Pflegeversicherung für Selbständige

Wie sinnvoll ist eine Pflegekostenversicherung?

In einem der vergangenen Artikel habe ich die Pflegetagegeldversicherung näher erläutert.

Im Bereich der privaten Pflegezusatzversicherungen gibt neben dieser Versicherungsart noch zwei weitere Versicherungsvarianten, einmal die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung.

Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht die Pflegekostenversicherung. Die Pflegekostenversicherung zahlt im Gegensatz zur Pflegetagegeldversicherung nicht tageweise, sondern richtet sich an den tatsächlich anfallenden Pflegekosten aus.

Die Pflegekostenversicherung zahlt die noch bestehenden Kosten nach Abzug der Leistungen, die die gesetzliche Pflegeversicherung übernommen hat. Dabei können Sie sich entscheiden, ob die Pflegekostenversicherung diese anteilig oder zu hundert Prozent übernimmt.

Dafür müssen Sie alle Rechnungen, Belege und Nachweise der Versicherung zukommen lassen, um so Ihre Kosten korrekt beweisen zu können. Je nach Tarifumfang müssen manche Versicherungsnehmer Verpflegung und Unterkunft in einem Pflegeheim selbst bezahlen.

Häufige Leistungen der Pflegekostenversicherung

Im Idealfall übernimmt die Pflegekostenversicherung alle übrig bleibenden Kosten, die die gesetzliche Pflegeversicherung nicht mehr abdeckt. Dennoch beschränken einige Versicherungsunternehmen die Kostensumme auf eine jährliche Höchstgrenze. Was an Pflegekosten darüber liegt, muss der Versicherte selbst übernehmen.

Achten Sie darauf, dass folgende Leistungen sowie Konditionen in Ihrem Tarif enthalten sind:

  • Alle Pflegestufen sind mit eingeschlossen.
  • Die Versicherung sollte bei der Leistungsübernahme nicht zwischen privater und professioneller Pflege differenzieren.
  • Bei Steigerung der Pflegekosten sollte auch die Leistungsübernahme dementsprechend angepasst werden, ohne dass Sie einem wiederholten Gesundheitscheck zustimmen müssen.
  • Die Versicherung sollte die Kosten für behindertengerechten Umbau, Rollstuhl usw. übernehmen.
  • Werden Sie durch einen Unfall zum Pflegefall, sollte die Versicherung sofort leisten.
  • Ihre festgelegte Pflegestufe der gesetzlichen Pflegeversicherung sollte auch Ihre Pflegekostenversicherung übernehmen und Sie keinesfalls zurückstufen.
  • Der Versicherungsschutz sollte lebenslang gelten.

Warte- und Karenzzeiten in der Pflegekostenversicherung

Achten Sie auch auf bestimmte Leistungs-Ausschlusszeiten nach Vertragsabschluss. Einige Versicherungen legen eine Wartezeit fest, in der sie keine Leistungen aus Ihrer Pflegebedürftigkeit übernehmen. Sind Sie schon älter, kann das ein großer Nachteil für Sie sein, weil Sie dann trotz privater Pflegeversicherung selbst für teure Pflegeleistungen finanziell aufkommen müssen und dazu noch Versicherungsbeiträge zahlen – falls Sie während der Wartezeit pflegebedürftig werden.

Viele Pflegekostenversicherungen legen eine Wartezeit von drei Jahren fest. Manche verzichten aber auch darauf.

Auch ein Nachteil ist die sogenannte Karenzzeit. Denn tritt der Leistungsfall, also die Pflegebedürftigkeit ein, sehen einige Versicherungsunternehmen von der sofortigen Leistung ab und zahlen erst nach einer festgelegten Karenzzeit. Diese beträgt oft drei Monate. Sind Ihre finanziellen Reserven gering, ist dieser Punkt ein großer Nachteil für Sie.

Versuchen Sie daher eine Versicherungspolice ohne Warte- und Karenzzeit abzuschließen.

Kosten der Pflegekostenversicherung

Wie hoch der monatliche Beitrag für die Pflegekostenversicherung ausfällt, hängt natürlich von den zu übernehmenden Leistungen und dem  persönlichen Risiko, pflegebedürftig zu werden, ab.

Generell liegen die Beiträge über denen einer Pflegetagegeldversicherung. Und auch Frauen müssen wegen ihrer höheren Lebenserwartung mehr zahlen als Männer.

Wer als 40jähriger eine Pflegekostenversicherung abschließt mit Leistung der Pflegestufe I muss durchschnittlich 9 Euro pro Monat zahlen, eine 40jährige Frau ungefähr 20 Euro.

Eine Pflegekostenversicherung abzuschließen lohnt vor allem dann, wenn man im Alter mit hohen Pflegekosten rechnet und man professionelle Pflege in einem Senioren- oder Pflegeheim in Anspruch nehmen wird.

Sie können bequem einen Online-Tarifvergleich für die private Pflegeversicherung durchführen.

Sind Sie an einer persönlichen Beratung interessiert, fordern Sie einfach ein Angebot an.

Es besteht keine Verpflichtung, einen Versicherungsvertrag abzuschließen.

(Bildquelle Artikelanfang: #7127001 – © Lisa F. Young/Fotolia.com)