Berufsunfähigkeitsversicherung mit Rentenversicherung: Wie sinnvoll ist das?

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, der kann sich auch für eine Kombiversicherung von Berufsunfähigkeit und Rente entscheiden.

In dieser „doppelten“ Versicherung ist die private Rentenversicherung die Hauptversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung die Zusatzversicherung.

Aus diesem Grund gibt es für diese Versicherungsmöglichkeit die Bezeichnung Berufsunfähigkeitszusatzversicherung oder als Abkürzung BUZ.

Außer einer privaten Rentenversicherung lässt sich die BUZ auch mit einer Riester-Rente, einer Rürup-Rente oder einer fondsgebundenen Rentenversicherung kombinieren.

Oder auch mit einer Risiko- oder Kapitallebensversicherung bzw. Unfallversicherung.

Vorteile und Nachteile der Berufsunfähigkeitsversicherung mit Rentenversicherung

Doch was bringt diese Kombiversicherung? Viele Experten sehen dieses Versicherungspaket aus Berufsunfähigkeitsversicherung und privater Rentenversicherung eher skeptisch. Denn um dem Versicherungsnehmer nicht allzu hohe Versicherungsbeiträge abzuverlangen, setzen die Versicherungsgesellschaften die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente oft zu niedrig an.

Damit können im Ernstfall – sollte wirklich eine Arbeitsunfähigkeit des Versicherungsnehmers eintreten – kaum die Lebenshaltungskosten abgedeckt werden. Somit wird das eigentliche Ziel, nämlich dem Versicherungsnehmer einen ausreichenden finanziellen Schutz bei Berufsunfähigkeit zu bieten, verfehlt.

Eine andere negative Variante der Kombiversicherung kann sein, dass die Altersrente nicht entsprechend hoch genug ausfällt. Was bei dieser Versicherungskombi ungünstig ist, ist das „Zusammentreffen“ von Sparen und Versicherungsschutz. Bei der einen Versicherung wird Kapital für die Altersvorsorge aufgebaut und bei der anderen Versicherung wird man gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit abgesichert.

Besser zwei separate Versicherungen abschließen

Daher empfehlen Experten, solch zwei unterschiedlich ausgerichtete Versicherungsziele nicht miteinander zu kombinieren, weil die Versicherungspolicen meist kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen können oder schlechtere Bedingungen bieten, als wenn man beide Versicherungen getrennt abschließen würde.

Was kann noch passieren? Melden Sie sich als Selbständiger oder Freiberufler irgendwann arbeitslos und Ihr Einkommen reicht nicht mehr aus, um die Versicherungsbeiträge zu zahlen, muss der Versicherungsvertrag komplett gekündigt werden. D. h. Sie können nicht entscheiden, beispielsweise die Berufsunfähigkeitsversicherung weiterzuführen und die Rentenversicherung für eine gewisse Zeit beitragsfrei zu stellen. Kündigen Sie die Kombiversicherung, verlieren Sie dann auch den BU-Schutz.

Bei zwei separaten Versicherungspolicen haben Sie dagegen die Möglichkeit, die Beitragszahlungen für die private Rentenversicherung (vorübergehend) einzustellen und die Berufsunfähigkeitsversicherung weiterzuführen. Somit verlieren Sie hier nicht den wichtigen Versicherungsschutz.

Ausführlicher BU-Test von Stiftung Warentest

Auch Stiftung Warentest und Finanztest bewerten die Kombiversicherung aus BU und Rente als nicht empfehlenswert. Da es sich bei beiden Versicherungsarten um sehr komplexe Versicherungsprodukte handelt, könne der Versicherungsnehmer gar nicht die ganzen Details und Bedingungen der einzelnen Versicherungen überblicken und auch richtig einordnen.

Wer an dem ausführlichen Test der Berufsunfähigkeitsversicherungen in Deutschland von Stiftung Warentest interessiert ist, der sollte sich die kostenpflichtigen Ergebnisse von deren Website für 1,50 Euro herunterladen. Insgesamt 52 BU-Anbieter wurden überprüft und ausgewertet.

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Berufsunfähigkeitsversicherung soll attraktiver werden

Jeder Selbständige wie auch jeder Arbeitnehmer weiß, wie wichtig eine BU-Versicherung ist, dennoch haben nur ungefähr 25 Prozent aller berufstätigen Deutschen eine solche Versicherung abgeschlossen.

Diese schlechte Quote hängt zum größten Teil mit den hohen Versicherungsbeiträgen zusammen, denn eine BU-Versicherung ist oft sehr teuer.

Während in den letzten beiden Jahren die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung für ungefähr 30 Berufsarten angestiegen ist, gingen für über 100 die BU-Prämien runter. Von günstigeren Nettobeiträgen waren vor allem Ökonomen, Reiseführer, Modeschöpfer, Regisseure und Volkswirte betroffen.

Um mehr Menschen zu einem BU-Abschluss zu bringen, haben einige Versicherungsunternehmen deutlich an der Preisschraube gedreht und die Berufseinteilungen verfeinert. Gab es früher vier Kategorien, in die die verschiedenen Berufe je nach Berufsunfähigkeitsrisiko eingeteilt wurden, hat man jetzt bei manchen Versicherungsanbietern Zwischenstufen eingeschoben, um einzelne Berufe preislich zu begünstigen.

Akademiker und Selbständige mit Personalverantwortung profitieren von günstigen Versicherungsprämien

Es ist von Versicherungsunternehmen zu Versicherungsunternehmen unterschiedlich, wer von den neuen Einteilungen profitiert. Somit kann es also vorkommen, dass ein Beruf bei einigen Versicherungsanbietern preiswerter geworden ist, bei anderen dagegen teurer.

Meistens werden die Preise für die entsprechenden Zielgruppen des jeweiligen Versicherungsunternehmens gesenkt. Generell gilt auch: Je höher die berufliche Qualifikation, desto niedriger ist die monatliche Versicherungsprämie. Dahinter steckt der Gedanke, dass Hochqualifizierte sich viel mehr für eine berufliche Reintegration einsetzen als niedrig Qualifizierte und dadurch den Versicherer weniger Geld kosten.

Aber auch andere Kriterien senken die Beitragshöhe für die Berufsunfähigkeitsversicherung. So hat ein Handwerker mit Angestellten günstigere Voraussetzungen für eine preislich attraktive BU-Prämie, weil er mehr Zeit im Büro verbringt und dadurch seinen Körper und damit seine Gesundheit schont. Daher bieten einige Versicherungsunternehmen Selbständigen mit Angestellten niedrigere Prämien an.

Unqualifizierte müssen höhere Beiträge hinnehmen

Dagegen sind die Versicherungsbeiträge für Unqualifizierte und für Berufe mit hoher körperlicher Beanspruchung deutlich angestiegen. Diese Berufsgruppen zahlen zwischen 15 und 20 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.

Unisex-Tarife, die gegen Ende des Jahres eingeführt werden, können das neue Preisgefüge nochmals durcheinander bringen. Denn dann dürfen die Versicherer für Frauen und Männer nur noch einheitliche  Tarife anbieten. Einige Versicherungen rechnen damit, dass die Beiträge für Frauen um gut 10 Prozent ansteigen werden und somit die Beiträge der Männer subventionieren. Bis jetzt zahlten Frauen wegen des geringeren Berufsunfähigkeitsrisikos weniger.

Andere vermuten, dass auch die Beiträge der Männer ansteigen werden. Wie man sieht, sind sich auch in diesem Punkt die Unternehmen uneins.

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Tipps zur sozialen Absicherung für Existenzgründer und Selbständige

Wer sich selbständig macht und damit gerade am Anfang der Existenzgründung steht, muss bei seiner privaten und beruflichen Absicherung erst einmal Kompromisse machen. D. h. man schließt zuerst die wichtigsten Versicherungen ab und die weniger wichtigen kommen mit der Zeit dazu, wenn sich die finanzielle Situation stabilisiert hat.

Allerdings sollten Sie mit den weiteren Versicherungen nicht allzu lange warten, damit für Sie keine Nachteile entstehen, wie beispielsweise bei der privaten Rentenversicherung. Je älter Sie sind, desto höhere Beiträge müssen Sie zahlen, um am Ende eine attraktive Rente zu erhalten.

Außerdem gibt es Pflichtversicherungen wie beispielsweise die Krankenversicherung, die jeder – auch Existenzgründer – haben muss. Viele junge Selbständige informieren sich zuerst auf den unterschiedlichsten Websites, welche Versicherungen sie benötigen und welche sinnvoll sind und verlieren schnell mal den Überblick in den ganzen Versicherungstipps und -empfehlungen, sodass oft gar nichts mehr hinsichtlich des Versicherungsschutzes getan wird.

Am besten gehen Sie an die ganze Sache systematisch heran. Krankenversichert müssen Sie und auch Ihre Familienmitglieder sein, so sind Sie in diesem Bereich schon mal grundlegend abgesichert. Dann sollten Sie allerdings Schwerpunkte setzen.

Schwerpunkte setzen: Die weiteren wichtigen Versicherungen sind eine private Haftpflichtversicherung, die meistens sehr günstige Tarife hat, eine private Rentenversicherung für die finanzielle Absicherung im Alter und eine Berufsunfähigkeitsversicherung, falls Sie irgendwann nicht mehr arbeitsfähig sein sollten. Überlegen Sie, welche Risiken bei Ihnen besonders groß sind, gegen die Sie sich absichern sollten.

Verschiedene Angebote vergleichen: Versicherungen unterscheiden sich bei Leistungen, Bedingungen und Tarifen. Daher sollten Sie nicht gleich die erstbeste Versicherung abschließen, sondern mehrere Angebote einholen und vergleichen. Das ist zwar zeitaufwändig, aber letztendlich kann der Vergleich Ihnen viel Geld sparen.

Welche Leistungen sind für Sie wichtig, welche weniger? Nicht benötigte Leistungen sollten Sie auch nicht mit in die Versicherungspolice aufnehmen, denn das schlägt sich auf die Versicherungspreise nieder.

Beratung suchen: Gerade „große“ Versicherungen wie die private Rentenversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man nicht spontan abschließen. Lassen Sie sich nach den ersten Angeboten besser von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten, damit Sie das bestmögliche für sich aus den Versicherungen und Versicherungsleistungen herausholen.

PKV oder GKV: Sind Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, dann sollten Sie nicht gleich in der ersten Phase der Selbständigkeit einen Wechsel in die PKV planen, es sei denn, Sie verdienen wirklich sehr gut und die Einnahmen sind stabil. Auch wenn die PKV mit günstigen Einsteigertarifen locken, so günstig bleiben sie meistens nicht und ein Wechsel in die GKV ist dann kaum mehr möglich.

Gesetzliche Rentenversicherung: Auch hier sollten Sie vorher abwägen, ob Sie weiter in die gesetzliche Rentenversicherung als Selbständiger einzahlen wollen oder nicht. Waren Sie viele Jahre als Angestellte/r tätig und haben damit schon einige Zeit Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt, dann sollten Sie sich mit dem Rententräger in Verbindung setzen und auch deren Argumente in Ihre Entscheidung mit einbeziehen. Denn verlassen Sie die gesetzliche Rentenversicherung, können Sie Ihre erworbenen Anwartschaften verlieren.

Lange Vertragslaufzeiten vermeiden: Lange Vertragslaufzeiten sollten Sie möglichst umgehen. Außer bei der Lebens- und BU-Versicherung, die natürlich lange Laufzeiten haben, sollten die anderen Versicherungen nur eine Laufzeit von einem Jahr haben. Denn entdecken Sie irgendwann ein günstigeres Versicherungsangebot, dann haben Sie bei langen Laufzeiten keine Chance, die Versicherung zu wechseln.

Auf korrekte Antragstellung achten: Wenn Sie den Vertrag ausfüllen, achten Sie darauf, alle Felder auszufüllen. Fehlende Angaben können sich zu Ihrem Nachteil entwickeln. Sie müssen für alle fehlenden oder falschen Angaben selbst haften. Außerdem kann bei Unwahrheit die Versicherungsleistung ausfallen.

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Welche privaten Versicherungen sind für Künstler wichtig?

Zu den Selbständigen gehören auch künstlerisch schaffende Menschen sowie Publizisten.

Für diesen Personenkreis gibt es gerade was die Kranken- und Rentenversicherung angeht, eine besondere Absicherung, die sogenannte Künstlersozialversicherung.

Diese ist für Künstler und Publizisten Pflicht, das heißt, sie müssen sich dort krankenversichern.

Künstlersozialversicherung – die „soziale Absicherung“ der Künstler

Durch die Künstlersozialversicherung sind Künstler wie Arbeitnehmer abgesichert, mit einer kleinen Ausnahme: Sie können keine Leistungen der Arbeitslosenversicherung und der Unfallversicherung beanspruchen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich privat krankenversichern zu lassen, und zwar unter der Bedingung, dass man zu den Besserverdienenden zählt oder Berufsanfänger ist.

Weitere wichtige Versicherungen, die man als selbständiger Künstler oder Publizist benötigt, werden im folgenden Beitrag aufgeführt.

Gerade am Anfang seiner künstlerischen Tätigkeit ist es mit Sicherheit schwierig, viel Geld in weitere Versicherungen zu stecken. Daher sollte man sich genau überlegen, welche Prioritäten man setzen sollte.

Private Haftpflichtversicherung

Empfehlenswert – und nicht nur für Künstler – ist eine private Haftpflichtversicherung. Mit dieser Versicherung decken Sie nicht nur Schäden, die von Ihnen privat verursacht wurden, ab, sondern auch von Ihren Familienmitgliedern. Ihre Haftungsrisiken als Künstler können Sie damit allerdings nicht abdecken, dafür benötigen Sie eine betriebliche Haftpflichtversicherung.

Private Rentenversicherung

Wenn Sie über die Künstlersozialversicherung versichert sind, dann sind Sie auch automatisch rentenversichert, neben der Kranken- und Pflegeversicherung. Dennoch sollten Sie sich im Laufe Ihrer Selbständigkeit auch Gedanken über eine private Rentenversicherung machen, um mehr Rente im Alter zu bekommen.

Lebensversicherung

Eine Lebensversicherung für Sie als Künstler ist mit Sicherheit nicht eine der wichtigsten Versicherungen, vor allem wenn Sie alleinstehend sind. Wer aber eine Familie zu versorgen hat, der sollte zumindest eine Risiko-Lebensversicherung abschließen, die den festgelegten Versicherungsbetrag im Falle Ihres Todes an Ihre Hinterbliebenen auszahlt und diese damit finanziell (wenigstens für einen bestimmten Zeitraum) abgesichert sind.

Unfallversicherung

Da Sie als Künstler über die Künstlersozialversicherung nicht unfallversichert ist, sollten Sie sich privat unfallversichern. Denn schließlich passieren die meisten Unfälle nicht während der Arbeitszeit, sondern zuhause, beim Sport oder in der Freizeit.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Und auch Künstler sollten daran denken, dass sie arbeits- bzw. berufsunfähig werden können. Da die meisten Künstler nicht gerade eine risikoreiche Arbeit ausführen, dürfte die Einstufung von der Berufsunfähigkeitsversicherung noch ganz attraktiv sein, da das BU-Risiko nicht so hoch ist wie beispielsweise bei Dachdeckern.

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Gelenkserkrankungen und Depressionen führen sehr oft zur Berufsunfähigkeit

Mittlerweile werden die meisten Menschen arbeits- und damit berufsunfähig durch Erkrankungen bzw. Schädigungen des Gelenkapparats und durch seelische Erkrankungen.

Der bekannte BU-Versicherer Swiss Life hat dazu eine Untersuchung veröffentlicht, in der die Erkrankungen aufgeführt sind, die am häufigsten zur Berufsunfähigkeit der Swiss-Life-Versicherten führten.

20 bis 25 Prozent aller Beschäftigten scheiden vor dem Renteneintrittsalter aus dem Berufsleben aus, weil sie wegen körperlicher oder seelischer Gebrechen nicht mehr ihre Arbeit ausüben können. Sehr viele leiden an Schäden des Rückgrats und anderer Gelenke sowie dauerhafter Niedergeschlagenheit.

Fast 30 Prozent aller Berufsunfähigen müssen wegen orthopädischer Erkrankungen frühzeitig das Berufsleben beenden. Knapp dahinter mit 28 Prozent liegen Burnout und Depressionen als Berufsunfähigkeitsgrund.

Die Plätze 3 und 4 belegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 11 Prozent und Krebs mit 5 Prozent. Arbeitsunfälle führen dagegen zu weniger BU-Fällen wie vielleicht erwartet.

Auch Selbständige und Freiberufler sind durch die oben genannten Krankheitsbilder wie Gelenkverschleiß und Burnout in ihrer beruflichen Tätigkeit gefährdet. Daher ist es wirklich wichtig, rechtzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, vor allem bevor die körperlichen Schäden anfangen einzusetzen.

Denn so wird es deutlich schwieriger, eine BU-Versicherung zu finden, die einen aufnimmt und die Beiträge dürften höher liegen, desto später man im Laufe seines Berufslebens in eine BU-Versicherung eintritt.

Sie können kostenlos und absolut unverbindlich mit einem Online-Formular eine Anfrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung stellen.

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Berufsunfähigkeit: Die risikoreichsten und risikoärmsten Berufe

In den letzten Jahren hat sich das Risiko, berufs- bzw. erwerbsunfähig zu werden, deutlich reduziert und liegt bei ungefähr 20 Prozent. Ein aktueller Report zeigt auf, welches momentan die gefährlichsten Berufe sind und welches die ungefährlichsten.

Während das Berufsunfähigkeitsrisiko rückläufig ist, kann aber auch zwei weitere Gefahren ausmachen, die mittlerweile deutlich angestiegen sind:

Einmal die, dass viele junge Menschen schon berufs- und erwerbsunfähig auf den Arbeitsmarkt gelangen und das Risiko, dass der Beruf an Bedeutung verliert und man seine Kenntnisse nicht mehr verkaufen kann.

Die risikoreichsten Berufe

Zu den risikoreichsten Berufen gehören Dachdecker und Gerüstbauer. In diesen Berufsgruppen gingen in den vergangenen Jahren mehr als jeder Zweite nicht regulär in den Ruhestand, sondern erhielten eine Erwerbsminderungsrente.

Auch Fleischer, Pflasterer und Estrichleger gehören zu den gefährlichen Berufen.

Platz Beruf
1 Gerüstbauer
2 Dachdecker
3 Bergleute
4 Pflasterer
5 Fleisch-/Wurstwarenhersteller
6 Estrichleger
7 Fliesenleger
8 Zimmerer
9 Maurer
10 Stukkateure, Verputzer
11 Sprengmeister
12 Isolierer
13 sonstige Bauhilfsarbeiter
14 Bäcker
15 Stauer

Quelle: Versicherungsjournal

Die risikoärmsten Berufe

Zu den risikoärmsten Berufen zählen Physiker, Ärzte, Architekten, Apotheker und Ingenieure. Diese Berufe zeigen auch ein deutliches Beschäftigungswachstum.

Platz Beruf
1 Physiker
2 Ärzte
3 Maschinenbauingenieure
4 Chemiker
5 sonstige Fertigungsingenieure
6 Rechtsvertreter
7 Tierärzte
8 Elektroingenieure
9 Bergbau-Hütten-Gießerei-Ingenieure
10 Verbandsleiter
11 Apotheker
12 Vermessungsingenieure
13 Architekten
14 Manager, Unternehmer
15 Nautiker, Kapitäne

Quelle: Versicherungsjournal

Die Grundlagen für die Zahlen liefert der Map-Report 781-783. In ihm stehen außer weiteren Tabellen zu den verschiedenen Berufen und zu Kennzahlen der bedeutendsten Berufsunfähigkeits-Versicherer auch Schaubilder zur Entwicklung der Ursachen für Berufsunfähigkeit als auch Versicherungsvorschläge von über 20 Versicherungsanbietern zu ausgewählten Fallbeispielen.

Das Heft kann man zum Preis von 87,50 Euro als Druckausgabe oder für 77,50 als PDF-Datei per Fax unter der Nummer 04139/7019 oder per E-Mail beim Verlag Manfred Poweleit bestellen.

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Wichtige Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine BU-Versicherung ist in Kombination mit einer Risikolebensversicherung etwas teurer als eine Einzelpolice. Falls man schon über eine Lebensversicherung verfügt, ist es meistens günstiger, eine Einzelpolice abzuschließen.

Viele Versicherungsunternehmen versichern ihre Kunden nur bis zum 55. Lebensjahr. Tritt die Berufsunfähigkeit danach ein, erhält man keine BU-Rente.

Die meisten Unternehmen teilen die Versicherungsnehmer in vier Berufsgruppen ein:

Berufsgruppe Risikobewertung Beispiele
1 Gut Apotheker, Arzt, EDV-Fachmann, Grafiker, Call-Center-Agent
2 Normal Lehrer, Verkäufer, Hebamme
3 Erhöht Gastwirt, Kranführer, Kranken- und Altenpfleger, Fliesenleger
4 Hoch Möbelpacker, Feuerwehr

 

Beim Abschluss einer BU-Versicherung sollte man auf die abstrakte Verweisung verzichten: Dann nämlich kann der Versicherer dem Kunden die Rentenzahlung bei eintretender BU nicht verweigern mit der Begründung, dass der Versicherungsnehmer theoretisch noch in einem anderen Beruf arbeiten könnte. Auch Tarife mit Verweisung auf Vorberufe sollte man nicht wählen.

Eine BU-Versicherung sollte variabel sein, d. h. dass Tarife eine Nachversicherung ermöglichen. Wenn der Versicherungsnehmer z. B. irgendwann mehr verdient, heiratet oder ein Kind bekommt, sollten die Tarife ohne Gesundheitsprüfung steigen können.

Gesundheitsfragen: Manche Versicherungsanbieter entbinden Kunden vom schriftlichen Beantworten bestimmter Gesundheitsfragen, falls sie sich deswegen ärztlich untersuchen lassen. Hat ein Antrag eine solche Option, sollte man diese nutzen.

Versicherungsschutz: Akzeptieren sollte man keinen Ausschluss für ein bestimmtes Krankheitsbild. Nur wer anderswo keinen Komplettschutz findet, sollte sich auf so einen Antrag einlassen. Außerdem sollte man dann versuchen zu handeln, damit der Versicherungsbeitrag abgesenkt wird, da auch geringere Leistungen angeboten werden.

Überschussbeteiligung: Die Beitragshöhe ist auch von der Art der Überschussbeteiligungsform abhängig. Denn die Versicherungsunternehmen erwirtschaften mit den Versicherungsbeiträgen Überschüsse, die sie auf unterschiedliche Art und Weise verwenden können.

Unterschieden werden drei Varianten: Das Bonussystem (BO), die Beitragsverrechnung (B) und die verzinsliche Ansammlung (VA). Beim Bonussystem legt das Unternehmen die angefallenen Überschüsse an, damit sie im Ernstfall für die Rentenerhöhung zur Verfügung stehen. Wie hoch diese ausfällt, hängt also von der Höhe der Überschüsse ab, die bis zum möglichen Eintritt der BU erzielt wurden.

Dagegen werden bei der Beitragsverrechnung die erwirtschafteten Überschüsse dem Kunden jedes Jahr direkt auf seinen Beitrag gutgeschrieben. Ist die Kalkulation korrekt, bleibt der Beitrag vergleichsweise stabil. Daher ist diese Variante den beiden anderen vorzuziehen, weil hier der Versicherungsnehmer gleich weiß, wie hoch seine Rente bei BU wäre.

Tipps:
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung braucht jeder, der nicht vermögend ist. Daher sollten Sie so früh wie möglich einen Vertrag abschließen.

Holen Sie mehrere Angebote ein, damit Sie vergleichen können. Einen Leistungsausschluss für eine Erkrankung sollten Sie nicht annehmen, sondern zahlen Sie stattdessen lieber einen Zuschlag auf Ihren Beitrag. Versuchen Sie zu vereinbaren, dass dieser nach einem bestimmten Zeitraum wegfällt.

Achten Sie auf die Bewertung der Angebote. Holen Sie mehrere Angebote mit „Sehr gut“ und entscheiden Sie bei gleich bewerteten Angeboten nach dem Bruttobeitrag, auch wenn Sie den Nettobeitrag zahlen. Denn der Nettobeitrag kann bei schlechter Kapitalmarktlage steigen.

Schließen Sie einen Vertrag ab, der Sie bis zum 65. Lebensjahr versichert.

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Wichtiges zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den unbeliebtesten Versicherungen in Deutschland. Einer der Gründe mag der sein, dass kaum jemand mit seiner Berufsunfähigkeit rechnet und daher den BU-Abschluss als reine Geldverschwendung ansieht. Andere falsche Vermutungen sind wohl die, dass viele glauben, sie seien im Fall einer Berufsunfähigkeit staatlich oder über andere Versicherungen abgesichert und würden entsprechende Leistungen erhalten.

Die wichtigsten Gründe, warum nur ungefähr 20 Prozent aller Berufstätigen über eine BU-Absicherung verfügen, finden Sie im nachfolgenden Text.

Grund 1: Ich bin doch im Ernstfall abgesichert
Leider nein. Auch wenn Sie eine Lebens- oder Unfallversicherung abgeschlossen haben, bieten Ihnen die beiden Versicherungen nicht den Schutz, den eine BU-Versicherung beinhaltet. Nur sie zahlt Ihnen eine monatliche Rente über Jahre hinweg, wenn Sie nicht mehr arbeiten gehen können.

Grund 2: Die Versicherung ist zu teuer
Es stimmt schon, dass die BU-Versicherung nicht zu den günstigsten Versicherungen zählt. Vergleichszahlen zeigen aber, dass die Einsparung durch keine BU-Versicherung im Ernstfall sehr teuer werden kann. Denn wenn Sie in jungen Jahren berufsunfähig werden, dann müssen Sie bis zum Renteneintrittsalter Verluste von mindestens einer Million Euro hinnehmen. Wovon Sie dann Ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, bleibt mehr als fraglich.

Grund 3: Ich erhalte staatliche Leistungen
Seit zehn Jahren ist die BU kein Teil mehr des gesetzlichen Schutzes. Die jetzt gezahlte sogenannte Erwerbsminderungsrente ist sehr gering und der Zugang zu ihr so schwierig, dass man  mit ihr nicht rechnen sollte. Daher sollten Sie sich privat absichern.

Grund 4: Die BU-Versicherung zahlt im Ernstfall nicht
Das stimmt so nicht. Wenn Sie einen Vertrag abschließen, dann sollten Sie bezüglich Ihrer Gesundheit und Ihren Vorerkrankungen korrekte Angaben machen. Ansonsten kann es bei Auszahlung wirklich Probleme geben.

Grund 5: Ich werde bestimmt nicht berufsunfähig
Diesen Gedanken haben viele. Trotzdem scheiden 20 Prozent vor dem Renteneintritt aus dem Beruf aus, weil sie ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Meist sind körperliche und seelische Erkrankungen der BU-Grund, selten Arbeitsunfälle.

Grund 6: Ich bin zu alt/Ich bin zu jung
Viele zögern, eine BU-Versicherung abzuschließen, weil sie glauben, sie seien zu alt oder zu jung. Zu jung ist eigentlich niemand. Außerdem sind in jungen Jahren die Vorerkrankungen geringer und Sie bekommen eine günstigere Versicherung. Haben Sie wirklich schon schwere Verschleißerscheinungen wie beispielsweise einen Bandscheibenvorfall, dann wird es fast unmöglich, überhaupt noch eine BU-Versicherung zu finden, die einen aufnimmt. Wenn ja, dann wird es natürlich teuer.

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Finanztest: Die besten Berufsunfähigkeitsversicherungen

Die Zeitschrift Finanztest hat verschiedene Angebote von privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen sowohl in der selbständigen als auch in der Zusatzversicherungsvariante untersucht. Bewertungsgegenstand war vor allem die Qualität der Bedingungen.  Gut 50  Tarife wurden bei diesem Test mit gut oder sehr gut bewertet.

Was jedoch innerhalb der einzelnen Versicherungen auffiel, waren die großen Preisdifferenzen und Schwierigkeiten für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen, einen Vertragsabschluss zu bekommen.

Folgende Kriterien gingen in die Endbewertung mit ein:

  • der Verzicht auf die abstrakte Verweisung
  • die Sechs-Monats-Prognose
  • eine rückwirkende Leistung in den ersten sechs Monaten und rückwirkende Leistung in den ersten drei Jahren
  • weltweite Versicherungsgeltung
  • Nachversicherungs-Garantien

Des Weiteren gingen in die Endnote mit zehn Prozent ein, ob und inwieweit die Versicherungsanbieter die 27 gängigsten Berufe annehmen und wie sich die maximale Risiko- und Leistungsdauer gestaltete. Die Tester sahen letzteren Punkt deshalb als sehr entscheidend an, weil das Rentenalter mittlerweile angehoben worden ist, aber einige Berufe bis zum bisherigen Erreichen der Rente nicht genügend versichert sind.

Ebenfalls bewertet mit 20 Prozent wurde die Kundenfreundlichkeit der Versicherungsanträge.

Die ersten fünf Plätze in der Bewertung belegen folgende Versicherungen:

  1. AachenMünchener mit dem Tarif SBU BU F/M (Bewertung: sehr gut 0,7)
  2. Generali mit dem Tarif SBU 09 (Bewertung: sehr gut 0,9)
  3. Hannoversche mit dem Tarif Comfort-BUZ BR-Plus F/M (Bewertung: sehr gut 0,9)
  4. HanseMerkur mit dem Tarif SBU 2011M (Bewertung: sehr gut 0,9)
  5. HUK24 mit dem Tarif BB-BUZ Premium 6.4 (Bewertung: sehr gut 0,9)

Eine weitere Beobachtung in den Testergebnissen war, dass es deutliche Beitragsunterschiede von bis zu 250 Prozent unter den Versicherungsanbietern gibt. So kann sich eine Diplomkauffrau im günstigsten Tarif schon für 870 Euro Jahresbeitrag gegen Berufsunfähigkeit absichern, der teuerste Tarif für sie lag bei 2.282 Euro im Jahr.

Ein weiteres Problem für interessierte BU-Versicherungsnehmer kristallisierte sich in dem Test heraus: Viele Ältere, bestimmte Berufsgruppen sowie Menschen mit Vorerkrankungen müssen lange suchen, bis sie eine BU finden, die sie aufnimmt – falls sie überhaupt fündig werden.

Doch Finanztest rät den Versicherungsnehmern, sich nicht entmutigen zu lassen. Erstmals sollte man mehrere Versicherungsangebote (5 bis 10) einholen, auch mit Hilfe eines Versicherungsberaters, der im Vorfeld schon anonyme Anfragen bei den Versicherungsgesellschaften stellen kann. Außerdem solle man mit den Versicherern verhandeln und mithilfe von ärztlichen Gutachten frühere Vorerkrankungen abklären, ob diese überhaupt noch vorhanden sind.

Allerdings sollte man keine falschen Angaben zur Gesundheit machen, nur um leichter zu einem BU-Abschluss zu gelangen.

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Berufsunfähigkeitsversicherung: Neues Urteil um Verweisungsstreit

In einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom Mai 2011 (Az. : 12 U 45/11) ging es um einen Rechtsstreit zwischen einem Versicherer und dem Versicherungsnehmer, der auf Zahlung einer Invaliditätsrente klagte, nachdem das Versicherungsunternehmen die Rentenzahlung verweigert hatte.

Der Fall gestaltete sich folgendermaßen: Der Kläger hatte 1982 eine Lebensversicherung mit Einschluss einer Invaliditätszusatzversicherung abgeschlossen. Sollte der Versicherungsnehmer tatsächlich arbeitsunfähig werden, hätte er eine jährliche Rente in Höhe von 3.800 Euro erhalten.

Die Invalidität wurde in der Versicherungsklausel so definiert:

Eine Invalidität liegt dann vor, wenn der Versicherte aufgrund Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls außerstande ist, seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, „die eine ähnliche Ausbildung und gleichwertige Kenntnisse und Fähigkeiten voraussetzt.“

2008 erkrankte der Kläger schließlich an Hautkrebs. Infolge dieser und der sich anschließenden Behandlungen konnte er nicht mehr seinen handwerklichen Beruf ausüben, sondern nahm nach seiner Genesung eine Bürotätigkeit an.

Die Versicherung verweigerte die Zahlung der Invaliditätsrente mit der Begründung, dass der Versicherungsnehmer mit seiner neuen beruflichen Tätigkeit keinen sozialen Abstieg erlitten hätte, sondern nun sogar finanziell bessergestellt sei wie in seinem Handwerkerberuf zuvor.

Nur wenn der Versicherungsnehmer in seinem neuen beruflichen Umfeld finanzielle Nachteile hätte hinnehmen müssen, hätte die Versicherung die Zusatzrente gezahlt.

Doch das Gericht sah das anders. Nach seiner Ansicht hat ein Berufsunfähigkeits– oder Invaliditätsversicherer nicht die Einkommensbußen des Versicherten zu ersetzen, sondern er sollte die im Voraus vertraglich ausgemachten Leistungen erbringen.

Aus diesem Grund entschied das Gericht, dass der Versicherer die Rente zahlen muss, obwohl der Versicherungsnehmer mit seiner neuen Tätigkeit keine finanziellen Einbußen erlitten hat.

Auch die Berufung des Versicherers auf die vergleichbare Berufsausübung sei nicht korrekt. Denn die vorherige Berufsausübung sei vor allem handwerklich und körperlich geprägt gewesen, was die jetzige nicht sei. Dass der Kläger von seiner Ausbildung her eher zufällig auch für eine Bürotätigkeit befähigt sei, sei nicht relevant.

Auch dieses Urteil zeigt wieder, dass die Modalitäten einer zulässigen Verweisung von den jeweils vereinbarten Versicherungsbedingungen festgelegt werden und daher je nach Bedingungswerk unterschiedlich weit gehen können.

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Berufsunfähigkeitsversicherung: Bei abstrakter Verweisung Versicherungsnehmer in Beweispflicht

Falls ein Versicherungsnehmer einer Berufsunfähigkeitsversicherung vom Versicherer auf eine Erwerbstätigkeit verwiesen wird, die er bereits schon ausführt, so muss der Versicherte beweisen können, dass dieser neue Beruf nicht den Anforderungen gleichkommt, die in den Versicherungsbedingungen an eine Vergleichserwerbstätigkeit gestellt wurden.

Das hat das Oberlandesgericht in Düsseldorf in einem Urteil entschieden. Der konkrete Fall zu diesem Gerichtsurteil gestaltete sich folgendermaßen: Ein Tischler hatte im Betrieb seines Vaters gearbeitet, als er durch einen Bandscheibenvorfall berufsunfähig wurde. Daraufhin erhielt er von seiner Berufsunfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente ausgezahlt, aber nur unter dem Vorbehalt, dass sie die abstrakte Verweisung des Tischlers zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen wolle.

Währenddessen begann der Kläger eine Ausbildung als Fachverkäufer für Einbauküchen und arbeitete anschließend auch in diesem Beruf. Bei der kurz darauf erfolgten Überprüfung nahm die Versicherungsgesellschaft den Berufswechsel des Klägers zum Anlass, ihn auf diese Tätigkeit zu verweisen.

Mit dieser Entscheidung war der Kläger nicht einverstanden und gab in seiner Klage an, dass sein neuer Beruf als Fachverkäufer nicht mit dem eines Tischlers vergleichbar sei, sowohl was das Gehalt als auch die Wertschätzung in der Gesellschaft angeht.

Das Oberlandesgericht lehnte die Klage ab mit der Begründung, dass es Sache des Versicherten sei, zu beweisen, warum die neue Berufstätigkeit nicht an eine mögliche Vergleichstätigkeit herankommt. Dies hat der Kläger in dem hier genannten Fall unterlassen.

Nach Ansicht des Gerichts verlangt der Beruf des Fachverkäufers entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten, die nicht als geringfügiger eingeschätzt werden können als die Fähigkeiten eines Tischlers. Außerdem sei der Kläger bei seiner Berufsausübung als Tischler schon zeitweise beratend und im Verkauf tätig gewesen. Aus diesem Grund sei es dem Gericht nicht möglich, die handwerkliche Tätigkeit höher zu bewerten als die jetzige im Verkauf.

Der Hinweis des Klägers, dass er in absehbarer Zeit den Tischlereibetrieb seines Vaters übernommen hätte, wäre er nicht berufsunfähig geworden, wurde vom Gericht als rein hypothetisch beanstandet.

In einem ähnlichen Fall, in dem ein Tischlergeselle von seiner Versicherung auf eine Erwerbstätigkeit in einem Baumarkt verwiesen wurde, lehnte das Landgericht Köln die Klage ebenfalls ab.

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Nachversicherungsgarantie in der BU-Versicherung wichtig

Bei der BU-Versicherung spielt die sogenannte Nachversicherungsgarantie eine wichtige Rolle. Denn damit sichern Sie sich das Recht zu, den Versicherungsschutz ohne wiederholte Prüfung Ihrer Gesundheit auszubauen.

Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Ihr BU-Vertrag eine Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung aufweist.

Im Laufe Ihres Lebens können sich Ihre Lebensumstände ändern, z. B. durch Eheschließung, Geburt von Kindern, Kauf einer Immobilie oder durch einen anderen Arbeitsplatz. Dadurch kann Ihre Berufsunfähigkeitsabsicherung eventuell nicht mehr ausreichend sein.

Sollten Sie dann wirklich durch eine Krankheit oder einen Unfall nicht mehr arbeitsfähig sein, kann die monatliche BU-Rente womöglich Ihre Lebensführungkosten nicht mehr decken.

Ist dann in Ihrem Vertrag keine Nachversicherungsgarantie vorhanden, kann die Erhöhung der BU-Zahlungen an den anstehenden Fragen zu Ihrer Gesundheit scheitern, sollte sich Ihre gesundheitliche Verfassung seit Vertragsabschluss verändert haben.

Und das heißt nicht, dass sich Ihre gesundheitliche Situation dramatisch verschlechtert haben muss. Schon gelegentliche Rückenbeschwerden oder eine Allergie reichen für den Versicherer aus, um eine erneute Gesundheitsprüfung zu veranlassen. Eine weitere Option ist, dass Sie einen Beitragszuschlag hinnehmen müssen.

Es gibt einige Versicherungen, die zu bestimmten Anlässen oder Ereignissen wie Heirat, Geburt von Kindern oder einer neuen beruflichen Situation eine Nachversicherungsgarantie anbieten.

Sie sollten sich also auch bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darüber informieren, bis zu welchem Alter Sie die Erhöhungsoption ausüben können und wie die Antragsfristen nach Eintritt des entsprechenden Ereignisses gestaltet sind. Manche Versicherungsgesellschaften gewähren drei bis sechs Monate.

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