Freiwillige Arbeitslosenversicherung: Angeblich Rauswurf nach Einstellung der Beitragszahlungen möglich

Freiwillige Arbeitslosenversicherung

Die Bundesagentur für Arbeit ermöglicht es Existenzgründern, sich als Selbständige freiwillig in der Arbeitslosenversicherung weiter zu versichern. Seit Anfang 2011 heißt diese Versicherung nun offiziell Antragspflichtversicherung. Da dieser Begriff noch etwas ungewohnt ist, werde ich die Bezeichnung „Arbeitslosenversicherung“ in diesem Artikel weiterhin verwenden.

Diese freiwillige Weiterversicherung bietet einem bei einem eventuellen Scheitern der selbständigen Tätigkeit eine kleine finanzielle Absicherung, denn man erwirbt Anspruch auf die Zahlung von ALGI. Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeld I richtet sich danach, wie lange Sie in den zwei Jahren vor Ihrer Arbeitslosigkeit in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

Allerdings müssen Sie bestimmte Bedingungen erfüllen, um sich in der Arbeitslosenversicherung weiter versichern zu können:

1. Selbständige müssen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens ein Jahr in einem Versicherungspflichtverhältnis nach dem SGB III (also beispielsweise als Arbeitnehmer, versicherungspflichtiger Krankengeldbezug oder versicherungspflichtige Erziehungszeiten) gestanden haben. Dabei ist es nicht notwendig, dass Sie durchgehend in diesem Versicherungspflichtverhältnis waren, es können auch verschiedene Versicherungszeiten zusammenaddiert werden. Auch Phasen der freiwilligen Weiterversicherung finden Berücksichtigung.

2. Sie müssen unmittelbar vor Aufnahme Ihrer selbständigen Tätigkeit eine Entgeltersatzleistung wie ALGI bezogen haben. Dabei spielt die Bezugsdauer keine Rolle.

Antragstellung

Sie stellen Ihren Antrag auf freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung bei der Arbeitsagentur in Ihrem Wohnort innerhalb der ersten drei Monate Ihrer Selbständigkeit. Die selbständige Tätigkeit muss mindestens 15 Stunden in der Woche einnehmen.

Monatliche Beitragshöhe der Arbeitslosenversicherung

Seit 2011 zahlen Sie als Selbständiger in Westdeutschland gut 38,33 € monatlich, Ostdeutsche gut 33,60 €. Diese Beiträge werden sich ab 2012 nochmals verdoppeln, sodass Selbständige im Westen gut 76 € zahlen, Selbständige im Osten Deutschlands fast 68 €.

Nachteil der Versicherung: Sie müssen mindestens fünf Jahre in dieser Versicherung bleiben und können dann mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist austreten.

Eintreten der Arbeitslosigkeit

Falls Sie sich bei Scheitern Ihrer Selbständigkeit wieder arbeitssuchend melden, können Sie die Leistungen der Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehmen, wenn die üblichen Voraussetzungen für den Bezug vorliegen. Sie dürfen bis zu 165 € zu Ihrem Arbeitslosengeld hinzuverdienen, was darüber liegt, wird vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Außerdem müssen Sie als ALGI-Bezieher wieder alle Möglichkeiten nutzen, um wieder Arbeit zu finden und auch jede zumutbare Tätigkeit annehmen, die Ihnen die Arbeitsagentur anbietet.

Die Höhe von ALGI richtet sich nach einem fiktiven Arbeitsentgelt und hängt auch von der Qualifikation des Arbeitssuchenden ab.

Außerdem können Sie auch Restansprüche geltend machen, falls seit der erstmaligen Entstehung dieses Anspruchs keine vier Jahre vergangen sind. Wenn Sie bei Eintritt in die Selbständigkeit noch Anspruch auf ALGI hatten, dann wird diese Zeit auf Ihren neu erworbenen Bezugsanspruch aufgerechnet.