Krankenversicherung für Selbstständige

Krankenversicherung für Selbstständige

Wer sich gerade selbstständig macht, muss viele Entscheidungen treffen. Eine davon hat mit der Krankenversicherung zu tun. In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht – es geht also nicht ohne. Dabei besteht gerade für Selbstständige die Möglichkeit zu wählen, ob sie nun gesetzlich oder privat versichert sein möchten.

Bei der privaten Krankenversicherung gibt es für den Anfang sogenannte Basistarife. Oftmals ist es jedoch günstiger, sich zu Beginn der Selbstständigkeit freiwillig bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern, besonders dann, wenn auch Familienangehörige mitversichert werden sollen.

Gesetzlich oder privat?

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet einen umfassenden finanziellen Schutz im Falle von Krankheit, aber dennoch sind einige Dinge nur grundlegend versichert und von jedem Versicherten muss in manchen Fällen eine Zuzahlung geleistet werden. Das gilt beispielsweise für Brillen oder für Zahnersatz.

Zu Beginn der Selbstständigkeit ist natürlich abzuwägen, ob die gesetzliche oder die private Krankenversicherung gewählt werden sollte, denn wer einmal in der gesetzlichen Versicherung versichert ist, kann als Selbstständiger nicht mehr zurück. Außer er geht wieder ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis ein.

Wie ist das mit dem Krankengeld?

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Krankentagegeld – und zwar ab dem 43. Tag der Krankschreibung. Dies gilt auch für Selbstständige, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Voraussetzung dafür ist, dass der allgemeine Beitragssatz von derzeit 14,6 % gezahlt wird. Wer sich für den ermäßigten Beitrag entschieden hat, derzeit 14,0 %, erhält kein Krankengeld.

Als Selbstständiger bleibt hier natürlich immer noch eine Einkommenslücke, denn die gesetzliche Krankenversicherung zahlt erst ab dem 43. Tag der Krankschreibung. Wer noch am Anfang seiner Selbstständigkeit steht, kann dabei leicht in Bedrängnis kommen. Hier kann eine Krankentagegeldversicherung die finanzielle Lücke schließen.

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Ein weiteres wichtiges Thema: Zahnersatz 

Die gesetzliche Krankenversicherung leistet im Falle von Zahnersatz wesentlich weniger als eine private Krankenversicherung. Insbesondere Zahnersatzbehandlungen werden nur begrenzt erstattet. Da bieten die privaten Krankenversicherungen, je nach gewähltem Tarif, schon einiges mehr. Wer gesetzlich versichert ist und regelmäßig zum Zahnarzt geht, bekommt eine etwas höhere Erstattung als Versicherte mit Lücken in den Vorsorgeuntersuchungen. Den Nachweis für die Zahnarztbesuche müssen die Versicherten mit ihrem Bonusheft erbringen.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse belaufen sich im Falle von Zahnersatz auf etwa 50% der Behandlungskosten für eine Standardbehandlung. Mit regelmäßig ausgefülltem Bonusheft erhöhen sich diese Leistungen etwas. Trotzdem entsteht eine Leistungslücke. Alle gesetzlich Versicherten müssen bei einer Zahnersatzbehandlung zum Teil recht tief in die eigene Tasche greifen und ordentliche Zuzahlungen leisten, insbesondere bei Spezialbehandlungen, wie teuren Implantaten.

Die private Zahnzusatzversicherung kann hier Abhilfe schaffen

Wer diese Leistungslücke schließen will, kann eine private Zahnzusatzversicherung abschließen. Das Angebot am Markt hierfür ist sehr groß und es kann unter verschiedenen Tarifen gewählt werden. Für alle möglichen Bereiche der Zahnbehandlung, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht oder nicht vollständig abgedeckt werden, wie beispielsweise Zahnprophylaxe, Kieferorthopädie, Zahnersatz oder auch bestimmte Zahnbehandlungen.

Dabei ist es natürlich nicht notwendig, dass jeder Versicherte alles gleichermaßen versichert. Hier kann jeder individuell entscheiden, welche Leistungen er eventuell brauchen wird. Damit einhergehend erhöhen oder verringern sich natürlich auch die Kosten für die Zahnzusatzversicherung.

Tarife variieren stark bei der Zahnzusatzversicherung

Je nach Anbieter und Tarif gibt es sehr unterschiedliche Versicherungsleistungen und natürlich entsprechende Beiträge. Beispielsweise gibt es Versicherer, die den Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung durch eine Verdopplung aufstocken. Bei den meisten Versicherern sind Wartezeiten zu beachten und bereits begonnene Zahnersatzbehandlungen sind von der Leistung ausgeschlossen. Auch beim Zahnersatz für bereits fehlende Zähne gibt es große Unterschiede. Meist ist der Ersatz ausgeschlossen, bei manchen kann er jedoch auch mitversichert werden.

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Die meisten Versicherungen bieten ihre Leistungen nur im Zusammenhang mit medizinisch indizierten Behandlungen an – im Falle von Schönheitsoperationen zahlen die wenigsten Anbieter. Da die Tarife so stark variieren und der Überblick sehr leicht verloren geht, hilft es, sich auf einem entsprechenden Versicherungsvergleichsportal Zusatzversicherungen in der Übersicht anzuschauen.

Noch ein Tipp zum Schluss:

Natürlich ist es mit zunehmendem Alter immer wahrscheinlicher, dass man irgendwann Zahnersatz braucht. Auch gegen Unfälle ist niemand gefeit. Wer seine Zähne jedoch gründlich pflegt und regelmäßig zum Zahnarzt zu den Kontrolluntersuchungen geht, kann sehr viel dazu beitragen, dass er seine eigenen Zähne noch lange behält.

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