,

Was ändert sich ab 1. Januar 2016?

Was ändert sich ab 1. Januar 2016?

Neues Jahr, neue Regelungen und Bestimmungen, auch was einzelne Versicherungen angeht.

Gesetzliche Krankenkassen werden teurer – private wahrscheinlich auch

In den meisten Fällen werden zum neuen Jahr Versicherungen teurer, das trifft vor allem für die gesetzliche Krankenversicherung für 2016 zu. Generell steigen die Beiträge um ca. 0,2 Prozent, bei manchen Krankenkassen auch noch höher. Das heißt, auch Selbständige, die freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, müssen ab 2016 mit spürbar höheren Beiträgen rechnen, da sie ja nicht nur den Arbeitnehmeranteil zahlen müssen, sondern den vollen Beitragssatz.

Kasse+ / –Beitrag
AOK Baden-Württemberg+ 0,115,6 %
AOK Bayern+ 0,215,7 %
AOK Bremen+ 0,215,7 %
AOK Niedersachsen+ /- 0,015,4 %
AOK Nordost+ /- 0,015,5 %
AOK Nordwest+ 0,215,7 %
AOK  Rheinland-Pfalz/ Saarland+ 0,215,7 %
AOK Sachsen-Anhalt+ /- 0,014,9 %
Barmer+ 0,215,7 %
BKK Mobil Oil+ /- 0,015,4 %
BKK VBU+ /- 0,015,5 %
BKK VDN+ 0,515,5 %
DAK+ 0,616,1 %
hkk+ 0,1915,19 %
IKK Brandenburg & Berlin+ /- 0,015,2 %
IKK gesund plus+ /- 0,015,2 %
IKK Nord+ /- 0,015,9 %
KKH+ 0,315,8 %
TK+ 0,215,6 %

Quelle: Krankenkasse.de

Seit 1. Januar 2015 dürfen die gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben, falls der Grundbeitrag von 14,6 Prozent nicht ausreichen sollte. Die meisten Krankenkassen setzten im ersten Jahr dieser Neuregelung ihren Zusatzbeitrag auf 0,9 Prozent fest, der nun im neuen Jahr bei vielen gesetzlichen Krankenversicherungen um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte ansteigen wird.

Die größte Erhöhung führt die DAK durch mit 0,6 Prozent Beitragssteigerung. Diese übermäßige Verteuerung hat ihren Grund in einer Fehlkalkulation der DAK im vergangenen Jahr. Damit muss die DAK auch im nächsten Jahr mit einem deutlichen Mitgliederschwund rechnen.

Eventuell Sonderkündigungsrecht nutzen

Denn falls eine Krankenkasse teurer wird, haben ihre Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht. Viel Zeit bleibt einem dafür nicht. Kündigen kann man seiner Krankenkasse erst ab dem Zeitpunkt, wenn die Krankenkasse einen über die Beitragserhöhung schriftlich informiert, wozu sie auch verpflichtet ist.

Spätestens bis zum Ende des jeweiligen Monats, in dem man den erhöhten Zusatzbetrag zum ersten Mal zahlen muss, muss dann die Kündigung eingereicht werden. Läuft die Kündigung, ist der Zusatzbeitrag trotzdem an die alte Krankenversicherung zu zahlen. Die Kündigung der Krankenkasse wird erst nach zwei Monaten wirksam.

Die Erhöhungen der wichtigsten gesetzlichen Krankenkassen finden Sie oben in der Tabelle und auch auf der Website www.gkv-spitzenverband.de. Dort werden die neuen Beitragssätze aber erst zum 1. Januar 2016 veröffentlicht.

Außerdem muss die Krankenkasse ihre Versicherten in einem Anschreiben extra darauf hinweisen, dass es günstigere Versicherungen gibt, falls der Zusatzbeitrag der Kasse über dem Jahresdurchschnittswert liegt. Das Schreiben muss bis spätestens Ende des Monats eingehen, der dem Monat des neues Zusatzbetrags vorausgeht.

Auch die privaten Krankenversicherungen werden im kommenden Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Beiträge deutlich erhöhen, sodass ein Wechsel von gutverdienenden Selbständigen in eine PKV nicht unbedingt lohnend ist, in manchen Fällen wird sich ein Umstieg in eine private Krankenversicherung schon rechnen. Vor einem Wechsel sollten Sie immer ausführliche Vergleiche anstellen und sich von einem unabhängigen Versicherungsexperten beraten lassen.

Berufsunfähigkeitsversicherungen werden teurer

Wer im nächsten Jahr eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, muss mit höheren Beiträgen rechnen. Denn durch den niedrigen Garantiezins von 1,25 Prozent können die Versicherungsgesellschaften kein allzu großes Finanzpolster mehr für die Vesicherungsnehmer aufbauen.

Gerade für junge Neukunden steigen die Beiträge am meisten, um ca. 7 Prozent bei einem 25-Jährigen bei einer festgelegten Monatsrente von 1.000 Euro, bei einem 35-Jährigen um ca. 5 Prozent und bei einem 45-Jährigen um ca. 3 Prozent.

Wer jetzt noch  im Jahr 2015 einen Vertrag abschließt, kommt dauerhaft in den Genuss der niedrigeren Beitragssätze.

Elektronikautos von KFZ-Steuer nur noch für 5 Jahre befreit

Reine Elektronikautos, die ab dem 1.1.2016 zugelassen werden, sind für die kommenden 5 Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Diese Zeitdauer wurde nun deutlich verkürzt, denn Elektronikautos, die bis Ende dieses Jahres zugelassen werden, sind sogar 10 Jahre von der KFZ-Steuer befreit.

Verkauft der Besitzer das Auto während des steuerfreien Zeitraums, braucht der neue Halter für den noch verbleibenden Zeitraum auch keine KFZ-Steuern zu zahlen.

Hybrid-Fahrzeuge und Fahrzeuge mit einem Range-Extender fallen nicht unter diese Steuerregelungen, da sie nicht als Elektronikfahrzeuge nach dem KFZ-Steuergesetz gelten.

(Bildquelle Artikelanfang: © SP-PIC #38758578/Fotolia.com)