Was ist bei leichtfertiger Steuerverkürzung zu beachten?

Was ist bei leichtfertiger Steuerverkürzung zu beachten?

Steuerhinterziehung, das damit verbundene Strafmaß sowie die Möglichkeit der Selbstanzeige sind seit dem Fall Uli Hoeneß in aller Munde. Und dieses Thema sollte auch vor allem für selbständig Tätige von großer Bedeutung sein, denn Steuerhinterziehung ist eine Straftat, die in besonders schweren Fällen mit mehrjähriger Freiheitsstrafe geahndet wird.

Das Delikt der Steuerhinterziehung fällt unter das Steuerstrafrecht, das in den letzten Jahren deutlich verschärft wurde. Die meisten Menschen denken, dass für Steuerhinterziehung aktives Handeln des Hinterziehenden notwendig ist, nämlich dass der Steuerpflichtige falsche oder unvollständige Angaben bezüglich seiner Einnahmen gegenüber den Finanzbehörden macht.

Was viele vielleicht nicht wissen: Auch durch Nichthandeln bzw. Unterlassen kann man sich der Steuerhinterziehung strafbar machen, indem man die Finanzbehörden einfach über bestimmte erzielte Einnahmen oder Kapitalerträge nicht informiert.

Leichtfertige Steuerverkürzung eine Ordnungswidrigkeit

Die Fälle von Steuerhinterziehung sind in ihrer Schwere nicht alle gleichzusetzen. Wer nicht vorsätzlich Steuern hinterzogen hat, sondern aus Nachlässigkeit oder Unachtsamkeit, fällt unter die Bewertung einer Ordnungswidrigkeit. Man nennt dies auch eine leichtfertige Steuerverkürzung.

Eine solche leichtfertige Steuerverkürzung kann beispielsweise sein, dass man als Selbständiger seine Unterlagen für die Umsatzsteuervoranmeldung nicht rechtzeitig beim Steuerberater abgibt, weil man es ganz einfach vergessen hat. Die Absicht der Steuerhinterziehung ist hier mit Sicherheit nicht zu erkennen.

Weitere Tatbestände der leichtfertigen Steuerverkürzung sind die Unterlassung der Verwendung von Steuerzeichen, um sich Steuervorteile zu verschaffen oder ein Konto unter falschem Namen einzurichten.

Dennoch kann eine leichtfertige Steuerverkürzung mit recht hohen Geldstrafen (bis zu 50.000 Euro) und weiteren unangenehmen Folgen bestraft werden.

Von solchen leichtfertigen Steuerverkürzungen sind besonders selbständig Tätige, Freiberufler und Existenzgründer “bedroht”. Daher ist es wichtig, sich alle Termine der Finanzbehörden zu notieren und auch einzuhalten. Die Verjährungsfrist für leichtfertige Steuerverkürzung liegt bei fünf Jahren.

Wer befürchtet, wegen einer begangenen leichtfertigen Steuerverkürzung (die noch nicht mindestens fünf Jahre zurückliegt) strafrechtlich belangt zu werden, kann sich um eine Berichtigung seiner Angaben bemühen, was dem Vorgang einer Selbstanzeige gleichkommt.

Es darf allerdings noch kein Bußgeld- oder Strafverfahren wegen dieser Ordnungswidrigkeit im Gange sein. Ist dies der Fall, entfällt die Möglichkeit der Selbstberichtigung oder -ergänzung seiner Angaben.

(Bildquelle Artikelanfang: © stockWERK#60449500/Fotolia.com)