Berufsunfähigkeit

Wichtig: Achten Sie auf die Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, dann achten Sie auch darauf, dass keine Verweisungsklausel in Ihrem Vertrag enthalten ist. Denn eine solche kann den BU-Schutz deutlich reduzieren.

Generell ist eine BU-Versicherung so gestaltet, dass Sie als Versicherte/r eine monatliche Rente erhalten, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Die Versicherungsbedingungen lauten meist so, dass Ihre Erkrankung zu einem Arbeitsausfall von mindestens sechs Monaten oder noch länger führen muss. Sie sind auch verpflichtet, Ihre Arbeitsunfähigkeit durch das Vorlegen von ärztlichen Attesten zu belegen.

Ist in Ihrer BU-Police eine Verweisung enthalten, dann bekommen Sie möglicherweise nicht die mit Ihnen ausgemachte BU-Rente. Denn mit einer Verweisungsklausel kann der Versicherer von Ihnen verlangen, dass Sie eine andere Tätigkeit ausüben, wenn Sie noch dazu in der Lage sind. D. h. Sie werden auf einen anderen Beruf verwiesen, mit dem Sie sich Ihren Lebensunterhalt sichern sollen.

Meist lautet die Formulierung folgendermaßen:

“Wenn der Versicherungsnehmer in der Lage ist, eine andere Tätigkeit auszuüben, die er aufgrund seiner Ausbildung bzw. Erfahrung ausüben kann und die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht, werden keine Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung fällig.”

Diese Verweisung wird auch als abstrakte Verweisung bezeichnet.

Dabei spielt auch die Zumutbarkeit eine wichtige Rolle, denn der neue Beruf sollte der bisherigen Lebensführung entsprechen. Dennoch kann das Gehalt bis zu 20 Prozent niedriger liegen als beim vorherigen Beruf, was die Versicherung als akzeptabel einstuft. Das Risiko, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, liegt bei Ihnen, dem Versicherungsnehmer. Der Versicherer braucht nur nachzuweisen, dass eine entsprechende Tätigkeit im Bereich des Möglichen liegt.

Neben der abstrakten Verweisung gibt es auch die konkrete Verweisung. Dieser Fall tritt ein, wenn der Betroffene nach einem BU-Eintritt tatsächlich eine andere Tätigkeit ausübt.

Dann kann der Versicherer darauf verweisen und die BU-Zahlungen kürzen oder gar ganz einstellen, weil Versicherungsleistung plus Arbeitseinkommen nicht über dem Lohn vor der Berufsunfähigkeit liegen dürfen.

Die konkrete Verweisung ist vor allem als Schutz der Versicherungsgemeinschaft zu verstehen. Ein/e Versicherte/r, die/der nach einem BU-Eintritt noch ein Einkommen durch eine andere Tätigkeit erwirtschaften kann, ist nicht bzw. nicht vollständig auf die BU-Rente angewiesen.

(Bildquelle Artikelanfang: #49533620 © lassedesignen/Fotolia.com)

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