist von Versicherungsunternehmen zu Versicherungsunternehmen unterschiedlich, wer von den neuen Einteilungen profitiert. Somit kann es also vorkommen, dass ein Beruf bei einigen Versicherungsanbietern preiswerter geworden ist, bei anderen dagegen teurer.

Meistens werden die Preise für die entsprechenden Zielgruppen des jeweiligen Versicherungsunternehmens gesenkt. Generell gilt auch: Je höher die berufliche Qualifikation, desto niedriger ist die monatliche Versicherungsprämie. Dahinter steckt der Gedanke, dass Hochqualifizierte sich viel mehr für eine berufliche Reintegration einsetzen als niedrig Qualifizierte und dadurch den Versicherer weniger Geld kosten.

Aber auch andere Kriterien senken die Beitragshöhe für die Berufsunfähigkeitsversicherung. So hat ein Handwerker mit Angestellten günstigere Voraussetzungen für eine preislich attraktive BU-Prämie, weil er mehr Zeit im Büro verbringt und dadurch seinen Körper und damit seine Gesundheit schont. Daher bieten einige Versicherungsunternehmen Selbständigen mit Angestellten niedrigere Prämien an.

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Unqualifizierte müssen höhere Beiträge hinnehmen

Dagegen sind die Versicherungsbeiträge für Unqualifizierte und für Berufe mit hoher körperlicher Beanspruchung deutlich angestiegen. Diese Berufsgruppen zahlen zwischen 15 und 20 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.

Unisex-Tarife, die gegen Ende des Jahres eingeführt werden, können das neue Preisgefüge nochmals durcheinander bringen. Denn dann dürfen die Versicherer für Frauen und Männer nur noch einheitliche  Tarife anbieten. Einige Versicherungen rechnen damit, dass die Beiträge für Frauen um gut 10 Prozent ansteigen werden und somit die Beiträge der Männer subventionieren. Bis jetzt zahlten Frauen wegen des geringeren Berufsunfähigkeitsrisikos weniger.

Andere vermuten, dass auch die Beiträge der Männer ansteigen werden. Wie man sieht, sind sich auch in diesem Punkt die Unternehmen uneins.

(Bildquelle oben: © Doc RaBe #34221481/Fotolia.com)