Sofortrente

Wichtige Informationen zur Sofortrente

Die Sofortrente als Privatrenten-Modell ist in den vergangenen Jahren unter den Versicherten immer beliebter geworden. Mittlerweile machen diese Einmalzahlungen mehr als ein Viertel der gesamten Beitragseinnahmen der Lebensversicherer innerhalb Deutschlands aus.

Unter einer Sofortrente ist eine Privatrente zu verstehen, bei der der Kunde einen hohen Einmalbetrag an ein Versicherungsunternehmen zahlt und dafür dauerhaft und sofort eine monatliche Rente erhält. Die einzuzahlenden Einmalbeträge sollten mindestens eine Höhe von 50.000 Euro ausmachen, besser noch mehr – viele Versicherungsgesellschaften verlangen sogar 100.000 Euro.

Je höher der Einmalbetrag ausfällt und je älter der Kunde ist, desto höher fällt die monatliche Sofortrente aus.

Varianten der Sofortrente

Es gibt einmal die konstante, die teil- sowie die volldynamische Variante der Sofortrente. Bei der volldynamischen Form fällt in den ersten Jahren des Rentenbezugs der monatlich gezahlte Rentenbetrag etwas niedriger aus und steigert sich im Laufe der Zeit. Eine einmal erreichte Rentenhöhe darf vom Versicherungsunternehmen nicht mehr gekappt werden, sodass der Versicherte vor Kürzungen gesichert ist.  Mit der volldynamischen Sofortrente kann man durch die jährliche Steigerung auch die Inflation ausgleichen.

Die konstante Form dagegen zahlt dauerhaft den gleichen Rentenbeitrag pro Monat aus.

Versteuerung der Sofortrente

Hier hat die Sofortrente Pluspunkte gegenüber der Rürup-Rente. Denn während bei Rürup bis zu 100 Prozent der Rente versteuert werden müssen, wird bei der Sofortrente nur der sogenannte Ertragsanteil versteuert. Darunter ist ein fester Prozentsatz der bezogenen Rente zu verstehen, der sich nach dem Alter bei Renteneintritt richtet und sich während der gesamten Rentenbezugszeit nicht verändert.

Beispiel: Ein 65-jähriger Mann muss 18 Prozent Ertragsanteil zahlen, d. h. nur diese 18 Prozent werden als Einkünfte eingestuft und müssen in der Einkommensteuererklärung eingetragen werden. Erhält dieser Mann nun 500 Euro Sofortrente, dann sind davon 90 Euro (= 18 Prozent) zu versteuern. Bei einem Steuersatz von 25 Prozent würden 22,50 Euro Steuern anfallen.

Je jünger man bei Auszahlungsbeginn der Sofortrente ist, desto höher liegt der Ertragsanteil. Bei 59 Jahren ist dieser 23 Prozent hoch.

Absicherung der Familie

Stirbt man als Bezieher einer Sofortrente, wird in Standardfällen auch die Rentenzahlung eingestellt. Will man aber seine Familie im Falle seines Todes finanziell absichern, dann sollte man bei Vertragsabschluss eine Rentengarantiezeit vereinbaren. Stirbt der Versicherungsnehmer während des Sofortrentenbezugs, dann wird an die Hinterbliebenen, beispielsweise die Ehefrau, bis zum Ende der festgelegten Garantiezeit weiterhin die Sofortrente ausgezahlt. Die Versicherungsgesellschaften bieten meist Garantiezeiten von 5 bis 20 Jahren an. Je kürzer die Garantiezeit angesetzt ist, desto höher fällt die monatliche Rente aus.

Für wen ist die Sofortrente geeignet?

Ein Vorteil der Sofortrente ist, dass sie solange ausgezahlt wird, wie der Versicherungsnehmer lebt, auch wenn dann das eingezahlte Geld schon längst aufgebraucht ist.  Das heißt, man kann immer mit dem gleichen Geldbetrag planen, was eine gewisse Sicherheit verleiht.

Wer im fortgeschrittenen Alter noch Geld in die private Altersvorsorge investieren will, ist mit der Sofortrente ebenfalls gut aufgehoben. Oder wer zur gesetzlichen Rente ein zusätzliches fest einplanbares Einkommen benötigt wird.

Nachteile der Sofortrente

Doch die Sofortrente hat auch Nachteile. Denn sie fällt meist sehr gering aus, sodass man ein sehr hohes Alter erreichen muss, um den eingezahlten Einmalbetrag wieder heraus zu bekommen. Denn ein langes Leben ihrer Kunden ist für die Versicherungsunternehmen ein Langlebigkeitsrisiko, sodass sie auf die durchschnittliche Lebenserwartung von 85 Jahren eines Mannes noch 5 Jahre mehr anrechnen, also 90 Jahre. Und dieses Alter erreichen doch noch nicht allzu viele.

Das heißt konkret, der Anbieter einer Sofortrente erwartet von einem 65-jährigen Mann, dass er noch ca. 25 Jahre lebt, bei einer 65-jährigen Frau werden sogar 29 Jahre drauf gerechnet. Dementsprechend fallen dann auch die monatlichen Rentenzahlungen aus.

Beispiel: Wer mit 65 Jahren 50.000 Euro in eine Sofortrente zahlt, erhält durchschnittlich ca. 192,00 Euro Rente monatlich.

Will man dann noch eine Rentengarantiezeit für die Hinterbliebenen, sinkt der Monatsrentenbetrag noch weiter ab.

Ein weiterer Nachteil: Hat man den Vertrag unterschrieben, kann man diesen nicht mehr kündigen und über sein eingezahltes Geld frei entscheiden. Man bindet sich also lebenslang mit einer Sofortrenten-Police.

Darüber hinaus ist seit Anfang 2012 der Garantiezins von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent gesunken.

Um wirklich lohnenswerte Sofortrenten-Angebote zu finden, sollte man möglichst viele miteinander vergleichen.

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