Wichtiges zur Krankentagegeld-Versicherung

Wie fallen die GKV-Beiträge für Selbständige aus?

Wer als Selbständiger weiterhin in der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwilliges Mitglied bleibt, der muss – je nach Einnahmenhöhe – mit deutlich ansteigenden Versicherungsbeiträgen rechnen. Doch wie gestalten sich diese Beitragssteigerungen?

Für Existenzgründer, die ihren Eintritt in die Selbständigkeit mit dem Gründungszuschuss über den Zeitraum von 15 Monaten finanzieren, zahlen einen Mindestbetrag, der im Augenblick bei gut 226 Euro monatlich liegt.

Hohe Belastung für gering verdienende Selbständige

Danach erfolgt eine neue Einstufung auf Grundlage der letzten Steuererklärung, wobei die Krankenkassen für die Ermittlung des neuen Versicherungsbetrages ein festgelegtes Mindestbruttoeinkommen von 1890 Euro definieren. Das heißt, auch wenn Sie Einnahmen unterhalb dieser Höhe erzielen, müssen Sie den Versicherungsbeitrag zahlen, der für Bruttoeinnahmen ab 1890 Euro monatlich festgelegt wurde.

Schon bei einem Bruttoeinkommen von 2000 Euro liegt der durchschnittliche Versicherungsbetrag bei den GKV für Selbständige um 300 Euro monatlich.

Bei 3000 Euro brutto steigt er wiederum deutlich an auf ungefähr 465 Euro monatlich. Die Beitragsbemessungsgrenze der GKV liegt bei 3.712,50 €, d. h. wenn Sie diese Brutto-Einnahmen im Monat überschreiten, werden Sie in eine einkommensunabhängige Beitragsklasse eingeordnet und müssen den festen Versicherungsbetrag von 575,44 € monatlich bezahlen. Mit der Pflegeversicherung steigt der Monatsbeitrag dann auf 694,25 €. Ab diesem Zeitpunkt also sollten Sie an einen Wechsel in eine PKV denken.

An dieser Beitragssteigerung lässt sich ableiten, dass gerade für die gering sowie mittelmäßig verdienenden Selbständigen die Krankenversicherung eine deutliche finanzielle Belastung darstellt. Vor allem, wenn Sie alleinstehend sind. Haben Sie eine Familie mit Kindern, dann relativiert sich der Beitrag, denn Familienmitglieder sind in der GKV kostenlos mitversichert.

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Wer vor dieser Belastung zurückschreckt, wird wahrscheinlich über einen Wechsel in die PKV nachdenken. Aber die niedrigen Einstiegstarife bei vielen privaten Versicherungsunternehmen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Laufe der Zeit auch hier die Beträge deutlich ansteigen werden. Daher sollte ein PKV-Wechsel nicht allzu spontan passieren, sondern gut überlegt sein. Aber auch bei den günstigen PKV müssen Sie schon am Anfang mit einem durchschnittlichen Versicherungsbeitrag von knapp 200 Euro monatlich rechnen. Allerdings hängt dieser auch von Ihrem Alter ab.

Deshalb sollten Sie sich mehrere Versicherungsangebote einholen und auch  mit einem unabhängigen Versicherungsvertreter ein Beratungsgespräch führen.

Sie können die Tarife der GKV in dem GKV-Vergleichsrechner gut selbst testen, mit ihren eigenen Angaben wie Geschlecht, Alter, Bundesland, Bruttoeinkommen, Ihrer jährlichen Anzahl an Arztbesuchen und Ihren gewünschten Leistungsansprüchen und kontrollieren, wie sich die Beiträge innerhalb der verschiedenen GKV unterscheiden. Meistens sind die Unterschiede nicht sehr groß.

Wenn man bedenkt, dass nur noch wenige Medikamente bezahlt werden und auch hier der Eigenanteil der Versicherten in den letzten Jahren immer größer wird, so sind die GKV wirklich nicht preiswert.

Ein niedrigerer Beitragssatz gerade bei gering Verdienenden wäre wünschenswert, wird aber wahrscheinlich niemals in die Realität umgesetzt, wenn man bedenkt, dass die GKV auf dem Solidarprinzip aufbauen und ohnehin einige GKV vor der Pleite stehen.

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