Versicherungen

Private Zusatzversicherungen – Teil 2: Heilpraktikerversicherung plus Versicherungspaket für gesetzlich Krankenversicherte

Wer als gesetzlich Krankenversicherter häufig alternative Heilmethoden wie Akupunktur oder homöopathische Behandlungen in Anspruch nimmt, muss diese meist selbst bezahlen, denn nur sehr wenige gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen diese Therapiekosten.

Heilpraktikerkosten werden von den GKV generell nicht übernommen.

Unter diesem Aspekt kann es sich für manchen lohnen, eine private Zusatzversicherung abzuschließen, die Zuschüsse zu Heilpraktikerbehandlungen und Naturheilverfahren anbietet.

Leistungen und Kosten der Versicherungspakete genau kontrollieren

Oft werden von den Versicherern noch Ergänzungsversicherungen angeboten, die bei Zahnersatz oder neuer Sehhilfe finanzielle Unterstützung leisten, denn auch bei Zahnersatzbehandlungen und neuen Brillen müssen Versicherte hohe Selbstkosten tragen.

Generell lohnt sich ein solches Versicherungspaket vor allem für jene, die regelmäßig Behandlungen von Heilpraktiker in Anspruch nehmen und daher im Jahr mehrere Hundert Euro für solche Therapien bezahlen würden.

Wer dies nicht tut oder nur einmal im Jahr einen Heilpraktiker aufsucht, für den lohnt sich eine solche Versicherung so gut wie nicht, da man über die Jahre mehr an Beiträge in die Versicherung einzahlt, als einem als Leistung schließlich erstattet wird.

Dann lohnt sich dieses Versicherungspaket eher wieder für diejenigen, die an der Kostenübernahme von Zahnersatz interessiert sind oder gar das komplette Versicherungspaket nutzen.

Wer sich allerdings nur gegen die hohen Kosten von Zahnersatzbehandlungen absichern will, der sollte lieber eine reine Zahnzusatzversicherung abschließen.

Wissenswert ist auch noch, dass die meisten Versicherer solcher Pakete nur einen Maximalbetrag für Heilpraktikerleistungen pro Jahr zahlen, beispielsweise 800 Euro. Wird dieser Betrag überschritten, muss der Versicherungsnehmer für die darüber liegenden Behandlungskosten selbst aufkommen, ganz gleich wie hoch die sind.

Nicht alle werden angenommen

Wer schon an einer schweren chronischen Erkrankung leidet, kann nicht sicher sein, dass er von der Versicherung angenommen wird. Im Gegensatz zu den GKV können private Versicherungsunternehmen Kunden auch ablehnen. Weitere Möglichkeiten sind Risikozuschläge oder Behandlungsausschluss bestimmter Krankheiten vom Versicherungsschutz.

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Täuschungsversuch kann teuer werden

Auch wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden, sollten Sie nicht schwindeln und Krankheiten verschweigen. Denn der Versicherer wird sich bei Ärzten und Heilpraktikern nach Ihrer Krankheitsgeschichte erkundigen, weil Sie als Versicherungsnehmer verpflichtet sind, Ihre Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden.

Und kommen dann verschwiegene Krankheiten heraus, können schon bezahlte Leistungen zurückgefordert werden.

Außerdem müssen Neuversicherte eine Zeit warten, bis sie Leistungen geltend machen können, beim Zahnersatz beträgt die Wartezeit bis zu acht Monaten, bei Heilpraktikerversicherungen bis zu drei Monaten.

(Bildquelle Artikelanfang: © SP-PIC #38758578/Fotolia.com)

1 Antwort
  1. Bertel
    Bertel says:

    800€ für Heilpraktiker ist aber schon relativ wenig, da braucht man nur mal eine chronische Erkrankung haben und schon ist man da drüber und muss selber zahlen, und im nächsten Jahr ist dann wieder alles gut und man benötigt den Heilpraktiker gar nicht, und schon zieht der versicherte wieder den kürzeren. gibt es überhaupt solche Heilpraktikerversicherung die keine Obergrenze haben(oder zumindest eine vernünftig hohe) die auch Leistbar ist?
    LG

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