Ab 2013 steigender Medizintourismus wahrscheinlich

Ab 2013 steigender Medizintourismus wahrscheinlich

Das Europa-Parlament in Straßburg hat nach Jahre dauernden Auseinandersetzungen ein Gesetz verabschiedet, das verbindlich festhält, dass ab 2013 die Krankenversicherungen Behandlungskosten im Ausland übernehmen, die auch in Deutschland anfallen würden.

Wenn die Krankenkassen einen solchen Antrag auf Bezahlung von ausländischen Behandlungskosten ablehnen, sind sie verpflichtet, eine genaue Begründung abzugeben.

Erleichterung einer medizinischen Behandlung im Ausland

Mit dieser neuen Gesetzverabschiedung wird deutschen Patienten eine medizinische Behandlung im Ausland  deutlich erleichtert, was mit Sicherheit auch zu einem ansteigenden Medizintourismus ab 2013 führen wird.

Der sogenannte Medizintourismus hat sich schon in den letzten Jahren entwickelt, weil die Deutschen sehr oft in den europäischen Nachbarstaaten Therapien oder Operationen wie Zahnersatz, Schönheitsoperationen oder Lasereingriffe durchführen lassen. Diese Behandlungen kosten im Ausland deutlich weniger als in Deutschland selbst.

Wenn Sie jetzt schon eine medizinische Behandlung im europäischen Ausland vorhaben, dann sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Benötigen Sie nach einer medizinischen Therapie oder OP eine Nachbehandlung oder Nachbesserung, dann muss diese meistens wieder bei dem gleichen Arzt im Ausland gemacht werden. Ein deutscher Arzt hat nur in einem Notfall eine Behandlungspflicht. Erkundigen Sie sich daher schon vorher, ob deutsche Ärzte eine Nachbesserung oder -behandlung von im Ausland durchgeführten Operationen und Therapien anbieten.
  • Wenn der ausländische Arzt einen Behandlungsfehler begeht, werden eventuelle Haftungsansprüche gegen den Arzt nach dem jeweiligen Landesrecht geltend gemacht. Wenn Sie keinen Prozess möchten, sollten Sie mit dem Arzt im Ausland eine sogenannte Garantievereinbarung abschließen.
  • Empfehlenswert ist auch, vor der OP die Klinik vor Ort zu besichtigen und sich genau den Service und die medizinische Ausrüstung und Ausstattung anzuschauen. Der Arzt sollte auch gut Ihre Sprache sprechen können oder Sie die seine, um Verständigungsprobleme auszuschließen.
  • Wenn Sie in der GKV versichert sind, dürfen Sie in einem anderen EU-Mitgliedsstaat eine medizinische Therapie durchführen lassen. Ihre Krankenversicherung ist aber nicht verpflichtet, die gesamten Kosten zu zahlen, wenn diese Therapie auch in Deutschland zu günstigeren Preisen hätte erfolgen können. Die Krankenkasse muss nur die Kosten übernehmen, die auch bei einer Therapie oder Behandlung in Deutschland angefallen wären.
  • Fragen Sie vor einer Auslandsbehandlung bei Ihrer Krankenkasse nach und lassen Sie sich diesbezüglich von ihr beraten, was Kostenerstattung und andere wichtige Punkte angeht.
  • Reichen Sie nach Ende der Behandlung im Ausland eine aufgeschlüsselte Rechnung in Deutsch bei der Krankenkasse ein. Der im Ausland behandelnde Arzt soll Ihnen diese erstellen.
  • Wenn Sie sich einen Zahnersatz im Ausland anfertigen lassen wollen, dann sollten Sie sich vorher einen Kostenplan bei einem deutschen Arzt erstellen lassen. Diese Kosten wird Ihre Krankenversicherung übernehmen. Auf der Grundlage dieses Kostenplans sollte der ausländische Arzt einen Kostenplan entlehnt an den deutschen Kostenplan aufstellen. Diesen Plan reichen Sie dann bei Ihrer Krankenversicherung ein, damit er genehmigt werden kann.
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