Pflegeversicherung für Selbständige

Wichtiges zur Pflegeversicherung

Knapp drei Millionen Deutsche erhalten Leistungen aus gesetzlichen Pflegeversicherung. Und in den nächsten Jahren wird diese Zahl weiter deutlich ansteigen.

Zwar will man sich als junger und vitaler Mensch mit diesem eher unangenehmen Thema „Pflegebedürftigkeit im Alter“ nicht gern beschäftigen, doch irgendwann kann es jeden treffen, wenn er das entsprechende Alter erreicht hat.

Außerdem kommen dazu regelmäßig Fragen von Betroffenen und Angehörigen auf, was die Leistungshöhe der Pflegeversicherung sowie den Anspruch auf die Leistungen angeht und wann Kinder für ihre Eltern zahlen müssen.

Hier finden Sie grundlegende Informationen zu diesen Fragen.

Welche Kosten bezahlt die Pflegeversicherung?

Immer noch wird ein Großteil der Pflegebedürftigen in ihren eigenen vier Wänden von Familienangehörigen gepflegt und betreut. Zusätzlich zu den Pflegekosten pro Monat oder der Kostenübernahme von gewerblichen Pflegediensten übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung auch die Kosten für eine behindertengerechte Umgestaltung einer Wohnung, den Kauf und Einbau eines Badewannen-Lifts usw. Sollte eine Pflegeperson mal krankheitsbedingt ausfallen oder eine Erholungszeit (Urlaub) brauchen, zahlt die Versicherung auch diese Kosten.

Wie werden die Pflegeleistungen beantragt?

Wer pflegebedürftig ist, der muss für mögliche Leistungen einen Antrag bei seiner Krankenkasse oder bei der privaten Krankenversicherung stellen. Schließlich wird ein Gutachter vorbeikommen und testen, welche alltäglichen Verrichtungen Sie noch selbst ausüben können, wie beispielsweise Essen kochen, sich waschen und rasieren, sich anziehen usw., und bei welchen Aufgaben Sie fremde Hilfe brauchen. Nach der Schwere Ihrer Hilfebedürftigkeit richtet sich dann die Pflegestufe, von der letztendlich die Höhe der Pflegeleistungen abhängt.

Die Pflegeversicherung ist in drei Stufen gegliedert, wobei die dritte Stufe die höchsten Leistungen zahlt.

Wann müssen Kinder für pflegebedürftige Eltern zahlen?

Gerade die professionelle Pflege in einem Senioren- oder Pflegeheim ist sehr teuer und kostet oft mehrere Tausend Euro im Monat. Zuerst werden für die Kostenbegleichung die Zahlungen aus der Pflegeversicherung, die Rente und das Vermögen der Eltern herangezogen. Reicht das alles nicht aus, um die Pflegekosten zu decken, übernimmt zuerst das Sozialamt den fehlenden Betrag.
Allerdings wird das Sozialamt versuchen, dieses Geld bei den nächsten Angehörigen, also den Kindern, zurückzuholen. Für den Selbsterhalt dürfen die Kinder nach der Düsseldorfer Tabelle 1.500 Euro in Anspruch nehmen, für den Ehepartner kommen weitere 1.200 Euro hinzu, in der Summe also 2.700 Euro. Der Rest (falls der noch vorhanden ist) muss dann für die Pflege der Eltern abgeführt werden.

Müssen auch Schwiegertöchter und -söhne für die Pflege zahlen?

Meistens nein, da sie nicht mit den Schwiegereltern verwandt sind. Dennoch gibt es Fälle, wo sie doch indirekt zahlen müssen: Wenn der Schwiegersohn etwa mehr verdient als seine Ehefrau und beide gemeinsam über ein Nettoeinkommen von mehr als 2.700 Euro pro Monat verfügen.

Das Sozialamt bewertet diese Situation so, dass der Ehemann den Großteil des Einkommens beisteuert, sodass die Ehefrau dadurch über einen größeren finanziellen Spielraum für die elterliche Pflege verfügt. So kann es auch dazu kommen, dass eine Tochter doch für den Unterhalt der Eltern einspringen muss, obwohl sie ein geringeres Nettoeinkommen als 1.500 Euro hat.

Mit privaten Pflegezusatzversicherungen sich rechtzeitig absichern

Wer im Alter nicht vom Sozialamt oder den eigenen Kindern finanziell abhängig werden möchte, kann sich rechtzeitig mit einer privaten Pflegezusatzversicherung absichern. Es gibt drei verschiedene Pflegeversicherungsarten, die noch näher erläutert werden: die Pflegetagegeldversicherung, die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, die in weiteren Artikeln genauer beleuchtet werden.

» zum Tarifrechner für die private Pflegeversicherung

» zum Anfrageformular für die private Pflegeversicherung

(Bildquelle Artikelanfang: #7127001 – © Lisa F. Young/Fotolia.com)