Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung

Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung

Wer Mitglied in der privaten Krankenversicherung ist, kann von sogenannten Beitragsrückerstattungen profitieren.

Diese attraktive Versicherungsleistung können Privatversicherte dann in Anspruch nehmen, wenn sie über einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen, d. h. bei ihrer Versicherung keine Arztrechnungen oder sonstigen Belege für die Abrechnung eingereicht haben. Und der Tarif muss auch eine Beitragsrückerstattung vorsehen.

Sind u. a. diese beiden Voraussetzungen (weitere finden Sie unten im Artikel) erfüllt, kann der Versicherungsnehmer vom Versicherer einen bis mehrere Monatsbeiträge erstattet bekommen. Es gibt verschiedene Arten der Beitragsrückerstattungen. Nachfolgend finden Sie einen Überblick.

Möglichkeiten der Beitragsrückerstattung

Die Beitragsrückerstattung soll die Versicherten durch den finanziellen Anreiz zu einem kostenbewussten Verhalten hinführen – was Arztbesuche und Medikamentenkauf angeht. Sie wird besonders oft von Männern in Anspruch genommen. Man unterscheidet generell zwischen drei verschiedenen Möglichkeiten der Beitragsrückerstattung:

1. Die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung: Diese Rückzahlung ist vom Geschäftsergebnis des Versicherers abhängig und kann daher regelmäßig schwanken. Oft findet man eine Zahlungsgarantie von einem bis zwei Jahre im Voraus. Die Beitragsrückerstattung erfolgt als Barausschüttung an die Versicherungsnehmer, die über einen festgelegten Zeitraum keine Versicherungsleistungen in Anspruch genommen haben.

2. Die erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung: Diese wird vertraglich in den allgemeinen Versicherungsbedingungen festgelegt und hängt nicht vom Geschäftserfolg der Versicherungsgesellschaft ab.

3. Leistungsfreiheitsrabatt: Dabei handelt es sich um einen vertraglich vereinbarten erfolgsabhängigen Rabatt auf den Grundbeitrag für einen leistungsfreien Zeitraum. Die Auszahlung ergeht in den meisten Fällen zum 1. Juli des darauffolgenden Jahres. Als maximale Beitragssenkung werden in der Regel 50 Prozent festgelegt.

Hinweis: Von Versicherung zu Versicherung schwankt diese Leistung. Manche Gesellschaften legen den gesamten Monatsbeitrag als Basis fest, aber relativ häufig wird nur ein Tarifanteil für ambulante und/oder zahnmedizinische Leistungen als Grundlage festgesetzt. Auf Krankenhausaufenthalte, den gesetzlichen Zuschlag zur Altersvorsorge und Krankentagegeld werden kaum Beitragsrückerstattungen gezahlt. Ebenso wenig zahlt man Beitragsrückerstattungen bei den Standard- und Basistarifen der PKV.

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Voraussetzungen für Beitragsrückerstattungen

Damit Versicherte in den Genuss von Beitragsrückerstattungen kommen können, müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Meist sehen diese so aus:

  • Der leistungsfreie Zeitraum muss gegeben sein, in dem man kaum oder keine Rechnungen einreicht, meist ist dieser Zeitraum das volle Kalenderjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember.
  • Man sollte einen vollen Versicherungsbeitrag zahlen, also keinen Anwartschaftsbeitrag beispielsweise.
  • Es sollte kein Beitragsrückstand bestehen.
  • Man sollte in einem Tarif, der eine Beitragsrückerstattung gewährt, schon mindestens ein Jahr versichert sein. Es ist dann aber auch eine anteilige Beitragsrückerstattung möglich, falls man noch nicht ein ganzes Jahr in einem solchen Tarif versichert ist.

Wer einen Anspruch auf eine Beitragsrückerstattung hat, sollte zuerst einmal über einen festgelegten Zeitraum – am besten ein Kalenderjahr – alle Arztrechnungen sammeln, die Beträge notieren und dann entscheiden, ob er die Rechnungen bei seiner Versicherung einreicht oder sie selbst bezahlt, um dann von der Beitragsrückerstattung zu profitieren.

Wer nur selten zum Arzt geht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gut daran tun, diese Rechnungen selbst zu bezahlen (vor allem auch dann, wenn diese nicht sehr hoch ausfallen), um schließlich eine Beitragsrückzahlung von einem oder bis zu sechs Monatsbeiträgen zu erhalten. Je länger der Versicherungsnehmer leistungsfrei bleibt, desto höher wird die Auszahlung sein.

Wer nicht auf bestimmte Vorsorgeuntersuchungen verzichten will, sollte sich vorher erkundigen, ob diese die Beitragsrückerstattungen negativ beeinflussen. Meist ist dies nicht der Fall.

Die Beitragsrückerstattung muss man in der Steuererklärung angeben. Sie verringert in dem Kalenderjahr, in dem man sie erhalten hat, die steuerlich abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen.

(Bildquelle Artikelanfang: © Ulf Gähme #26145755/Fotolia.com)

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