Wichtiges zur Krankentagegeld-Versicherung

Krankengeld für Selbständige

Das Krankengeld, das jedem Angestellten bzw. Arbeitnehmer in Deutschland von der Krankenkasse gezahlt wird (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall), wenn die Gesamtkrankheitsdauer des laufenden Kalenderjahres sechs Wochen überschreitet, gibt es auch für selbständig Tätige.

Gerade für Freiberufler und andere Selbständige kann ein längerer Verdienstausfall die existenzielle Grundlage gefährden.

Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert ist, hat die Möglichkeit, sich über einen günstigen Basisschutz den Anspruch auf gesetzliches Krankengeld zu sichern.

Dafür zahlen Sie statt des ermäßigten Versicherungsbeitrages (derzeit 14,9 Prozent) den vollen Beitrag (derzeit 15,5 Prozent) und bekommen ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld von höchstens 89,25 Euro, dafür müssen Sie ein monatliches Einkommen von 3.825 Euro aufweisen. Auch wenn Sie mehr verdienen, steigt das gesetzliche Krankengeld nicht an. Verdienen Sie weniger, sinkt das gesetzliche Krankengeld dementsprechend.

Außerdem müssen sie in dieser Zeit keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. An die Entscheidung für das gesetzliche Krankengeld ist man drei Jahre lang gebunden, kann in dieser Zeit dennoch die Krankenkasse wechseln.

Basisschutz mit Wahltarifen ergänzen

Diesen Grund- oder Basisschutz kann man als Selbständiger durch einen Wahltarif ergänzen. Dafür ist ein extra Beitrag an die Krankenkasse zu zahlen. Und auch dieser Wahltarif bindet Sie drei Jahre und Sie können in diesem Zeitabschnitt nicht die Krankenkasse wechseln, so wie dies beim Basisschutz möglich ist. Damit entfällt auch das Sonderkündigungsrecht, das Sie ja ansonsten nutzen können, wenn Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder sonstige Prämien streicht.

Wenn Sie sich für den Wahltarif entscheiden, zahlen Sie an die gesetzliche Krankenversicherung monatlich nur den ermäßigten Versicherungsbeitrag einschließlich des Beitrages für den Wahltarif.

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Mit einem Wahltarif können Sie entscheiden, ob Sie das Krankengeld erst ab dem 43. Krankheitstag erhalten möchten, oder schon früher, beispielsweise ab dem 15. oder 22. Tag, eine interessante Option für all diejenigen, die ständig Verpflichtungen nachkommen müssen und keine finanziellen Rücklagen haben.

Keine Gesundheitsprüfung notwendig

Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen niemand wegen irgendwelcher Vorerkrankungen ablehnen. Junge wie ältere Menschen zahlen den gleichen Beitrag für das gesetzliche Krankengeld.

Höhe des Krankengeldes

Das gesetzliche Krankengeld beträgt 70 Prozent des monatlichen Einkommens und wird bemessen nach dem Gewinn aus dem zurückliegenden Kalenderjahr. Allerdings wird nur ein Arbeitseinkommen von maximal 3.825 Euro berücksichtigt, was heißt, dass pro Tag  allerhöchstens 89,25 Euro als Krankengeld gezahlt werden, auch wenn Sie deutlich mehr verdienen.

Mit speziellen Wahltarifen können Sie als besserverdienender Selbständiger diesen Betrag deutlich aufstocken, dennoch dürfen Sie nicht mehr Krankengeld erhalten als Sie normalerweise – ohne Krankheit –  verdienen würden.

Existenzgründer – Entscheidung für oder gegen Krankengeld?

Wenn man sich selbstständig gemacht hat und die Einnahmen nicht sonderlich hoch sind, sollte man sich überlegen, ob man am Anfang auf das Krankengeld verzichten sollte und daher nur den ermäßigten Beitragssatz an die gesetzliche Krankenversicherung zahlt.

Denn da das Krankengeld sich nach den Einnahmen richtet, bekommt man bei niedrigem Einkommen auch nur ein paar Euro pro Krankentag gezahlt, was einem letztendlich nicht viel bringt.

Steigen die Einnahmen an, kann man sich mit seiner Krankenkasse in Verbindung setzen und sich dann wieder für den vollen Beitragssatz entscheiden oder auf einen Wahltarif zurückgreifen.

Auf der Website der Stiftung Warentest können Sie sich gegen einen geringen Betrag die verschiedenen Wahltarife der GKV, unterteilt in die einzelnen Bundesländer, ansehen und sich entsprechende Informationen heraussuchen.

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Abschließend sei noch gesagt, dass neben den oben genannten Krankengeld-Optionen für Selbständige auch noch die Möglichkeit besteht, über eine zusätzliche private Krankentagegeldversicherung die Zahlung des Krankengeldes zu sichern.

(Bildquelle Artikelanfang: © Wolfgang-S #16176778/Fotolia.com)