Versicherungen

Worauf Sie beim Police-Verkauf von Lebensversicherungen achten sollten – Zweitmarkt ist dem Storno vorzuziehen

Eine Kapitallebensversicherung zählt neben der privaten Rentenversicherung für Selbständige zu den wichtigsten Säulen der privaten Altersvorsorge. Und dieser Versicherungsschutz sollte man auch aufrechterhalten, solange es geht.

Dennoch kann es in bestimmten Lebensphasen dazu kommen, dass man Geld benötigt, um eventuell Schulden abzubauen, um Engpässe zu überbrücken, wenn das Geschäft nicht so gut läuft oder es finanziell belastende Veränderungen im Privatleben gibt, wie beispielsweise eine Scheidung.

In solchen Situationen beabsichtigen viele Versicherungsnehmer, ihre Lebensversicherungspolice zu stornieren, um recht schnell an Kapital zu kommen. Doch das Storno ist sehr verlustreich, denn es fallen Stornogebühren an und schon erworbene Schlussgewinnanteile als auch der Versicherungsschutz verfallen.

Nur wer einen vorübergehenden Liquiditätsengpass nicht anders lösen kann (beispielsweise durch ein Police-Darlehen), sollte den Policeverkauf in Betracht ziehen. Und schon gar nicht sollte man seine  Lebensversicherung wegen privater Wünsche wie einem teuren Urlaub, einem neuen Auto oder neuer Möbel kündigen.

Zweitmarkt bietet mehr für den Verkauf der Police

Ca. 50 Prozent aller in Deutschland existierenden Lebensversicherungen werden vorzeitig beendet. Dabei wissen die meisten Versicherungsnehmer überhaupt nicht, dass der Verkauf der Versicherungspolice (der sogenannte Zweitmarkt) eine deutlich bessere Alternative ist als das Storno bei der Versicherungsgesellschaft.

Denn die auf dieses Geschäft ausgerichteten Unternehmen bieten dem Versicherungsnehmer in den meisten Fällen einen besseren, d. h. höheren Preis für die Versicherung als die Versicherungsgesellschaften. Der Policenkäufer wird nach dem Kauf den Vertrag weiterführen und monatliche Versicherungsprämien zahlen, weil sich für ihn die Lebensversicherung wegen der anfallenden Überschussanteile gegen Vertragsende lohnt.

Falls Sie Ihre Kapitallebensversicherungspolice verkaufen wollen, beachten Sie dabei auch, dass Ihre zu verkaufende Police bestimmte Kriterien erfüllt, also eine bestimmte Restlaufzeit aufweist und über einen Rückkaufswert von mindestens 10.000 Euro verfügt.

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Zweitmarkt: Hier heißt es seriöse von unseriösen Käufern zu unterscheiden

Doch auch wenn der Zweitmarkt für Versicherungsnehmer einige Vorteile bietet, so heißt es auch achtgeben, denn hier tummeln sich viele schwarze Schafe. Nicht selten ist es vorgekommen, dass die Policenkäufer auf Nimmerwiedersehen verschwanden oder nicht den ausgemachten Verkaufspreis bezahlten.

Wenn Sie sich für den Policeverkauf auf dem Zweitmarkt entschlossen haben, sollten Sie sich vorab einen Fragenkatalog anlegen, in dem vor allem folgende Punkte genau zu beachten sind:

  • Mit wem schließen Sie den Kaufvertrag ab? Mit dem Policenkäufer oder ist dieser nur Makler für einen Drittkäufer?
  • Bleiben die vom Verkäufer gemachten Zusagen bestehen, wenn der Vertrag weiter verkauft wird?
  • Wer zahlt dann im Todesfall?
  • Wer haftet für die Zusagen?
  • Verfügt der Policenkäufer über entsprechendes Kapital?
  • Ist es ein deutsches oder ausländisches Unternehmen, das Ihre Versicherungspolice kauft?
  • Wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben?
  • Wird der Kaufpreis komplett oder in Raten ausgezahlt?

Legen Sie Wert auf folgende Kriterien, dann ist die Gefahr, auf ein unseriöses Unternehmen hereinzufallen, gering:

  • Der Kaufpreis sollte Ihnen gleich komplett ausgezahlt werden, denn eine Ratenzahlung bietet Risiken für Sie, den Verkäufer.
  • Ein seriöses Unternehmen zeichnet sich auch dadurch aus, dass es keine Bearbeitungsgebühr für die Prüfung der Police erhebt.
  • Außerdem sollten Sie nach dem Verkauf Ihrer Lebensversicherung noch in den Genuss eines Rest-Todesfallschutzes kommen. Sterben Sie also vor Laufzeitende der Lebensversicherung, bekommen die Hinterbliebenen vom Versicherungsaufkäufer die mit der Versicherung ausgemachte Todesfallleistung abzüglich aller bis dahin für den Policenkäufer angefallenen Kosten.
  • Achten Sie darauf, dass der Ankäufer Mitglied im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt für Lebensversicherungen (BVZL) ist. Im BVZL Leitfaden finden Sie alle wichtigen Qualitätsmerkmale für seriöse Versicherungsaufkäufer. Ein solcher ist zum Beispiel Policen Direkt.
  • Werden Sie hellhörig, wenn man Ihnen zu hohe Renditen zusagt.
  • Die Verkaufsabwicklung sollte über einen Treuhänder stattfinden. In diesem Fall wird eine Bank oder ein Notar als Treuhänder eingeschaltet. Der Versicherungsverkäufer händigt die Police der Bank oder dem Notar aus, worauf dem Treuhänder der Verkaufspreis vom Versicherungsaufkäufer überwiesen wird. Ist der Verkaufsbetrag beim Treuhänder eingegangen, bekommt der Versicherungsverkäufer, also der ehemalige Versicherungsnehmer den Kaufpreis und der Policenkäufer die Police.
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