Beschwerde gegen Krankenkassen einreichen: Wichtige Beratungsstellen für Konfliktlösungen mit Ihrer Krankenkasse

Beschwerde gegen Krankenkassen einreichen: Wichtige Beratungsstellen für Konfliktlösungen mit Ihrer Krankenkasse

Gelegentlich kann es vorkommen, dass Sie bestimmte Leistungen von Ihrer Krankenkasse nicht oder nicht vollständig bezahlt bekommen. Häufige Beschwerdesituationen entstehen vor allem bei der Beantragung einer Kur, einer Haushaltshilfe oder bei Beantragung von Pflegegeld.

In solchen Situationen haben Sie verschiedene Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen. Einmal können Sie ein Widerspruchsverfahren in Gang setzen, indem Sie entweder persönlich bei Ihrer Krankenkasse erscheinen und dort erklären, dass Sie widersprechen wollen oder Sie setzen ein schriftliches Widerspruchsschreiben auf. Wie dies gestaltet wird und weitere Informationen zum Widerspruch gegen Ihre Krankenkasse finden Sie in diesem Artikel.

In bestimmten Situationen benötigen Sie weitere Informationen oder brauchen Beratung von Experten, je nachdem wie sich Ihre Ausgangslage gestaltet. Dafür gibt es in Deutschland verschiedene Beratungsstellen und Ansprechpartner, die Ihnen weiterhelfen können.

Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)

Anfang 2009 wurde eine kostenlose und unabhängige Beratungs-Hotline zu medizinischen Fragen in Deutschland ins Leben gerufen. Diese unabhängige Patientenberatung bietet bundesweit ratsuchenden Menschen Informationen zur Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen.

Geschulte Experten informieren per Telefon, online sowie vor Ort (21 Standorte deutschlandweit) über die Verordnung von Medikamenten und Hilfsmitteln, klären über Vor- und Nachteile individueller Gesundheitsleistungen (sogenannte IGeL-Leistungen) und über neue Regelungen der gesetzlichen Krankenkassen auf. Außerdem berät Sie die UPD über Patientenrechte, bei Konflikten mit Ärzten oder Kassen und über das weitere Vorgehen bei vermutlichen Behandlungsfehlern.

Die kostenlose Hotline lautet:

  • Telefon: 0800 0 11 77 22  (gebührenfrei im Festnetz*)
  • Telefon für Anrufe aus dem Mobilnetz: 030 34 04 84 48*
Lesen  Welchen Versicherungsschutz braucht man als Existenzgründer?

Montag bis Freitag: 10:00 bis 18:00 Uhr, Donnerstag: 10:00 bis 20:00 Uhr

*Die Kosten für Anrufe aus dem Mobilfunknetz werden von der UPD nicht übernommen.

Weitere Informationen zur UPD finden Sie auf deren Online-Portal www.patientenberatung.de.

Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit

Das Bürgertelefon des Bundesministerium für Gesundheit ist eine unabhängige Anlaufstelle für alle, die Fragen zum deutschen Gesundheitssystem haben.

Sie können sich über gesetzliche Grundlagen und Ansprüche informieren und auch Ihre konkreten Probleme mit Ihrer Krankenkasse bzw. mit Ihrem Arzt ansprechen. Ihr Ansprechpartner wird versuchen, Ihnen Adressen und weitere Kontakte für Ihren persönlichen Fall zu vermitteln.

Das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr zu erreichen.

  • Bürgertelefon zur Krankenversicherung: 030 / 340 60 66 01
  • Bürgertelefon zur Pflegeversicherung: 030 / 340 60 66 02
  • Bürgertelefon zur gesundheitlichen Prävention: 030 / 340 60 66 03

Zusätzlich bietet das Bundesministerium für Gesundheit einen Beratungsdienst für Gehörlose und Hörgeschädigte an.

  • Gebärden-Telefon: 030 / 340 60 66 08
  • Fax: 030 / 340 60 66 07
  • E-Mail: info.deaf@bmg.bund.de und info.gehoerlos@bmg.bund.de

Das Gebärdentelefon Video over IP können Sie über folgende Adresse erreichen: gebaerdentelefon.bmg@sip.bmg.buergerservice-bund.de.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung

Der Patientenbeauftragte vertritt auf Bundesebene  die Interessen aller Patientinnen und Patienten in Deutschland, sein Ziel ist es, dass Patienten und Patientinnen zum aktiven und gleichberechtigten Partner im Gesundheitswesen werden und stärker mitreden können.

Auf der Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit stehen dem Besucher zahlreiche Informationen über Patientenrechte und Broschüren zu den verschiedenen gesundheitlichen Themen wie Prävention, Pflege und Gesundheitsförderung zur Verfügung. Über das Online-Kontaktformular kann man sein Anliegen online versenden,  es gibt auch eine Telefonnummer für Anliegen bezüglich Patientenrechte: 030 / 18 441-3424.

Lesen  Wie sieht der Krankenkassen-Beitrag für selbständige Geringverdiener aus?

Aufsichtsbehörden der gesetzlichen Krankenkassen

Über die bundesunmittelbaren gesetzlichen Krankenversicherungen und deren jeweiligen Pflegekassen führt das Bundesversicherungsamt die Aufsicht. Als bundesunmittelbar gelten die gesetzlichen Krankenkassen, deren Tätigkeitsbereich in mehr als drei Bundesländer ausgeübt wird. Krankenkassen, bei denen das nicht der Fall ist (also weniger als drei Bundesländer), werden von den jeweiligen Ländern beaufsichtigt. Dazu gehören vor allem die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK).

Auch bei diesen hier aufgeführten Stellen können Sie sich über Beschwerdemöglichkeiten, was Ihre Krankenkasse angeht, informieren.

Kontaktdaten:

Bundesversicherungsamt
www.bva.de

Baden-Württemberg
Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg
www.sozialministerium-bw.de

Bayern
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
www.stmas.bayern.de
Berlin
Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
www.berlin.de/sen/guv/

Brandenburg
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie
www.masgf.brandenburg.de

Bremen
Der Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales
www.soziales.bremen.de

Hessen
Hessisches Sozialministerium
www.sozialministerium.hessen.de

Mecklenburg-Vorpommern
Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
www.sozial-mv.de/

Niedersachsen
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit
www.ms.niedersachsen.de

Nordrhein-Westfalen
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen
www.mags.nrw.de

Rheinland-Pfalz
Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz
msagd.rlp.de

Saarland
Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales
www.saarland.de

Sachsen
Sächsisches Staatsministerium für Soziales
www.sms.sachsen.de

Sachsen-Anhalt
Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt
www.ms.sachsen-anhalt.de

Schleswig-Holstein
Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
www.msgf.schleswig-holstein.de

Thüringen
Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit
www.thueringen.de

Patienten- und Selbsthilfeorganisationen

Patienten- und Selbsthilfeorganisationen nehmen eine bedeutende Rolle bei der Durchsetzung von Rechten behinderter und kranker Menschen ein. Bei diesen Organisationen handelt  es sich um politisch-fachliche Interessenvertretungen sowie um kompetente Ansprechpartner für Patienten und Patientinnen.

Da es zahlreiche Patienten- und Selbsthilfeorganisationen zu verschiedenen Krankheiten gibt, hilft bei der konkreten Suche besonders das Internet.

Lesen  Private Zusatzversicherungen - Teil 1: Zahnzusatzversicherung

Patienten- und Selbsthilfeorganisationen für Brustkrebs finden sich beispielsweise hier. Ein wichtiger Anlaufpunkt für Schmerzpatienten ist die Website der deutschen Schmerzliga. Und auch für das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) existiert eine Patientenorganisation mit dem Namen Fatigatio.

(Bildquelle Artikelanfang: © arthurdent #10046026/Fotolia.com)