Wichtiges zur Krankentagegeld-Versicherung

Änderungen bei den Krankenkassen 2012

Am Ende eines jeden Jahres stellt sich für Versicherte die Frage, was ändert sich im nächsten Jahr bei den wichtigen Versicherungen, vor allem bei den Krankenversicherungen.

Schon längere Zeit sind bei den GKV Zusatzbeträge im Gespräch, doch so wie es aussieht, werden viele gesetzliche Krankenversicherungen darauf im nächsten Jahr verzichten. Zumindest vorerst einmal.

Auf der Website von Krankenkassen.de finden Sie eine Übersicht über alle GKV, die 2012 auf einen Zusatzbeitrag verzichten wollen.

Dennoch kann man als Versicherter davon ausgehen, dass die Krankenkassenbeiträge demnächst wieder steigen werden. Und auch die Zahnbehandlungen werden teurer (siehe weiter unten).

Änderungen bei den PKV 2012

Wer als Selbständiger sich für eine private Krankenversicherung entschieden hat, muss ebenfalls mit Beitragserhöhungen im nächsten Jahr rechnen. Denn einmal wurde ja vor einigen Wochen gemeldet, dass die Gebührenordnung der Zahnärzte überarbeitet wurde und deren Honorare im kommenden Jahr wohl deutlich steigen werden.

GKV-Versicherte müssen dann für bestimmte Leistungen wie Kronen, Zahnersatz usw. höhere private Zuzahlungen leisten und auch die privat Versicherten werden die Kostensteigerung spüren.

Außerdem wurde die Versicherungspflichtgrenze für Arbeitnehmer von 49.500 auf 50.850 Euro angehoben. Unter der Versicherungspflichtgrenze ist die Einnahmensgrenze zu verstehen, bis zu der eine Versicherungspflicht für Arbeitnehmer in der GKV besteht. Liegt ihr Jahresbruttoeinkommen über diesem Betrag, haben sie die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Diese Versicherungspflichtgrenze wird vom Gesetzgeber Jahr für Jahr neu festgelegt.

Da nun der Grenzbetrag um 1.350 Euro ansteigt, werden auch weniger Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, in die PKV zu wechseln, was viele private Krankenversicherungen dazu verleitet, die Versicherungsbeiträge anzuheben.

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Diese Beitragserhöhungen wirken sich natürlich auch auf die Tarife von Selbständigen aus. Normalerweise gilt ja für den Versicherungswechsel eine dreimonatige Kündigungsfrist vor dem Jahreswechsel, bei Erhöhungen entfällt diese aber.

Lohnt es sich zu wechseln?

Jedes Jahr die PKV zu wechseln, weil diese regelmäßig teurer wird, ist nicht sinnvoll. Denn man sollte bedenken, dass die privaten Krankenversicherungen für jeden Versicherten Altersrückstellungen ansparen. Denn schließlich ist man im fortgeschrittenen Alter krankheitsanfälliger und beansprucht deutlich häufiger Versicherungsleistungen, weil man mehr zum Arzt geht, Operationen hat usw.

Daher ist es wichtig, auf ein angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis zu achten und nicht gleich den supergünstigen, aber leistungsschwachen Einsteigertarif zu wählen. Das können und sollten nur ganz junge Versicherte tun.

Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2009 kann man als Versicherter die Altersrückstellungen zum Teil bei einem Wechsel der PKV mitnehmen. Man muss aber die Versicherung nach dem 1.1.2009 abgeschlossen haben, um diesen Vorteil nutzen können. Abschlüsse vor dem genannten Datum verlieren ihre Altersrückstellungen der vergangenen Jahre, was man schon als großen Nachteil bewerten kann. Aber auch die Abschlüsse nach dem 1.1.2009 müssen Verluste in den Altersrückstellungen hinnehmen, denn man kann nur einen bestimmten Anteil „rüberretten“. Auch aus diesem Grund ist ein regelmäßiger PKV-Wechsel nicht zu empfehlen.

PKV oder GKV für Gründer?

Wer jung und fit ist, der „fährt“ als Existenzgründer mit einer PKV mit Sicherheit nicht schlecht. Denn bei den GKV muss man ja als Selbständiger den kompletten Versicherungsbetrag, also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil, bezahlen, was nicht ohne ist und daher auch schnell über einem günstigen Einsteigertarif von PKV liegt.

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Dennoch sollte man nicht zu schnell wechseln, auch wenn die Kosten einem dazu verleiten. Ich habe schon einen Artikel verfasst, in dem ich über die Nachteile von PKV schreibe und dass eine Rückkehr zu den GKV kaum noch möglich ist.

Diese Entscheidung eines sogenannten Systemwechsel in der Krankenversicherung sollte man sich genauestens überlegen, sich zahlreiche PKV-Angebote einholen, Leistungen und Tarife vergleichen, wissen, was man selbst als zufriedenstellende Absicherung benötigt und erst dann eine Entscheidung fällen.

(Bildquelle Artikelanfang: © Wolfgang-S #16176778/Fotolia.com)