Welche privaten Versicherungen sind für Künstler wichtig?

Zu den Selbständigen gehören auch künstlerisch schaffende Menschen sowie Publizisten.

Für diesen Personenkreis gibt es gerade was die Kranken- und Rentenversicherung angeht, eine besondere Absicherung, die sogenannte Künstlersozialversicherung.

Diese ist für Künstler und Publizisten Pflicht, das heißt, sie müssen sich dort krankenversichern.

Künstlersozialversicherung – die „soziale Absicherung“ der Künstler

Durch die Künstlersozialversicherung sind Künstler wie Arbeitnehmer abgesichert, mit einer kleinen Ausnahme: Sie können keine Leistungen der Arbeitslosenversicherung und der Unfallversicherung beanspruchen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich privat krankenversichern zu lassen, und zwar unter der Bedingung, dass man zu den Besserverdienenden zählt oder Berufsanfänger ist.

Weitere wichtige Versicherungen, die man als selbständiger Künstler oder Publizist benötigt, werden im folgenden Beitrag aufgeführt.

Gerade am Anfang seiner künstlerischen Tätigkeit ist es mit Sicherheit schwierig, viel Geld in weitere Versicherungen zu stecken. Daher sollte man sich genau überlegen, welche Prioritäten man setzen sollte.

Private Haftpflichtversicherung

Empfehlenswert – und nicht nur für Künstler – ist eine private Haftpflichtversicherung. Mit dieser Versicherung decken Sie nicht nur Schäden, die von Ihnen privat verursacht wurden, ab, sondern auch von Ihren Familienmitgliedern. Ihre Haftungsrisiken als Künstler können Sie damit allerdings nicht abdecken, dafür benötigen Sie eine betriebliche Haftpflichtversicherung.

Private Rentenversicherung

Wenn Sie über die Künstlersozialversicherung versichert sind, dann sind Sie auch automatisch rentenversichert, neben der Kranken- und Pflegeversicherung. Dennoch sollten Sie sich im Laufe Ihrer Selbständigkeit auch Gedanken über eine private Rentenversicherung machen, um mehr Rente im Alter zu bekommen.

Lebensversicherung

Eine Lebensversicherung für Sie als Künstler ist mit Sicherheit nicht eine der wichtigsten Versicherungen, vor allem wenn Sie alleinstehend sind. Wer aber eine Familie zu versorgen hat, der sollte zumindest eine Risiko-Lebensversicherung abschließen, die den festgelegten Versicherungsbetrag im Falle Ihres Todes an Ihre Hinterbliebenen auszahlt und diese damit finanziell (wenigstens für einen bestimmten Zeitraum) abgesichert sind.

Unfallversicherung

Da Sie als Künstler über die Künstlersozialversicherung nicht unfallversichert ist, sollten Sie sich privat unfallversichern. Denn schließlich passieren die meisten Unfälle nicht während der Arbeitszeit, sondern zuhause, beim Sport oder in der Freizeit.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Und auch Künstler sollten daran denken, dass sie arbeits- bzw. berufsunfähig werden können. Da die meisten Künstler nicht gerade eine risikoreiche Arbeit ausführen, dürfte die Einstufung von der Berufsunfähigkeitsversicherung noch ganz attraktiv sein, da das BU-Risiko nicht so hoch ist wie beispielsweise bei Dachdeckern.

(Bildquelle Artikelanfang: © SP-PIC #38758578/Fotolia.com)

Private Haftpflichtversicherung: Wie sehen die Kosten aus?

Die private Haftpflichtversicherung ist zwar nicht offiziell eine Pflichtversicherung, dennoch sollte sie jeder in seinem Versicherungsportfolio haben, falls mal der Ernstfall eintritt.

Der Ernstfall heißt, dass Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder unabsichtlich einen Sach- oder gar Personenschaden verursachen, sei es Ihnen fällt ein teures Glas bei einer Party hin, oder weitere Dinge gehen aus Unachtsamkeit zu Bruch. Personenschäden sind natürlich schwerwiegender und können auch immer wieder passieren, beispielsweise Sie fahren auf dem Fahrrad einen Passanten an und verletzen ihn.

Mit der privaten Haftpflichtversicherung können Sie den verursachten Schaden dem Geschädigten ersetzen, ohne dass Sie selbst in finanzielle Schieflage geraten, falls es sehr teuer wird.

Welche Kosten kommen bei Vertragsabschluss auf Sie zu?

Generell ist eine Privathaftpflicht sehr günstig. Der Jahresbeitrag hängt aber auch davon ab, welchen Versicherungsschutz Sie wählen. Es gibt oft den Basis-Schutz und den Top-Schutz zur freien Wahl. Beim Top-Schutz ist die Deckungssumme meist deutlich höher angesetzt als beim Basisschutz und es kommen noch weitere Vorteile hinzu wie Schäden bei deliktunfähigen Kindern oder Schäden bei Gefälligkeitshandlungen sowie die Forderungsausfalldeckung.

Unter einer Forderungsausfalldeckung versteht man in der Haftpflichtversicherung die Absicherung eigener Schadenersatzanforderungen, falls der Schuldige für den von ihm verursachten Schaden finanziell nicht aufkommen kann.

Dies kann zum Beispiel eintreten, wenn der Schadenverursacher über keine Haftpflichtversicherung verfügt und er nicht die finanziellen Mittel hat, um den Schaden zu begleichen. Weil nur ungefähr 70 Prozent der Deutschen eine Haftpflichtversicherung besitzen, ist die Gefahr, auf den Kosten sitzen zu bleiben, also nicht so abwegig.

Auch die Selbstbeteiligung senkt den Versicherungsbeitrag. Sind Sie bereit, Schäden bis zum Wert von 150 Euro selbst zu tragen, dann zahlen Sie weniger an Beitrag.

Wenn Sie sich für den Basisschutz bis zu drei Millionen Deckungssumme und für eine Selbstbeteiligung bis zu 150 Euro Schadenssumme entscheiden, zahlen Sie als selbständiger Single ohne Vorschäden aus den vergangenen Jahren ungefähr 33 Euro pro Jahr Versicherungsbeitrag.

Dieser steigt auf ungefähr 50 Euro an, wenn Sie keine Selbstbeteiligung wollen und sich für den Top-Schutz bis zu zehn Millionen Deckungssumme entscheiden.

Als verheirateter Selbständiger mit Basis-Schutz und Selbstbeteiligung liegen Sie ungefähr bei gut 40 Euro Versicherungsbeitrag pro Jahr. Wählen Sie Top-Schutz und keine Selbstbeteiligung, dann zahlen Sie ungefähr 63 Euro jährlich in die private Haftpflicht ein.

Da der Top-Schutz vor allem wegen der Forderungsausfalldeckung zu empfehlen ist, sollten Sie sich für die paar Euro Versicherungsbeitrag mehr im Jahr entscheiden.

Günstige Privathaftpflicht-Anbieter finden Sie im Privathaftpflicht-Vergleich.

(Bildquelle Artikelanfang: © SP-PIC #37197503/Fotolia.com)

Was passiert beim Tod des Versicherungsnehmers mit dessen Policen?

Was passiert mit den Versicherungspolicen, wenn der Versicherte stirbt. Es gibt Versicherungen, die weiterlaufen, andere erlöschen automatisch, manche wiederum müssen gekündigt werden.

Private/Gesetzliche Krankenversicherung
Diese Versicherung endet, wenn der Versicherungsnehmer verstirbt. Die Beitragspflicht läuft mit Ende des letzten Versicherungsmonats ab. Sind weitere Angehörige mitversichert, dann haben diese das Recht, unter Benennung eines neuen Versicherungsnehmers in den Vertrag einzusteigen und diesen weiter zu führen.

Privathaftpflichtversicherung
Mit dem Tod des Versicherungsnehmers wird auch dieses Versicherungsverhältnis automatisch beendet. Es muss also nicht extra gekündigt werden. Wurde schon ein Jahresbeitrag gezahlt, dann wird dieser anteilsmäßig zurückerstattet, sobald die Versicherungsgesellschaft den Todesfall schriftlich bestätigt bekommen hat.

Bei einer Familienhaftpflichtversicherung bleibt die Versicherung bis zur nächsten Beitragszahlung bestehen. Wenn der noch lebende Partner den Versicherungsbetrag weiter zahlt, wird die Versicherung automatisch weitergeführt.

Rechtsschutzversicherung
Verstirbt der Versicherungsnehmer einer Rechtsschutzversicherung, so läuft der Vertrag weiter, bis das Ende des aktuellen Beitragszahlungsraumes erreicht ist. Der Erbe hat die Möglichkeit, den Vertrag zu übernehmen, indem er die Beiträge weiterzahlt. Wird der Vertrag nicht übernommen und keine weiteren Versicherungsbeiträge gezahlt, erlischt der Vertrag ohne Kündigungspflicht.

Hausratversicherung
Die Hausratversicherung geht auf die Hinterbliebenen über, falls diese den Hausrat des Verstorbenen im Zeitraum von zwei Monaten nach dessen Tod unverändert übernehmen.
Haben die Erben schon eine eigene Hausratversicherung, müssen sie die andere kündigen.
Wird der Hausrat nicht übernommen, beendet die Versicherung den Vertrag spätestens bei Wohnungsauflösung. In diesem Fall muss der Versicherer eine schriftliche Bestätigung über den Todesfall erhalten.

KFZ-Haftpflichtversicherung
Falls der Verstorbene einen Wagen hinterlässt, so besaß er zwangsläufig auch eine KFZ-Haftpflichtversicherung. Da sich die KFZ-Haftpflichtversicherung nicht nur auf eine bestimmte Person bezieht, sondern auf ein Kraftfahrzeug, besteht die Versicherung so lange, wie die Erben das Auto behalten. Dabei kann der Versicherungsbetrag ansteigen, wenn sich das versicherte Risiko erhöht. In diesem Fall der KFZ-Haftpflichtversicherung stehen den Erben kein Sonderkündigungsrecht zu. Der Vertrag kann nur gekündigt werden, wenn das Auto weiterverkauft wird.

(Bildquelle Artikelanfang: © SP-PIC #38758578/Fotolia.com)

Hobby-Griller sollten sich mit entsprechenden Versicherungen schützen

Jetzt beginnt mit den ersten Temperaturen über 20°C für viele wieder die Grillsaison auf Balkon, Terrasse oder Garten.

Wer gerne leidenschaftlich grillt, ist auch immer dem Risiko ausgesetzt, sich an dem Feuer des Grills zu verletzen oder einen Brand auszulösen.

Weiterlesen

Haftpflichtversicherung muss Schäden durch Bürostuhl übernehmen

Wenn ein Mieter in seiner Wohnung mit den Rollen seines Bürostuhls das Parkett beschädigt oder gar zerstört, dann ist die private Haftpflichtversicherung des Mieters verpflichtet, diesen Schaden zu bezahlen.

Die Richter am Landgericht Dortmund haben so entschieden (Az. 2 T 5/10).

Der konkrete Fall sah so aus: Ein Mieter hatte eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der ebenfalls Schäden in gemieteten Wohnräumen abgedeckt waren.

Weiterlesen