Tipps für das Beratungsgespräch für Ihre private Altersvorsorge

Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge für Selbständige

Wer selbständig tätig ist, ist bekannterweise nicht verpflichtet, Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, sondern kann (und sollte sich auch) privat absichern.

Es bieten sich für Selbständige verschiedene Möglichkeiten an, für die Zeit im Rentenalter vorzusorgen. Die wichtigsten finden Sie in diesem Beitrag erläutert.

1. Möglichkeit der privaten Altersvorsorge: Rürup Rente

Der Vorteil der Rürup-Rente, die vor allem für Selbständige ohne Versicherungspflicht konzipiert wurde, ist, dass sie bei Insolvenz, Arbeitslosigkeit und Hartz-IV-Bezug nicht gepfändet werden kann.

Wer auf Nummer sicher bei seiner Geldanlage gehen will, der sollte die klassische Rürup-Rente in Anspruch nehmen, während risikobereite Anleger auch eine fondsbasierte Variante wählen können. Hier sind die Renditeaussichten deutlich höher, aber auch die Risiken, das Geld wieder zu verlieren.

Die Rürup-Rente ist mit steuerlichen Vorteilen versehen, denn Selbständige können 78 Prozent vom Höchstbetrag von 20.000 Euro bei Ledigen und 40.000 Euro bei Verheirateten als Sonderausgaben steuerlich absetzen lassen. In den nächsten Jahren steigt der Prozentsatz um jeweils 2 Prozent, sodass im Jahr 2025 sogar 100 Prozent als Sonderausgaben abzugsfähig sind. Dagegen wird die Rürup-Rente im Jahr 2040 in der Auszahlungsphase voll versteuert.

Die Rürup-Rente hat auch Nachteile, denn sie ist personengebunden und kann nicht vererbt oder übertragen werden. Das heißt, wenn der Versicherte vor dem Auszahlungszeitpunkt (frühestens ab dem 62. Lebensjahr) verstirbt, ist das Geld verloren. Es sei denn, es wurde eine Beitragsrückgewähr vereinbart. Die wird steuerlich allerdings nicht gefördert.

2. Möglichkeit der privaten Altersvorsorge: Kapitallebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung ist eine immer noch beliebte Option, eine hohe Summe für das Alter über Jahre anzusparen, auch wenn die Rendite in den letzten Jahren gesunken ist.

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Die Versicherungsverträge sind flexibel gestaltbar, d. h. wenn man in eine finanzielle Notlage gerät, kann man Zahlungen reduzieren oder zeitweise unterbrechen. Eine vorzeitige Vertragskündigung in den ersten Jahren der Ansparphase bringt dagegen nur Verluste (wie u. a. Stornogebühren) für den Versicherungsnehmer, daher empfiehlt es sich, die Zahlungen komplett einzustellen, aber nicht den Vertrag aufzulösen. Wer aus dem Vertrag raus will, kann auch über einen Verkauf der Lebensversicherung nachdenken.

Da wir uns in einer Niedrigzinsphase befinden, wird das angesparte Kapital der Kapitallebensversicherung nur mit der garantierten Mindestverzinsung verzinst. Für konservative sicherheitsorientierte Sparer, die sich bei ihrer Absicherung fürs Alter um nichts weiter kümmern wollen, bleibt die Kapitallebensversicherung weiterhin eine interessante Option. Am Ende der festgelegten Vertragslaufzeit erhält man den angesparten Geldbetrag einschließlich der erzielten Überschüsse als Einmalzahlung.

Im Gegensatz zur Rürup-Rente, die im Jahr 2040 voll versteuert wird, müssen die Erträge der Kapitallebensversicherung nur zur Hälfte versteuert werden, wenn sie nach dem 62. Lebensjahr nach mindestens 12 Jahren Vertragslaufzeit ausgezahlt werden (ist für alle Verträge, die seit dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden).

3. Möglichkeit der privaten Altersvorsorge: Anschaffung von Wohneigentum

Eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus ist für viele Selbständige ebenfalls eine attraktive Möglichkeit der privaten Altersvorsorge, denn man kann im Alter mietfrei darin wohnen. Im Gegensatz zu Geldanlagen ist eigener Wohnraum vor Inflation geschützt.

Doch das eigene Heim hat nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile, die man in jungen Jahren häufig übersieht. Im fortgeschrittenen Alter hat man oft nicht mehr die Kraft, Haus und Garten – je nach Größe – instand zu halten und es fallen für Reparaturen und Modernisierung möglicherweise hohe Kosten an, die man anfangs gar nicht so geplant hatte. Oder es stehen teure altersgerechte Umbauten an, damit man in dem Haus bleiben kann.

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Diese Punkte sollte man beim Erwerb einer Immobilie – sei es ein Haus oder eine Eigentumswohnung – im Hinterkopf behalten.

Wer seine Familie im Falle seines eigenen Todes finanziell absichern will, sollte eine Risikolebensversicherung abschließen, die es den Hinterbliebenen ermöglicht, weiter in der Immobilie zu leben. Die Höhe der Versicherungssumme sollte das Fünf- bis Sechsfache des Jahresbruttos ausmachen, um seine Angehörigen ausreichend abzusichern.

4. Möglichkeit der privaten Altersvorsorge: Private Rentenversicherung

Die private Rentenversicherung ist so konzipiert wie eine Lebensversicherung. Man zahlt über viele Jahre regelmäßig Beiträge in diese Versicherung ein und hat bei Renteneintritt die Entscheidungsfreiheit, ob man eine einmalige Auszahlung oder eine lebenslange monatliche Rentenzahlung möchte.

Angehörige können durch eine Rentengarantiezeit abgesichert werden. Für risikobereite Versicherungsnehmer werden auf dem Versicherungsmarkt auch private Rentenversicherungen mit einer fondsgebundenen Variante angeboten, bei denen es kein garantiertes Fondsguthaben gibt. Hier sind die Risiken deutlich höher, durch starke Kursschwankungen am Aktienmarkt hohe Verluste zu erleiden. Andererseits kann man mit fondsgebundenen privaten Rentenversicherungen auch hohe Gewinne erzielen.

Die Versteuerung der Erträge aus einer privaten Rentenversicherung ist sehr niedrig, was auch als ein Pluspunkt dieser privaten Altersvorsorge bewertet werden kann.

Fazit:

Diese vier privaten Altersvorsorge-Modelle gehören zu den gängigsten und sichersten in Deutschland. Es bleibt einem selbst überlassen, für welche Möglichkeit man sich entscheidet, was auch davon abhängt, wie alt man ist und wie risikobereit in der Geldanlage.

Auf alle Fälle sollte man eine private Altersvorsorge nie übereilt und ohne intensive Expertenberatung abschließen. Denn nur in einem Gespräch mit einem unabhängigen Versicherungsfachmann kann man seine geplanten finanziellen Ansprüche fürs Alter klären, die anstehende finanzielle Belastung durch die Versicherungsbeiträge ausloten und andere Eventualitäten berücksichtigen.

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