KFZ-Haftpflichtversicherung

Was tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Dass ein Schadensfall eintritt, hofft natürlich niemand. Doch wie müssen Sie sich verhalten, wenn der Ernstfall doch passiert?

Um vom Versicherungsunternehmen Leistungen wie im Vertrag vereinbart zu erhalten, sind bestimmte Regeln vom Versicherungsnehmer einzuhalten.

Werden sie missachtet, – was auch fahrlässig durch schlampiges Verhalten und Unachtsamkeit passieren kann -, droht im schlimmsten Fall der Verlust des Versicherungsschutzes und Sie gehen leer aus.

Schon beim Vertragsabschluss müssen Sie bestimmte Fragen beantworten, wodurch der Versicherer sich über Risiken und die Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts informieren will. Schon hier ist Achtsamkeit geboten.

Beitragsverluste und Versicherungsausschluss bei unkorrektem Verhalten

Beantworten Sie beispielsweise Gesundheitsfragen in der PKV, Unfall-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung nicht wahrheitsgemäß, beispielsweise haben Sie chronische Erkrankungen nicht erwähnt und damit den Versicherer getäuscht, kann dies sogar zum Versicherungsausschluss führen.

Zumindest kann das Versicherungsunternehmen den Vertrag noch bis zu 10 Jahren nach Abschluss wegen arglistiger Täuschung anfechten. Für die PKV bedeutet dies, dass der Versicherer die bisher gezahlten Beiträge behält, der Versicherungsnehmer die in der Vergangenheit von der Versicherung erbrachten Gesundheitsleistungen zurückerstatten muss.

In der privaten Haftpflicht, der KFZ-Haftpflicht und der Tierhalterhaftpflicht hat dagegen grobe Fahrlässigkeit keine negativen Auswirkungen, denn würden dadurch die Leistungen gekürzt, müssten vor allem die Opfer darunter leiden. Bei vorsätzlich verursachten Schäden allerdings kommen die Versicherungen nicht auf.

Pflichten des Versicherungsnehmers

Vor und nach dem Eintreten eines Schadensfalls hat der Versicherungsnehmer bestimmte Regeln einzuhalten. Einmal sollte er den Eintritt des Schadensfalls nicht leichtfertig oder fahrlässig herbeigeführt haben.

Aber auch Risiken, die während eines Vertrags steigen, muss der Versicherungsnehmer melden, so wie beispielsweise ein Baugerüst am Haus. Davon sollte die Hausratversicherung informiert werden, denn damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass in das Haus eingebrochen wird.

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Wird die entsprechende Versicherung darüber nicht in Kenntnis gesetzt, kann sie sogar den Vertrag kündigen, auch wenn überhaupt kein Hauseinbruch erfolgt ist.

Tritt ein Schadensfall ein, muss man diesen so schnell wie möglich der Versicherung melden und nicht erst ein paar Wochen warten. Außerdem muss man versuchen, die Schadenshöhe zu begrenzen, d. h. bei einem Autounfall ein Warndreieck aufstellen, damit niemand weiteres in den Unfall involviert wird oder bei Brand gleich die Feuerwehr rufen.

Ebenfalls wichtig ist die Bestimmung der Schadenshöhe, indem man beispielsweise bei Einbruch eine Liste der gestohlenen Gegenstände erstellt und diese dem Versicherungsunternehmen aushändigt.

Immerhin gibt es seit 2009 im Versicherungsvertragsgesetz eine Neuregelung, nach der Versicherungsnehmer nicht mehr automatisch ihren Versicherungsschutz verlieren, wenn sie ihre Pflichten verletzt haben. Es kommt vor allem darauf an, wie schwer der begangene Fehler zu bewerten ist. Je nach Schwere kann das Versicherungsunternehmen dann die Leistungen kürzen.

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