Versicherungen für Selbständige

Selbständige und Existenzgründer: Absicherung im Krankheitsfall

Selbständige und Existenzgründer müssen ihre Arbeitskraft noch mehr schützen als Arbeitnehmer, denn diese ist ihr größtes und auch anfälligstes Kapital, das bei Ausfall wegen Krankheit oder eines Unfalls ihre Existenz grundlegend bedrohen kann.

Achten Sie darauf, dass die angebotenen Versicherungsleistungen Ihre wichtigsten Lebenshaltungskosten decken, wenn Sie bei Erkrankung keine Einnahmen erzielen. Denn sind Sie längere Zeit krank, dann verdienen Sie auch kein Geld mehr und kommen ebenso wenig in den Genuss einer sechswöchigen Lohnfortzahlung, die Arbeitnehmer in diesem Fall erhalten.

Gesetzliche oder private Krankenversicherung

Wer selbständig tätig ist, hat zwei Optionen: Einmal kann er in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder er überlegt sich einen Wechsel in die private Krankenversicherung. Sowohl die GKV als auch die PKV haben Vor- und Nachteile.
Wie schon gerade erwähnt, können Sie sich weiterhin freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern, was den Vorteil hat, dass Ihre Familienmitglieder ebenfalls und ohne weitere Versicherungsbeiträge mitversichert sind, sofern Sie bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten.

Wenn Sie sich privat versichern, müssen Sie bedenken, dass Sie nicht mehr in die GKV zurückkehren können und dass Sie für jedes Familienmitglied einen Versicherungsbeitrag zahlen müssen. Allerdings haben Sie hier mehr Einfluss auf die Höhe Ihrer Versicherungsbeiträge. Sind Sie nicht oft krank oder/und noch sehr jung, dann können Sie mit einem Basistarif in der PKV einsteigen und werden mit Sicherheit nicht so viel zahlen müssen wie in der GKV. Im Augenblick liegt der Beitragssatz der GKV bei 15,5 Prozent.

Gerade für Existenzgründer, die noch über nicht ein geregeltes Einkommen verfügen und auch nicht abschätzen können, wie sich die Einkommenssituation in der nächsten Zeit entwickeln wird, ist es zu empfehlen, sich zuerst in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig weiter zu versichern. Stabilisiert sich die Selbständigkeit hinsichtlich der Einnahmen, können Sie immer noch über einen Wechsel in die PKV nachdenken.

Falls Sie als Existenzgründer Gründungszuschuss beziehen bzw. als Selbständiger im vergangenen Jahr eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten haben, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse einen Antrag auf Mindestbeitrag stellen. In einem solchen Fall wird eine herabgesetzte Mindestbemessungsgrundlage als Bezugsgröße herangezogen. Sprechen Sie am besten Ihre Krankenkasse konkret darauf an.

Krankentagegeldversicherung

Eine weitere wichtige Versicherung für Selbständige ist die Krankentagegeldversicherung. Arbeitnehmer erhalten bis zum 42. Krankheitstag eine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Danach springt die gesetzliche Krankenversicherung mit dem sogenannten Krankengeld ein. Dieses beträgt 70 Prozent des letzten Bruttoverdienstes des Arbeitnehmers, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Über eine solche Absicherung verfügen Sie als Selbständiger nicht, daher sollten Sie mit einer entsprechenden Versicherung dafür sorgen, in einer möglicherweise länger andauernden Krankheitsphase finanziell abgesichert zu sein.

Um günstige Beiträge für die Krankentagegeldversicherung zahlen zu können, sollten Sie mit der Versicherung eine gewisse Karenzzeit vereinbaren, also einen Leistungsbeginn, der erst zwei oder mehr Wochen nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit liegt. Den Ausfallzeitraum sollten Sie mit eigenen finanziellen Mitteln überbrücken können.

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