Versicherungen beenden: Teil 1 – Regeln, Kündigungsfristen, Kündigungs-Sonderfälle

Versicherungen beenden

Es gibt verschiedene Gründe, eine Versicherung zu beenden bzw. zu kündigen. Sei es, dass Sie eine bestimmte Versicherung und deren Leistungen nicht mehr brauchen, ein günstigeres Versicherungsangebot entdeckt haben oder sich über eine Versicherungsgesellschaft geärgert haben.

Um bei einer Versicherungskündigung alles richtig zu machen, ist es wichtig, ein paar grundlegende Regeln einzuhalten:

  • Beachten Sie die Fristen. Falls Sie widerrufen, einen Widerspruch einlegen oder zurücktreten, dann reicht es aus, wenn Sie alles rechtzeitig versenden. Bei anderen Fällen müssen Sie den Eingang bei der Versicherungsgesellschaft beachten, was nicht unbedingt identisch mit dem Datum des Poststempels ist.
  • Ein Kündigungsschreiben verschicken Sie am besten per Einschreiben mit Rückschein. Dann haben Sie später ein Beweismittel in den Händen, wann Ihr Schreiben bei dem Versicherungsunternehmen eingegangen ist.
  • Sie sollten einen bestehenden Versicherungsvertrag erst dann kündigen, wenn Sie von der neuen Versicherungsgesellschaft eine Zusage vorliegen haben. Das ist wichtig gerade bei existenzsichernden Versicherungen wie Kranken-, Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Wohngebäudeversicherungen.

Kündigung von Versicherungsverträgen – Was ist zu beachten?

Verträge können meistens sowohl vom Versicherungsnehmer als auch vom Versicherungsunternehmen zum Ende des laufenden Versicherungsjahres gekündigt werden. Das Versicherungsjahr muss nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen. Das Anfangs- und das Ablaufdatum in der Versicherungspolice bestimmen das Versicherungsjahr. Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung dagegen endet das alte Versicherungsjahr  in der Regel zum 1. Januar.

Private Krankenversicherung: Hier kann zusätzlich vereinbart werden, dass in den ersten drei Jahren keine Kündigung seitens des Versicherungsnehmers möglich ist. Eine private Krankenvollversicherung kann vom jeweiligen Versicherungsunternehmen nicht ordentlich gekündigt werden. Dagegen können private Krankenzusatzversicherungen von der Versicherungsgesellschaft nur in den ersten drei Jahren gekündigt werden.

Die Kündigungsfrist einer Versicherung darf nicht weniger als einen Monat und nicht mehr als drei Monate betragen.

Bei folgenden Versicherungen müssen Sie meist eine dreimonatige Frist einhalten:

  • Wohngebäudeversicherung
  • Hausratversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Unfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Dagegen ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung grundsätzlich mit Frist von einem Monat kündbar. Verpassen Sie diese Frist, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr.

Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen: Diese Versicherungen haben einen festen Endtermin und brauchen daher nicht gekündigt zu werden. Falls Sie monatliche Raten in diese Versicherungen einbezahlen, kann meist innerhalb des laufenden Versicherungsjahres mit einer Monatsfrist der Vertrag gekündigt werden. Zahlen Sie einmal im Jahr einen Versicherungsbeitrag ein, dann ist die Kündigung oft ohne eine bestimmte Frist zum Ablauf des Versicherungsjahres möglich.

Ihren persönlichen Versicherungsbeginn finden Sie auf Ihrem Versicherungsschein. Die genauen Kündigungsfristen können Sie den Versicherungsbedingungen entnehmen.

Kündigungs-Sonderfälle von Versicherungen

Gesetzliche Krankenversicherung

Sie können Ihre Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung frühestens nach 18 Monaten oder nach einer Erhöhung des Beitragssatzes kündigen. Nach den 18 Monaten können Sie die Versicherung jederzeit zum Ende des übernächsten Monats wechseln.

Ihre alte Krankenversicherung muss Ihnen die Kündigung innerhalb von zwei Wochen nach ihrem Eingang bestätigen. Diese Bestätigung legen Sie bei der neuen Kasse vor. Die Kündigung wird erst wirksam, wenn die neue Krankenkasse Ihnen die Mitgliedsbescheinigung ausstellt.

Hinweis: Keine gesetzliche Krankenkasse darf Sie als Neumitglied ablehnen oder Risikozuschläge erheben, nur weil Sie älter sind oder unter Vorerkrankungen leiden.

Wohngebäudeversicherung

Falls Sie Ihre Wohngebäudeversicherung kündigen wollen, benötigen Sie eine schriftliche Erklärung Ihrer Kreditgläubiger, dass diese dem Versicherungswechsel zustimmen. Die Erklärung sollte mindestens vier Wochen vor dem Kündigungstermin der alten Versicherung vorliegen.

Darüber hinaus können öffentlich-rechtliche Versicherungsgesellschaften einen aktuellen Grundbuchauszug anfordern. Auch dieser Auszug muss einen Monat vor dem Kündigungstermin der alten Versicherung vorliegen. Aus diesem Auszug wird für die Versicherung ersichtlich, ob die Kreditgläubiger ihre Einverständniserklärung für den Versicherungswechsel gegeben haben.

Wenn Sie wirklich Ihre Wohngebäudeversicherung kündigen und zu einer neuen wechseln wollen, dann kündigen Sie diese Versicherung erst dann, wenn Sie ein anderes Versicherungsangebot konkret vorliegen haben.

(Bildquelle Artikelanfang: © arthurdent #10046026/Fotolia.com)

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