Wichtiges zur Krankentagegeld-Versicherung

Wie finde ich als Selbständiger die passende gesetzliche Krankenversicherung

Als Selbständiger hat man die Option, entweder eine private Krankenversicherung abzuschließen oder weiterhin gesetzlich versichert zu sein. Letztere Möglichkeit kann in manchen Fällen die günstigere sein.

Doch wie finde ich als Selbständiger die passende gesetzliche Krankenversicherung für meine Ansprüche? In Deutschland gibt eine sehr große Zahl an gesetzlichen Krankenkassen – genau 131 (Stand: 1.7.2014) -, sodass man schnell den Überblick verliert.

Dominiert wird die Landschaft der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland von den großen wie der Barmer GEK (6,74 Millionen Mitglieder), der Techniker Krankenkasse (6,51 Millionen Mitglieder), DAK-Gesundheit (4,92 Millionen Mitglieder) und AOK Bayern (3,31 Millionen Mitglieder) (Angaben von Statista).

Doch es gibt auch kleine Krankenkassen wie beispielsweise die BKK Meuselwitz mit ca. 2000 Versicherten.

Einen Online-Tarifvergleich der deutschen gesetzlichen Krankenkassen finden Sie hier.

Wettbewerb der Krankenkassen über Sonderleistungen

Der Beitragssatz liegt bei allen gesetzlichen Krankenkassen bei 15,5 Prozent seit der Einführung des Gesundheitsfonds 2009, man unterscheidet sich hauptsächlich in den Extraleistungen wie Zuzahlungen zu Homöopathie-Behandlungen, Zahnzusatzleistungen wie professionelle Zahnreinigung oder Geldprämien.  Die Zahl der Extra-Leistungen liegt mitunter bei ca. 100 verschiedenen Zusatzangeboten. Auch hier muss man schon Zeit investieren, um die Extra-Leistungen verschiedener Krankenkassen ausführlich miteinander zu vergleichen.

Wer also auf solche Angebote für sich persönlich Wert legt wie die Kostenübernahme von Heilpraktiker-Behandlungen, Zuschuss für das Fitness-Studio, Impfungen oder die Bezahlung von Zahnreinigungen, der sollte auf solche Punkte bei seiner Suche nach der passenden gesetzlichen Krankenkasse achten.

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Hohe Überschüsse bei den meisten Krankenkassen

Da in den letzten Jahren die Arbeitslosigkeit in Deutschland spürbar zurückgegangen ist und die Wirtschaft auf Hochtouren läuft, haben viele Krankenkassen hohe Überschüsse erwirtschaftet. Einige Krankenkassen wollen diese Milliardensummen ansparen für schlechtere Zeiten – und die kommen auch wieder, ganz bestimmt – andere wollen, dass ihre Versicherungsmitglieder von den Milliardengewinnen profitieren und bieten interessante Zusatzleistungen bis hin zu Geldprämien an.

Die Auszahlung von Rücklagen an die Versicherten sollte allerdings nicht gleich in den Fokus für oder gegen eine Krankenkassenmitgliedschaft rücken. Doch ich finde, wichtiger sind Service und spezielle Extra-Leistungen der Kassen als eine Rückzahlung von gut 100 Euro im Jahr. Denn mit sinnvollen Vorsorgeuntersuchen und Zuschüssen für Fitnesskurse lassen sich schließlich weitere Kosten des Versicherungsnehmers sparen, denn wer fitter ist und mehr Sport treibt, kann sich vor Erkrankungen des Bewegungsapparates und teuren Behandlungen schützen – und das bis ins hohe Alter.

Dennoch ist die Geldprämie zu einem attraktiven Versicherungswechselgrund geworden: Die TKK hat dadurch weit mehr als Hunderttausend Versicherte hinzu gewonnen und so zur größten gesetzlichen Krankenkasse, der Barmer GEK, deutlich aufgeschlossen.

Was sollte für einen Versicherungsnehmer wichtig sein?

Das unterscheidet sich natürlich von Mensch zu Mensch, denn jeder hat andere Ansprüche und ein anderes Verständnis von Gesundheitsvorsorge. Auch im Laufe des Lebens werden sich diese Ansprüche verschieben. Doch folgende Punkte sind mit Sicherheit für viele von uns entscheidend bei der Wahl der Krankenkasse:

  • Im Ernstfall: Freie Wahl des Krankenhauses bei einer schweren Erkrankung
  • Umfassender Beratungsservice der Krankenkasse, schnelle Erreichbarkeit
  • Zuzahlung zu Sehhilfen
  • Für Vielreiser: Bezahlung aller wichtigen Schutzimpfungen
  • Für Eltern: Kostenübernahme von zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder
  • Für Senioren: Erweiterte Leistungen für Haushaltshilfen im Krankheitsfall
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Was die Marktführer der gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten auch weiterhin in Zeiten der Milliardenüberschüsse an Serviceverbesserungen anbieten wollen, sind vor allem Extra-Leistungen im Bereich alternative Medizin, eine höhere Filialdichte sowie Zusatzleistungen für die unterschiedlichen Bedürfnisse und Altersklassen der Versicherten.

Leistungskataloge vergleichen – Kleingedrucktes beachten

Die jeweiligen Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenkassen sind sehr umfassend. Man braucht schon eine Zeit, um alle Vorteile und Sonderprogramme zu erfassen. Außerdem sind nicht alle Leistungen automatisch für jeden Versicherten beanspruchbar, sondern oft werden sie nur angeboten, wenn man sich für bestimmte Programme anmeldet.

So bieten ein paar Krankenkassen die Kostenübernahme  für die professionelle Zahnreinigung an, jedoch nur bei Vertragsärzten. Und sind die sehr weit weg vom Wohnsitz des Versicherungsnehmers, sodass die Fahrtkosten dorthin die Kostenübernahme auffressen, lohnt sich diese Extra-Leistung nicht für jeden. Man sollte also schon genau darauf achten, wie sich diese Zusatzleistungen im Detail gestalten und wo eventuell die Haken sind.

  • Infobox: Meist gesuchte Extra-Leistungen der Internetnutzer

    Was ist für die meisten Suchenden an Boni oder Zusatzleistungen der gesetzlichen Krankenkassen relevant?

    Platz 1: Krankenversorgung im Ausland bzw. Rücktransport nach Hause

    Platz 2:  Professionelle Zahnreinigung

    Platz 3: Jährliche Zahnvorsorge

    Platz 4: Wahltarife – Beitragsrückerstattung

    Platz 5: Naturheilverfahren: Homöopathische Medizin

    (Quelle: GesetzlicheKrankenkassen.de)

Bei Unzufriedenheit Widerspruch oder Krankenkassenwechsel

Glauben Sie, Anspruch auf bestimmte Leistungen zu haben und die Krankenkasse verweigert diese, dann können Sie folgende Schritte einleiten:

Zuerst sollten Sie schriftlich Widerspruch innerhalb einer Frist von vier Wochen einlegen (Genaueres zum Widerspruch finden Sie hier), am besten beraten Sie sich mit dem Arzt, der ihnen die verweigerte Leistung verordnet hat. Hat diese Maßnahme keinen Erfolg, dann suchen Sie Hilfe bei einem Anwalt, der Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe oder bei der unabhängigen Patientenberatung UDP (www.patientenberatung.de). Die unabhängige Patientenberatung können Sie anrufen oder Sie suchen eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe auf.

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Sie können auch die Krankenkasse wechseln, mur müssen Sie zuvor mindestens 18 Monate Mitglied gewesen sein. Bevor Sie zu einer neuen Kasse wechseln, kündigen Sie bei Ihrer aktuellen und melden sich anschließend bei der neuen Krankenkasse an. Sollte der Wechsel nicht klappen, sind Sie immer noch über Ihre bisherige Krankenkasse versichert. Im Gegensatz zu den privaten Krankenversicherungen dürfen Sie von den gesetzlichen nicht wegen zu hohen Alters oder eines schlechten Gesundheitszustandes abgelehnt werden. Die Kassen sind verpflichtet, jeden aufzunehmen.

Sind für Sie attraktive Extra-Leistungen einer Krankenkasse Grund für den Wechsel, dann sollten Sie sich diese schriftlich bestätigen lassen, bevor Sie in diese Kasse wechseln. So können Sie sicher sein, dass auch noch nach dem Kassenwechsel diese Leistungen für Sie  bereit stehen.

(Bildquelle Artikelanfang: © Wolfgang-S #16176778/Fotolia.com)#