Wie sinnvoll ist eine Pflegetagegeldversicherung?

Gegenwärtig beziehen schon gut zwei Millionen Menschen Pflegegeld in Deutschland. Die meisten der Pflegebedürftigen werden von ihren Angehörigen betreut, andere erhalten diesen Service von professionellen Pflegediensten. Diese Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den nächsten Jahrzehnten weiterhin ansteigen.

Nach der demografischen Entwicklung schätzt man, dass 2020 2,7 Millionen Deutsche pflegebedürftig sind.

Da die gesetzliche Pflegeversicherung mit der höchsten Pflegestufe III momentan knapp 1.500 Euro zahlt, ein Platz in einem Senioren- oder Pflegeheim oft mindestens das Doppelte kostet, nämlich 3.000 Euro, muss diese Lücke entweder mit der Rente, dem Vermögen oder von den Familienangehörigen bzw. dem Sozialamt geschlossen werden.

Mit einer privaten Pflegeversicherung die Lücke schließen

Wenn Sie eine private Pflegetagegeldversicherung abschließen, können Sie diese Finanzierungslücke schließen, ohne das Geld von Familienmitgliedern oder Hartz IV beanspruchen zu müssen.

Die Höhe der Versicherung sollte so ausgerichtet sein, dass pro Tag mindestens 50 Euro Pflegetagegeld ausgezahlt werden. Das wären im Monat 1.500 Euro und würde die oben genannte Lücke bei Pflegestufe III und Pflegeheimkosten von 3.000 Euro genau schließen.

Natürlich hängen die Pflegekosten von der Schwere der Pflegebedürftigkeit und der Pflegestufe selbst ab. Werden nur Pflegestufe I oder II gezahlt, dann gibt es weniger Geld von der gesetzlichen Pflegeversicherung, allerdings sind dann auch die Pflegekosten, die das Senioren- oder Pflegeheim erhebt, ebenfalls niedriger.

Aus diesem Grund ist ein Pflegetagegeld von mindestens 50 Euro eine gute Grundlage für die Absicherung im Pflegefall.

Eine solche Versicherung können alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung abschließen. Allerdings werden nicht automatisch alle Familienmitglieder in diesen Versicherungsschutz mit aufgenommen, sondern nur die, für die der Versicherungsschutz vertraglich abgeschlossen wird.

Leistungen der Pflegetagegeldversicherung

Bei den Leistungen sollten Sie genau überlegen, wie diese gestaffelt sein sollen. Manche Versicherungen zahlen das Pflegetagegeld erst bei Pflegestufe III. Wollen Sie das Geld oder einen Teil des Betrages schon in den Pflegestufen I oder II, dann müssen Sie darauf achten, dass dies vertraglich so geregelt ist. Die Versicherung ist dann auch teurer.

Außerdem sollte keine Warte- oder Karenzzeit in dem Vertrag drin stehen, sodass Sie bei Pflegebedürftigkeit gleich Ihr Pflegetagegeld erhalten.

Wichtig als Vertragsinhalt ist auch der Punkt, dass Sie bei Pflegebedürftigkeit in Pflegestufe III keine weiteren Beiträge mehr an die Pflegetagegeldversicherung zahlen müssen und sich die Pflegetagegeldsätze regelmäßig erhöhen und so die Inflation ausgleichen.

Die Pflegetagegeldversicherung wird in zwei Modellen angeboten, wobei der Versicherungsnehmer die Wahl zwischen statischen und flexiblen Tarifen hat.

Bei den statischen Tarifen wird das in Pflegestufe III gezahlte Pflegetagegeld individuell festgelegt. Für die beiden Pflegestufen I und II wird das Pflegetagegeld dann auf einen bestimmten Anteil. Meistens beträgt dieser ca. 30 Prozent der für Pflegestufe III festgesetzten Summe in Pflegestufe I und in Pflegestufe II ca. 60 Prozent.

Bei flexiblen Tarifen hat der Versicherungsnehmer die Möglichkeit, die Pflegetagesätze in den Pflegestufen I und II frei zu bestimmten, was natürlich den Vorteil hat, dass man sich für diese Pflegestufen ausreichend absichern kann.

Außerdem kann man bei einem flexiblen Tarif auch für die Pflegestufe 0  für den Fall einer Demenzerkrankung eine finanzielle Absicherung festlegen.

Versicherungsvergleich

Bei Interesse können Sie vorab online eine kostenlose und unverbindliche Anfrage zur Pflegeversicherung stellen und sich die verschiedenen Angebote in Ruhe anschauen, vergleichen und vielleicht dann entscheiden, was für Sie konkret in Frage kommt.

(Bildquelle Artikelanfang: © Kaarsten #41463120/Fotolia.com)

Wie Sie Widerspruch gegen Krankenkassen-Entscheidungen einlegen

Sie können gegen ablehnende Entscheidungen Ihrer Krankenkasse Widerspruch einlegen.

Falls Sie zum Beispiel die Kostenübernahme für eine bestimmte Leistung bei Ihrer Kasse beantragen und diese den Antrag ablehnt.

Weiterlesen

Krankenversicherung für Selbstständige

Wer sich gerade selbstständig macht, muss viele Entscheidungen treffen. Eine davon hat mit der Krankenversicherung zu tun. In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht – es geht also nicht ohne. Dabei besteht gerade für Selbstständige die Möglichkeit zu wählen, ob sie nun gesetzlich oder privat versichert sein möchten.

Bei der privaten Krankenversicherung gibt es für den Anfang sogenannte Basistarife. Oftmals ist es jedoch günstiger, sich zu Beginn der Selbstständigkeit freiwillig bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern, besonders dann, wenn auch Familienangehörige mitversichert werden sollen.

Gesetzlich oder privat?

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet einen umfassenden finanziellen Schutz im Falle von Krankheit, aber dennoch sind einige Dinge nur grundlegend versichert und von jedem Versicherten muss in manchen Fällen eine Zuzahlung geleistet werden. Das gilt beispielsweise für Brillen oder für Zahnersatz.

Zu Beginn der Selbstständigkeit ist natürlich abzuwägen, ob die gesetzliche oder die private Krankenversicherung gewählt werden sollte, denn wer einmal in der gesetzlichen Versicherung versichert ist, kann als Selbstständiger nicht mehr zurück. Außer er geht wieder ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis ein.

Wie ist das mit dem Krankengeld?

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Krankentagegeld – und zwar ab dem 43. Tag der Krankschreibung. Dies gilt auch für Selbstständige, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Voraussetzung dafür ist, dass der allgemeine Beitragssatz von derzeit 14,6 % gezahlt wird. Wer sich für den ermäßigten Beitrag entschieden hat, derzeit 14,0 %, erhält kein Krankengeld.

Als Selbstständiger bleibt hier natürlich immer noch eine Einkommenslücke, denn die gesetzliche Krankenversicherung zahlt erst ab dem 43. Tag der Krankschreibung. Wer noch am Anfang seiner Selbstständigkeit steht, kann dabei leicht in Bedrängnis kommen. Hier kann eine Krankentagegeldversicherung die finanzielle Lücke schließen.

Ein weiteres wichtiges Thema: Zahnersatz 

Die gesetzliche Krankenversicherung leistet im Falle von Zahnersatz wesentlich weniger als eine private Krankenversicherung. Insbesondere Zahnersatzbehandlungen werden nur begrenzt erstattet. Da bieten die privaten Krankenversicherungen, je nach gewähltem Tarif, schon einiges mehr. Wer gesetzlich versichert ist und regelmäßig zum Zahnarzt geht, bekommt eine etwas höhere Erstattung als Versicherte mit Lücken in den Vorsorgeuntersuchungen. Den Nachweis für die Zahnarztbesuche müssen die Versicherten mit ihrem Bonusheft erbringen.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse belaufen sich im Falle von Zahnersatz auf etwa 50% der Behandlungskosten für eine Standardbehandlung. Mit regelmäßig ausgefülltem Bonusheft erhöhen sich diese Leistungen etwas. Trotzdem entsteht eine Leistungslücke. Alle gesetzlich Versicherten müssen bei einer Zahnersatzbehandlung zum Teil recht tief in die eigene Tasche greifen und ordentliche Zuzahlungen leisten, insbesondere bei Spezialbehandlungen, wie teuren Implantaten.

Die private Zahnzusatzversicherung kann hier Abhilfe schaffen

Wer diese Leistungslücke schließen will, kann eine private Zahnzusatzversicherung abschließen. Das Angebot am Markt hierfür ist sehr groß und es kann unter verschiedenen Tarifen gewählt werden. Für alle möglichen Bereiche der Zahnbehandlung, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht oder nicht vollständig abgedeckt werden, wie beispielsweise Zahnprophylaxe, Kieferorthopädie, Zahnersatz oder auch bestimmte Zahnbehandlungen.

Dabei ist es natürlich nicht notwendig, dass jeder Versicherte alles gleichermaßen versichert. Hier kann jeder individuell entscheiden, welche Leistungen er eventuell brauchen wird. Damit einhergehend erhöhen oder verringern sich natürlich auch die Kosten für die Zahnzusatzversicherung.

Tarife variieren stark bei der Zahnzusatzversicherung

Je nach Anbieter und Tarif gibt es sehr unterschiedliche Versicherungsleistungen und natürlich entsprechende Beiträge. Beispielsweise gibt es Versicherer, die den Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung durch eine Verdopplung aufstocken. Bei den meisten Versicherern sind Wartezeiten zu beachten und bereits begonnene Zahnersatzbehandlungen sind von der Leistung ausgeschlossen. Auch beim Zahnersatz für bereits fehlende Zähne gibt es große Unterschiede. Meist ist der Ersatz ausgeschlossen, bei manchen kann er jedoch auch mitversichert werden.

Die meisten Versicherungen bieten ihre Leistungen nur im Zusammenhang mit medizinisch indizierten Behandlungen an – im Falle von Schönheitsoperationen zahlen die wenigsten Anbieter. Da die Tarife so stark variieren und der Überblick sehr leicht verloren geht, hilft es, sich auf einem entsprechenden Versicherungsvergleichsportal Zusatzversicherungen in der Übersicht anzuschauen.

Noch ein Tipp zum Schluss:

Natürlich ist es mit zunehmendem Alter immer wahrscheinlicher, dass man irgendwann Zahnersatz braucht. Auch gegen Unfälle ist niemand gefeit. Wer seine Zähne jedoch gründlich pflegt und regelmäßig zum Zahnarzt zu den Kontrolluntersuchungen geht, kann sehr viel dazu beitragen, dass er seine eigenen Zähne noch lange behält.

(Bildquelle Artikelanfang: © sudok1 #49976600/Fotolia.com)

Was ist eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung? Grundlegendes und Informationen

Mittlerweile ist es gerade unter Bloggern Trend, als digitale Nomaden zu leben, d. h. die Welt zu bereisen, eine Zeitlang an dem einen Ort zu verbringen, dann wieder weiterzuziehen und einen anderen Ort als Zuhause auf Zeit aufzusuchen. Denn online arbeiten kann man ja heutzutage fast überall.

Weiterlesen

Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung

Bei den privaten Krankenversicherung gibt es sogenannte Altersrückstellungen. Das sind Sparbeiträge für das Alter, denn meistens benötigt man als Krankenversicherter in den späteren Jahren seines Lebens deutlich mehr medizinische Leistungen als wenn man jung ist.

Und dafür werden dann diese Altersrückstellungen genutzt.

Damit privat Krankenversicherte im Alter nicht mit deutlich steigenden Versicherungsbeiträgen konfrontiert werden müssen, setzt man dieses System der Rückstellungen ein. Ein solches Rücklagesystem gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht, da hier das Solidarprinzip gilt, das besagt, dass sich die Mitglieder einer Solidargemeinschaft (hier die gesetzliche Krankenversicherung) im Krankheitsfall gegenseitige Unterstützung zusichern.

Neben den Rückstellungen gibt es bei den privaten Krankenversicherungen weitere Maßnahmen gegen Beitragssteigerungen bei langjährigen Versicherten:

  • Einmal wird seit dem 1.1.2000 bei Neuversicherten in der privaten Krankenversicherung (vom 21. bis zum 60. Lebensjahr einschließlich) ein Zuschlag von 10 Prozent auf den Beitrag erhoben, der den jeweiligen Altersrückstellungen des Versicherten zugeführt wird. Das heißt, dass junge PKV-Versicherte mehr zahlen müssen, als es ihr Krankheitsrisiko in jungen Jahren erfordert, um sich gegen die wahrscheinliche Krankheitsanfälligkeit im Alter finanziell abzusichern.
  • Außerdem werden die Zinserträge den Altersrückstellungen zugeführt.

Einsparungen im Alter

Der monatliche Versicherungsbeitrag reduziert sich ab dem 61. Lebensjahr um den zehnprozentigen Zuschlag. Wird der Versicherungsnehmer schließlich 65 Jahre alt, dann erfolgen weitere Einsparungen, denn in diesem Alter – dem regulären Renteneintrittsalter – entfallen in der Regel die Kosten für die Krankentagegeldversicherung.

Ab diesem Zeitpunkt werden auch die über viele Jahre angesparten Altersrückstellungen eingesetzt, damit der monatliche Versicherungsbeitrag stabil bleiben kann und die Versicherten nicht mit einer deutlichen Prämienerhöhung konfrontiert werden.

Wer lange in einer PKV versichert war, kann dann sogar im Alter mit Beitragssenkungen rechnen. Dafür müssen aber auch die marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen günstig sein.

Mitnahme der Altersrückstellungen bei Versicherungswechsel

Wer einen Versicherungsanbieter wechseln oder zumindest in einen anderen Tarif innerhalb der Versicherung will, der sollte sich auch erkundigen, wie es mit der Mitnahme der angesparten Rückstellungen aussieht.
Meist geht dies nur innerhalb der Versicherung, bei einem Anbieterwechsel lassen sich die Altersrückstellungen nicht mitnehmen oder nur teilweise.

Daher sollten sich wechselwillige Versicherungsnehmer genauestens informieren, wie hoch ihre Rückstellungen sind und welche Möglichkeiten sie statt eines Anbieterwechsels noch haben, um in einen günstigeren Versicherungstarif zu kommen (z. B. Wechsel in den Basistarif).

Wer schon lange bei einer privaten Krankenversicherungsgesellschaft Mitglied ist und über hohe Altersansparungen verfügt, sollte besser nicht den Anbieter wechseln. Sonst muss er einen zu hohen Rückstellungsverlust hinnehmen.

(Bildquelle Artikelanfang: #54042442 © drubig-photo/Fotolia.com)

Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung

Wer Mitglied in der privaten Krankenversicherung ist, kann von sogenannten Beitragsrückerstattungen profitieren.

Diese attraktive Versicherungsleistung können Privatversicherte dann in Anspruch nehmen, wenn sie über einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen, d. h. bei ihrer Versicherung keine Arztrechnungen oder sonstigen Belege für die Abrechnung eingereicht haben. Und der Tarif muss auch eine Beitragsrückerstattung vorsehen.

Sind u. a. diese beiden Voraussetzungen (weitere finden Sie unten im Artikel) erfüllt, kann der Versicherungsnehmer vom Versicherer einen bis mehrere Monatsbeiträge erstattet bekommen. Es gibt verschiedene Arten der Beitragsrückerstattungen. Nachfolgend finden Sie einen Überblick.

Möglichkeiten der Beitragsrückerstattung

Die Beitragsrückerstattung soll die Versicherten durch den finanziellen Anreiz zu einem kostenbewussten Verhalten hinführen – was Arztbesuche und Medikamentenkauf angeht. Sie wird besonders oft von Männern in Anspruch genommen. Man unterscheidet generell zwischen drei verschiedenen Möglichkeiten der Beitragsrückerstattung:

1. Die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung: Diese Rückzahlung ist vom Geschäftsergebnis des Versicherers abhängig und kann daher regelmäßig schwanken. Oft findet man eine Zahlungsgarantie von einem bis zwei Jahre im Voraus. Die Beitragsrückerstattung erfolgt als Barausschüttung an die Versicherungsnehmer, die über einen festgelegten Zeitraum keine Versicherungsleistungen in Anspruch genommen haben.

2. Die erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung: Diese wird vertraglich in den allgemeinen Versicherungsbedingungen festgelegt und hängt nicht vom Geschäftserfolg der Versicherungsgesellschaft ab.

3. Leistungsfreiheitsrabatt: Dabei handelt es sich um einen vertraglich vereinbarten erfolgsabhängigen Rabatt auf den Grundbeitrag für einen leistungsfreien Zeitraum. Die Auszahlung ergeht in den meisten Fällen zum 1. Juli des darauffolgenden Jahres. Als maximale Beitragssenkung werden in der Regel 50 Prozent festgelegt.

Hinweis: Von Versicherung zu Versicherung schwankt diese Leistung. Manche Gesellschaften legen den gesamten Monatsbeitrag als Basis fest, aber relativ häufig wird nur ein Tarifanteil für ambulante und/oder zahnmedizinische Leistungen als Grundlage festgesetzt. Auf Krankenhausaufenthalte, den gesetzlichen Zuschlag zur Altersvorsorge und Krankentagegeld werden kaum Beitragsrückerstattungen gezahlt. Ebenso wenig zahlt man Beitragsrückerstattungen bei den Standard- und Basistarifen der PKV.

Voraussetzungen für Beitragsrückerstattungen

Damit Versicherte in den Genuss von Beitragsrückerstattungen kommen können, müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Meist sehen diese so aus:

  • Der leistungsfreie Zeitraum muss gegeben sein, in dem man kaum oder keine Rechnungen einreicht, meist ist dieser Zeitraum das volle Kalenderjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember.
  • Man sollte einen vollen Versicherungsbeitrag zahlen, also keinen Anwartschaftsbeitrag beispielsweise.
  • Es sollte kein Beitragsrückstand bestehen.
  • Man sollte in einem Tarif, der eine Beitragsrückerstattung gewährt, schon mindestens ein Jahr versichert sein. Es ist dann aber auch eine anteilige Beitragsrückerstattung möglich, falls man noch nicht ein ganzes Jahr in einem solchen Tarif versichert ist.

Wer einen Anspruch auf eine Beitragsrückerstattung hat, sollte zuerst einmal über einen festgelegten Zeitraum – am besten ein Kalenderjahr – alle Arztrechnungen sammeln, die Beträge notieren und dann entscheiden, ob er die Rechnungen bei seiner Versicherung einreicht oder sie selbst bezahlt, um dann von der Beitragsrückerstattung zu profitieren.

Wer nur selten zum Arzt geht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gut daran tun, diese Rechnungen selbst zu bezahlen (vor allem auch dann, wenn diese nicht sehr hoch ausfallen), um schließlich eine Beitragsrückzahlung von einem oder bis zu sechs Monatsbeiträgen zu erhalten. Je länger der Versicherungsnehmer leistungsfrei bleibt, desto höher wird die Auszahlung sein.

Wer nicht auf bestimmte Vorsorgeuntersuchungen verzichten will, sollte sich vorher erkundigen, ob diese die Beitragsrückerstattungen negativ beeinflussen. Meist ist dies nicht der Fall.

Die Beitragsrückerstattung muss man in der Steuererklärung angeben. Sie verringert in dem Kalenderjahr, in dem man sie erhalten hat, die steuerlich abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen.

(Bildquelle Artikelanfang: © Ulf Gähme #26145755/Fotolia.com)

PKV-Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesellschaft zur Beitragssenkung

Wer als Selbständiger oder Freiberufler eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat, wird irgendwann mit regelmäßigen Beitragserhöhungen konfrontiert.

Falls Sie mit den steigenden Versicherungsausgaben nicht zufrieden sind, sollten Sie sich mit einem Tarifwechsel innerhalb der gleichen Versicherungsgesellschaft auseinandersetzen. Sie brauchen bei einem Wechsel in einen günstigeren Tarif nicht zu befürchten, mit schlechteren Versicherungsleistungen konfrontiert zu werden, auch wenn dies die gängige Ansicht unter den Versicherungsnehmern ist.

Beitragsanstieg durch “Vergreisung” der Alt-Tarife

Die Versicherungsbeiträge steigen aus mehreren Gründen: Einmal werden die Arzthonorare und die Behandlungen immer teurer, und der demografische Wandel trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei. Doch Sie sollten sich nicht einem stetigen Anstieg der Krankenversicherungsbeiträge aussetzen, ohne zu handeln, denn irgendwann können diese eine Höhe erreichen, dass Sie sie nicht mehr bezahlen können.

Dass die PKV-Beiträge in regelmäßigen Zeitabschnitten steigen, hat noch einen Grund, denn die einzelnen Tarife innerhalb einer Gesellschaft “vergreisen”, d. h. die Mitglieder eines Tarifes werden mit der Zeit natürlich älter, erkranken häufiger und nehmen somit häufiger entsprechende Versicherungsleistungen in Anspruch.

Irgendwann wird schließlich eine Grenze erreicht, wo für den Versicherungsanbieter in dieser Tarifgruppe die Ausgaben gegenüber den Einnahmen deutlich ansteigen. Neue junge Kunden steigen in diese unattraktiven Tarife kaum oder gar nicht mehr ein, sodass so ein Alt-Tarif irgendwann geschlossen wird. Für neue Versicherungsnehmer gibt es dann neue Tarife, die deutlich günstiger sind.

Wer also Geld sparen will, muss in einen solchen Neu-Tarif wechseln, wo das “Versicherungspublikum” über ein niedrigeres Durchschnittsalter verfügt und somit bei gleichen oder sogar besseren Versicherungsleistungen günstigere Versicherungsbeiträge zu zahlen sind.

Hohes Einsparpotenzial in Neu-Tarifen der PKV

Die Stiftung Warentest hat bei einer Untersuchung herausgefunden, dass das Einsparpotenzial bei einem Wechsel von einem alten in einen neuen Tarif bei bis zu 50 Prozent liegen kann. Durchschnittlich spart der Versicherungsnehmer monatlich ca. 200 Euro an Beitragskosten.

Es gibt mehrere Optionen, um den Versicherungsbeitrag seiner PKV zu senken, doch die meisten sind mit Leistungseinschnitten verbunden. Um in einen günstigeren Tarif zu wechseln bei gleichbleibenden Leistungen, sollte man eine Beitragsoptimierung anstreben.

Nach dem Paragraphen § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) verfügt jeder Privatversicherte über das Recht, aus dem bisherigen Tarif auszusteigen und in einen anderen zu wechseln, d. h. man kann sich einen neuen Versicherungstarif suchen, der günstiger ist und muss nicht dauerhaft in dem Eintrittstarif der PKV verbleiben.

Ein interner Tarifwechsel hat gegenüber einem Wechsel des Versicherungsanbieters einige Vorteile:

  • Sie müssen nicht kündigen.
  • Sie brauchen keine Fristen zu beachten.
  • Der interne Wechsel ist immer möglich, auch noch im Alter.
  • Sie brauchen keine erneute Gesundheitsprüfung durchführen zu lassen.
  • Sie nehmen die bisherigen Altersrückstellungen vollständig mit (bei einem Anbieterwechsel würden Sie diese verlieren).

Versicherungen stellen sich bei einem gewünschten Tarifwechsel oft quer

Einen Haken hat ein solcher Wechsel natürlich auch: Da die Versicherungsgesellschaften durch die Tarifwechsel weniger Geld einnehmen, sind diese Beitragsoptimierungen bei ihnen nicht beliebt, ganz im Gegenteil. So verweigern sich viele Gesellschaft der Optimierung, indem sie kaum Auskünfte über Wechselmöglichkeiten ihren Versicherten mitteilen oder auch Verzögerungstaktiken anwenden. Schließlich sind die Versicherungsgesellschaften auch nicht dazu verpflichtet, ihren Versicherten günstigere Tarife anzubieten oder sie darüber zu informieren, dass ein Wechsel in einen günstigeren Tarif möglich ist.

Es kann auch vorkommen, dass der Tarifwechsel nicht günstig ausfällt, weil man in einen schlechten Neu-Tarif eingestuft wird. Bei Anfragen wird auch oft fälschlicherweise behauptet, dass beim Tarifwechsel wieder eine Gesundheitsprüfung notwendig ist, dass keine Alternativtarife existieren oder dass ein Tarifwechsel mit Leistungseinbußen verbunden ist.

Daher sollte man sich  von einem externen zertifizierten Versicherungsberater informieren lassen, wie man einen Tarifwechsel in einen günstigeren Tarif anstreben kann.

Generell gilt:

Die Versicherung kann bei einem Tarifwechsel nur eine erneute Gesundheitsprüfung veranlassen, wenn in dem günstigeren Tarif mehr Versicherungsleistungen enthalten sind. Oder sie kann einen Risikozuschlag erheben. Wer keine erneute Gesundheitsprüfung durchführen will, kann auf die Mehrleistungen verzichten.

Wer eine Beitragsoptimierung erreichen will mittels Tarifwechsel, sollte auf die folgenden Punkte achten, die für einen internen Wechsel erfüllt werden sollten:

  • Man muss privat krankenversichert sein.
  • Der monatliche Beitrag sollte bei mindestens 350 Euro oder höher liegen.
  • Man sollte in diesem Tarif schon mehr als fünf Jahre sein.
  • Optimal ist eine geringe Selbstbeteiligung.
  • Auch für Rentner lohnt sich oftmals ein Tarifwechsel, denn diese Altersgruppe bezahlt meist zu viel.

Man kann auch noch im höheren Alter (über 55 Jahren und noch älter) einen Tarifwechsel vornehmen.

Es gibt allerdings Versicherungsunternehmen wie beispielsweise SDK und Debeka, die kaum Neutarife zur Verfügung haben. Daher ist es dort ungünstig, einen Wechsel durchzuführen. Als Alternative bleibt da nur der Wechsel des Versicherungsanbieters. Für Rentner lohnt sich dieser Schritt kaum mehr, da dadurch die angesparten Altersrückstellungen verloren gehen.

(Bildquelle oben: © SP-PIC #32774013/Fotolia.com)

Private Krankenversicherung für Selbständige – Testsieger

Regelmäßig führt die Stiftung Warentest Tests von privaten Krankenversicherungen durch. In diesem Jahr ist noch keiner erfolgt, dennoch sind die Ergebnisse der letzten Jahre als zuverlässiger Gradmesser immer noch zu gebrauchen.

Auch für Selbständige wurden zahlreiche Tarife der PKV getestet und besonders gute und leistungsstarke Angebote von verschiedenen Versicherungsunternehmen ermittelt.

Dabei wird zwischen empfehlenswerten Tarifen für selbständige Frauen und selbständige Männer unterschieden.

Folgende Bewertungen hat Stiftung Warentext beim letzten großen PKV-Test für die ersten zehn Plätze vergeben:

Testsieger PKV für selbstständige Frauen

  • 1: Huk-Coburg mit der Bewertung gut (2,0)
  • 2: Victoria mit der Bewertung gut (2,0)
  • 3: Alte Oldenburger mit der Bewertung gut (2,4)
  • 4: Hallesche mit der Bewertung gut (2,4)
  • 5: DBV-Winterthur mit der Bewertung gut (2,5)
  • 6: Süddeutsche mit der Bewertung gut (2,5)
  • 7: Concordia mit der Bewertung befriedigend (2,6)
  • 8: Hallesche mit der Bewertung befriedigend (2,6)
  • 9: Universa mit der Bewertung befriedigend (2,6)
  • 10: DEVK mit der Bewertung befriedigend (2,7)

Testsieger PKV für selbstständige Männer

  • 1: Hallesche mit der Bewertung sehr gut (1,4)
  • 2: Huk-Coburg mit der Bewertung gut (1,7)
  • 3: Hallesche mit der Bewertung gut (1,9)
  • 4: Deutscher Ring mit der Bewertung gut (2,1)
  • 5: Alte Oldenburger mit der Bewertung gut (2,2)
  • 6: LVM mit der Bewertung gut (2,4)
  • 7: Concordia mit der Bewertung gut (2,5)
  • 8: Deutscher Ring mit der Bewertung gut (2,5)
  • 9: Barmenia mit der Bewertung befriedigend (2,6)
  • 10: ARAG mit der Bewertung befriedigend (2,7)

Ergebnis

Für selbständige Frauen bietet die Huk-Coburg das beste Preis-Leistungsangebot und wurde mit 2,0 bewertet. Bei den selbständigen Männern gewinnt die Hallesche den Test, aber auch hier belegt die Huk-Coburg einen der vorderen Plätze und steht auf Position 2 mit der Bewertung 1,7.

Der Test von zahlreichen privaten Krankenversicherungen hat gezeigt, dass es unter den Versicherungsgesellschaften ein sehr großes Preisgefälle gibt. So lagen zwischen dem Testführenden und den Verlierern eine Preisdifferenz von fast 500 Euro.

Wer also eine private Krankenversicherung abschließen will, sollte vorab Preisvergleiche anstellen und seine gewünschten Versicherungsleistungen genau überlegen.

Im Online-Tarifrechner mit über 1000 Tarifen sind die besten und günstigsten privaten Krankenversicherungen erfasst, sodass Sie damit schon eine sehr gute Kostenübersicht für Ihre mögliche Krankenversicherung erhalten.

Ihre Online-Anfrage ist unverbindlich, Sie sind nicht verpflichtet, eine Versicherung abzuschließen, sondern können sich in einem späteren Telefongespräch zu den Angeboten der jeweiligen Versicherung beraten lassen.

(Bildquelle Artikelanfang: © Wolfgang-S #16176778/Fotolia.com)

Private Krankenversicherung – Umfassender Tarifrechner

Private Zusatzversicherungen – Teil 3: Auslandsreise-Krankenversicherung

Wer regelmäßig ins Ausland verreist, sollte auf alle Fälle eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen. Aber auch bei nur seltenen Auslandsreisen ist sie nützlich, denn passieren kann immer was.

Denn Ihre Krankenversicherung, vor allem wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, reicht im Ausland nicht aus. Und sollten Sie im Urlaub krank werden oder einen Unfall erleiden und müssen für eine medizinische Behandlung nach Deutschland zurückgeflogen werden, wird diese Aktion sehr teuer.

Gerade bei gesetzlich Krankenversicherten werden von den Kassen nur die Kosten für die Notfallbehandlungen vor Ort bezahlt, der Rücktransport nicht. Bei privat Krankenversicherten hängt dies von den Vertragsbedingungen ab, ob bei Vertragsabschluss festgelegt wurde, dass der Versicherungsschutz auch im Ausland greift und im Notfall ein Rückflug nach Deutschland gezahlt wird.

Die Kosten eines Ambulanzfluges mit medizinischer Begleitung hängen von der Entfernung nach Deutschland ab und können schnell 15.000 bis 20.000 Euro erreichen.

Bei Versicherungsabschluss auf die Bedingungen achten

Wenn Sie eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen, müssen Sie auf die Vertragsbedingungen achten, denn eine solche Versicherung garantiert nicht zwangsläufig den kostenlosen Rücktransport nach Deutschland.

Manche Versicherungsunternehmen übernehmen die Transportkosten nur, wenn der Rücktransport medizinisch notwendig ist. Andere garantieren die Kostenübernahme, falls die Behandlung länger als zwei Wochen in Anspruch nehmen wird.

Die für den Versicherungsnehmer beste Bedingung ist allerdings die, dass die Transportkosten von der Versicherung übernommen werden, wenn der Rücktransport als medizinisch sinnvoll und vertretbar zu bewerten ist. Außerdem sollte die letzte Entscheidung für den Rücktransport von den Ärzten und nicht von der Versicherungsgesellschaft getroffen werden.

Im Paket mit anderen Versicherungen oft zu teuer

Auslandsreise-Krankenversicherungen gibt es auch oft in Paketen mit anderen, oft unnötigen Versicherungen, wie einer Unfallversicherung für die Reise, einer Reisegepäckversicherung oder einer Reiserücktrittskosten-Versicherung. Letztgenannte ist noch als sinnvoll einzustufen, denn damit können Sie von teuren gebuchten Reisen problemlos zurücktreten, falls Sie die Reise aus irgendwelchen Gründen wie Krankheit nicht antreten können.

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist nicht sehr teuer, meist liegen die Jahresbeiträge um 10 Euro.

(Bildquelle Artikelanfang: © SP-PIC #38758578/Fotolia.com)

Ausführlicher PKV-Tarifvergleich online möglich

Wer als Selbständiger einen Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung plant, hat einiges an Informationsarbeit und Tarifvergleichen vor sich. Denn allzu schnell oder vor allem mit zu wenigen Vergleichsangeboten und ohne ein Gespräch mit einem unabhängigen Versicherungsexperten sollte man nicht den Krankenkassenwechsel von dem einen zum anderen Krankenversicherungssystem umsetzen.

Doch vor der konkreten Planung steht meist ein Einholen von verschiedenen Versicherungsangeboten und deren Tarifen.

Was brauchen Sie an Versicherungsleistungen und was weniger?

Da die PKV sich über Rücklagen finanzieren, gibt es hier andere Punkte, die Sie beachten sollten, um einen möglichst guten Tarif zu bekommen.

Einmal sollten Sie sich überlegen, wie viel finanzielle Eigenleistung Sie jährlich aufbringen können, um an den monatlichen Beitragszahlungen etwas einsparen zu können. Bedenken Sie auch, dass Sie bei der PKV zuerst in Vorleistung treten müssen, sprich die Arztrechnungen zuerst bezahlen, bevor die Kosten von Ihrer Krankenversicherung erstattet werden. Denken Sie auch daran, dass Sie älter werden und damit auch krankheitsanfälliger.

Ebenfalls ein wesentlicher Punkt: Die Versorgung im Krankenhaus, falls es dazu kommt. Wünschen Sie Chefarztbehandlung, ein Einbett- oder nur Mehrbettzimmer? Wie sollen die zahnärztlichen Leistungen aussehen? Brauchen Sie irgendwann einen Zahnersatz, der ja ziemlich teuer werden kann.

Und auch das Krankentagegeld sollten Sie als Selbständiger beachten, denn fallen Sie wegen Krankheit oder Unfall über längere Zeit beruflich aus, so sollten Sie doch Krankentagegeld erhalten, damit zumindest Ihre laufenden Kosten abgedeckt werden können. Dabei haben Sie die Entscheidungsmöglichkeit, wie hoch Ihr Krankentagegeld pro Tag ausfallen soll. Je höher, desto teurer wird auch die Versicherung sein.

Online-Tarifvergleiche zur PKV bieten sehr gute Informationsleistungen

Im Vorfeld Ihres geplanten Wechsels sind Online-Tarifvergleiche für PKV sehr praktisch und geben erste Einblicke in die zu erwartenden Versicherungsbeiträge.

Mittlerweile gibt es einen Online-Tarifvergleich, der über 1000 Tarife enthält und in Ihre Auswertung mit einbezieht. Sie erhalten zusätzlich eine individuelle Beratung und Vergleichsangebotserstellung, die letztendlich für Sie nicht bindend ist, d. h. Sie müssen keines dieser Angebote annehmen.

Und Sie bekommen ein PDF-Infoblatt mit allen wesentlichen Informationen und Tipps zur privaten Krankenversicherung.

Schon nach der ersten Eingabe Ihrer Daten in den Rechner erhalten Sie eine Anzahlübersicht von für Sie in Frage kommenden Tarifen und einen ersten Richtwert für Ihren zukünftigen monatlichen Krankenversicherungsbeitrag.

Mit dem Eintrag Ihrer persönlichen Daten können Sie Ihren Tarifvergleich noch genauer definieren und auch eine individuelle und unverbindliche Beratung anfordern.

Bei Beitragsdifferenzen von weit über hundert Euro und noch mehr innerhalb aller PKV-Anbieter sollte man sich die Tarife wirklich genau anschauen und dann auch auswerten lassen.

Sie können auch auf dieser Seite einen Tarifvergleich starten. Den ausführlichen Tarifrechner für private Krankenversicherungen finden Sie unter Private Krankenversicherung – Umfassender Tarifrechner.

(Bildquelle oben: © SP-PIC #32774013/Fotolia.com)

Starke Beitragserhöhungen bei dem Krankenversicherungs-Unternehmen Central

In einem der vorherigen Blogartikel wurde es ja schon erwähnt, dass im kommenden Jahr die PKV-Beiträge vieler Krankenversicherer deutlich ansteigen werden.

Nun meldet das Handelsblatt, dass Central, die Tochter der Generali in Deutschland, 2012 ihre Prämien um bis zu 40 Prozent anhebt. Denn die PKV hatte sich in der letzten Zeit mit billigen Einstiegstarifen verkalkuliert. Durchschnittlich steigen die Versicherungstarife für die Central-Kunden ab Januar 2012 um ungefähr 13 Prozent an.

Central ist einer der größten privaten Krankenversicherer Deutschlands, von den deutlichen Beitragsanhebungen wird mehr als eine halbe Million Versicherte betroffen sein. Manche Versichertengruppen müssen mit einer schmerzhaften Prämienerhöhung von 40 Prozent rechnen, viele haben einen Anstieg von 20 Prozent in Aussicht.

Diese konkreten Zahlen präsentierte das Handelsblatt in seiner Online-Version in einem Artikel Ende November.

Die Gründe für die starken Beitragserhöhungen waren nach Branchenkennern die sehr niedrig angesetzten Einstiegstarife von 150 Euro pro Monat für Neukunden, die damit auch in die Central gelockt wurden. Dieser günstige Tarif erwies sich aber wohl eher als großer Fehler als eine gelungene Wachstumsstrategie. Denn viele dieser günstig Versicherten kosteten die Versicherung mehr als erwartet, sei es weil sie sehr oft krank waren oder gar nicht erst ihre Versichertenbeiträge zahlten.

Diese Misskalkulation müssen nun die anderen Versicherten ausbaden. Wer wegen dieser deutlichen Mehrausgaben die PKV wechseln will, der sollte sich vorab über günstigere Versicherungen informieren und ausführlich Vergleiche anstellen.

» zum Vergleichsrechner  für private Krankenversicherungen

(Bildquelle oben: © SP-PIC #32774013/Fotolia.com)

Geschichtlicher Abriss: Seit wann gibt es in Deutschland die private Krankenversicherung?

In diesem Beitrag soll es mal nicht um aktuelle PKV-Meldungen gehen, sondern ein Blick in die Geschichte der privaten Krankenversicherung geworfen werden.

Denn für uns ist eine Krankenversicherung – auch die PKV- mittlerweise eine Selbstverständlichkeit im Versicherungsalltag geworden. Doch eine solche grundlegende Absicherung gab es nicht immer für die Bürger/innen.

Die Krankenversicherung der Moderne kam erst im 19. Jahrhundert auf, als Preußen in einer Gewerbeordnung zuließ, dass Krankenkassen für Fabrikarbeiter gegründet werden konnten.

Der Reichskanzler Bismarck führte 1883 eine Krankenversicherung für Arbeiter ein, deren Versicherungsträger dann Innungs-, Betriebs-, Knappschafts- und Ortskrankenkassen wurden. Nicht jeder der Bevölkerung konnte sich in diesen Krankenkassen versichern lassen und somit waren diese Menschen (dazu gehörten u. a. Lehrer, Beamte und Geistliche) gezwungen, eigene Versicherungseinrichtungen auf privatwirtschaftlicher Grundlage zu gründen. Dies war der Anfang der PKV.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurden die Weiterentwicklung und -verbreitung der privaten Krankenkassen zuerst einmal gestoppt. In den Jahren zuvor hatten schon einige Handwerkskammern private Krankenkassen gegründet.

Erst in den zwanziger Jahren ging die Entwicklung der PKV weiter, neue Versicherungsgesellschaften wurden gegründet, in denen vor allem Staatsbeamte eine Absicherung fanden.

In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam es zu einer umgreifenden Reform der Krankenversicherungssysteme: 1935 und 1937 wurden die Ersatzkassen zu Trägern der GKV umfunktioniert. Die gesetzlichen Krankenkassen nahmen damals nur einen fest umrissenen Personenkreis auf. Andere waren gezwungen, die GKV zu verlassen und in eine private Krankenversicherung einzutreten. Dadurch erhielten die PKV einen erneuten Aufschwung, der mit dem Zweiten Weltkrieg abrupt endete.

Nach 1945 wurde Deutschland in verschiedene Besatzungszonen unterteilt, die auch unterschiedliche Regelungen für Versicherungsgesellschaften ausarbeiteten. 1947 wurde in der britischen Besatzungszone der Verband für private Krankenversicherung gegründet. Ende der vierziger Jahre gab es dann einen Verband für das gesamte Deutschland.

Seitdem unterstehen die PKV der deutschen Gesetzgebung.

(Bildquelle oben: © SP-PIC #32774013/Fotolia.com)