Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung

Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung

Bei den privaten Krankenversicherung gibt es sogenannte Altersrückstellungen. Das sind Sparbeiträge für das Alter, denn meistens benötigt man als Krankenversicherter in den späteren Jahren seines Lebens deutlich mehr medizinische Leistungen als wenn man jung ist.

Und dafür werden dann diese Altersrückstellungen genutzt.

Damit privat Krankenversicherte im Alter nicht mit deutlich steigenden Versicherungsbeiträgen konfrontiert werden müssen, setzt man dieses System der Rückstellungen ein. Ein solches Rücklagesystem gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht, da hier das Solidarprinzip gilt, das besagt, dass sich die Mitglieder einer Solidargemeinschaft (hier die gesetzliche Krankenversicherung) im Krankheitsfall gegenseitige Unterstützung zusichern.

Neben den Rückstellungen gibt es bei den privaten Krankenversicherungen weitere Maßnahmen gegen Beitragssteigerungen bei langjährigen Versicherten:

  • Einmal wird seit dem 1.1.2000 bei Neuversicherten in der privaten Krankenversicherung (vom 21. bis zum 60. Lebensjahr einschließlich) ein Zuschlag von 10 Prozent auf den Beitrag erhoben, der den jeweiligen Altersrückstellungen des Versicherten zugeführt wird. Das heißt, dass junge PKV-Versicherte mehr zahlen müssen, als es ihr Krankheitsrisiko in jungen Jahren erfordert, um sich gegen die wahrscheinliche Krankheitsanfälligkeit im Alter finanziell abzusichern.
  • Außerdem werden die Zinserträge den Altersrückstellungen zugeführt.

Einsparungen im Alter

Der monatliche Versicherungsbeitrag reduziert sich ab dem 61. Lebensjahr um den zehnprozentigen Zuschlag. Wird der Versicherungsnehmer schließlich 65 Jahre alt, dann erfolgen weitere Einsparungen, denn in diesem Alter – dem regulären Renteneintrittsalter – entfallen in der Regel die Kosten für die Krankentagegeldversicherung.

Ab diesem Zeitpunkt werden auch die über viele Jahre angesparten Altersrückstellungen eingesetzt, damit der monatliche Versicherungsbeitrag stabil bleiben kann und die Versicherten nicht mit einer deutlichen Prämienerhöhung konfrontiert werden.

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Wer lange in einer PKV versichert war, kann dann sogar im Alter mit Beitragssenkungen rechnen. Dafür müssen aber auch die marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen günstig sein.

Mitnahme der Altersrückstellungen bei Versicherungswechsel

Wer einen Versicherungsanbieter wechseln oder zumindest in einen anderen Tarif innerhalb der Versicherung will, der sollte sich auch erkundigen, wie es mit der Mitnahme der angesparten Rückstellungen aussieht.
Meist geht dies nur innerhalb der Versicherung, bei einem Anbieterwechsel lassen sich die Altersrückstellungen nicht mitnehmen oder nur teilweise.

Daher sollten sich wechselwillige Versicherungsnehmer genauestens informieren, wie hoch ihre Rückstellungen sind und welche Möglichkeiten sie statt eines Anbieterwechsels noch haben, um in einen günstigeren Versicherungstarif zu kommen (z. B. Wechsel in den Basistarif).

Wer schon lange bei einer privaten Krankenversicherungsgesellschaft Mitglied ist und über hohe Altersansparungen verfügt, sollte besser nicht den Anbieter wechseln. Sonst muss er einen zu hohen Rückstellungsverlust hinnehmen.

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