Beiträge

IT-Haftpflicht-Versicherung: Pflichtversicherung für Existenzgründer in der IT-Branche

In den vergangenen Jahren sind vor allem in der IT-Branche sehr viele Unternehmensgründungen entstanden. Was die Gründer oft nicht wissen: Das Haftungsrisiko in dieser Berufssparte ist oft sehr hoch. Einzelunternehmen müssen bei Haftungsansprüche mit ihrem Privatvermögen haften, was letztendlich die eigene Existenz gefährden kann.

Wie hoch die einzelnen Ansprüche ausfallen können, kann pauschal nicht festgelegt werden, es hängt immer von der Größe des ausgeführten Projekts und den für den Auftraggeber entstandenen Schaden ab.

Checkliste: Was  gute IT-Haftpflichtversicherungen aufweisen

Eine gute bzw. optimale IT-Haftpflichtversicherung muss bestimmte Punkte erfüllen, damit IT-Unternehmen – ob groß oder klein – gegen mögliche Schadensansprüche von Auftraggebern abgesichert sind und nicht vor dem finanziellen Aus stehen.

Zu diesen Punkten gehören:

All-Gefahrendeckung: Damit werden alle für den EDV- wie IT-Bereich üblichen Leistungen abgedeckt. Eingeschlossen in der All-Gefahrendeckung sind nicht nur Programmierfehler in der Softwareentwicklung oder das Infizieren von Rechnern mit Viren, sondern auch Rechtsverletzungen wie Verstöße gegen das Namen-, Marken- oder Persönlichkeitsrecht.

Offene Deckung: Wenn ein IT-Unternehmen beispielsweise sein Leistungsangebot vergrößert, werden die neu hinzugekommenen Angebote über die abgeschlossene IT-Haftpflichtversicherung automatisch mitversichert.

Eigenschadenversicherung: Auch Mitarbeiter können durch Unterschlagung, Betrug oder Untreue das Unternehmen stark schädigen. Solche Schäden sollten von der IT-Haftpflichtversicherung abgedeckt werden.

Pauschale Deckungssummen: Legen Sie pauschale Deckungssummen von Sach- bzw. Vermögensschäden fest.

Geltung der Versicherung: Da IT-Experten oft überregional tätig sind, sollte die IT-Haftpflichtversicherung einen weltweiten Schutz bieten.

Versicherung freier Mitarbeiter: Freie Mitarbeiter oder Subunternehmer sollten über die IT-Haftpflicht mitversichert sein.

Versicherungsumfang: Leistungsausschlüsse wie nicht reproduzierbare Fehler, Schäden durch unterlassene Software-Wartung usw. sollten Sie im Vertragswerk vermeiden.

Selbstbeteiligung: Legen Sie einen festen Selbstbehalt-Betrag fest, keinen prozentualen. So können Sie genau kalkulieren, was Sie bei einem Selbstbehalt zahlen müssen (meist im Rahmen von 250 bis 1.200 Euro). Auch einen zeitlichen Selbstbehalt bei Betriebsunterbrechung sollte man nicht wählen, denn das kann bei 48 Stunden Betriebsausfall und mehr sehr teuer werden.

Vertragslaufzeit: Wählen Sie als Vertragslaufzeit ein Jahr, um flexibel auf Marktveränderungen reagieren zu können.

Wer sich diese Punkte durchliest, befürchtet, dass die IT-Haftpflicht sehr teuer wird. Doch mit 660 Euro netto im Jahr haben viele kleine Startups oft schon einen sehr guten Versicherungsschutz. In so einem Tarif liegt der Selbstbehalt bei Personen- und Sachschäden bei 250 Euro, bei Vermögensschäden bei 1.200 Euro, die Deckungssumme bei Vermögensschäden bei 1.000 000 Euro.

(Bildquelle Artikelanfang: © SP-PIC #38758578/Fotolia.com)

Wichtiges zur IT-Haftpflichtversicherung

Falls Sie in der IT-Branche u. a. als Freiberufler oder Webdesigner tätig sind, unterliegen Sie einem großen Haftungsrisiko. Die Höhe Ihrer Haftungsverpflichtungen und die Grenze der Zahlungen können Sie nicht von sich aus festlegen.

Daher ist eine IT-Haftpflichtversicherung notwendig, wenn Sie unberechtigte Schadensansprüche abwenden und bei berechtigten Schadensansprüchen nicht in eine finanzielle Notlage geraten wollen.

Beispiele für Schadensfälle aus der IT-Branche gibt es in der Praxis genügend. Ich will mich hier auf zwei Aufführungen beschränken.

Beispiel Nr. 1: Eine IT-Firma erstellt ein umfassendes Datenprogramm für ein Versicherungsunternehmen. Ein Mitarbeiter der IT-Firma schleust beim Einloggen in das System beim Kunden über sein Laptop einen Virus in das Programm ein, sodass es zu erheblichen Störungen in dem Programm und im Netzwerk kommt. Diese Software-Ausfälle verursachen beim Versicherungsunternehmen einen Verdienstverlust von über 100.000 Euro.

Beispiel Nr. 2: Eine IT-Firma verursacht durch ein fehlerhaftes Daten-Backup bei einem Kunden einen riesigen Datenschaden. Alle wichtigen Daten der firmeneigenen Datenbank wie Buchhaltungsdaten und Archiv werden gelöscht. Auch hier beläuft sich der ausgelöste Schaden auf weit über 150.000 Euro.

Gegen solche  – in den obigen Fällen – berechtigte Schadensansprüche können Sie sich mit einer IT- Haftpflichtversicherung absichern, sodass diese für den finanziellen Verlust bzw. Schaden des Betroffenen einsteht. Generell prüft eine IT-Haftpflichtversicherung, ob die erhobenen Schadensansprüche Dritter berechtigt sind, übernimmt die Kosten berechtigter Ansprüche und wehrt unberechtigte Ansprüche Dritter ab, wobei auch Anwalts- und Gerichtsprozesskosten übernommen werden.

Außerdem schützt eine IT-Haftpflichtversicherung Ihr Privat- und Firmenvermögen.

Welche IT-Tätigkeiten werden von der IT-Haftpflichtversicherung abgedeckt?

Eine IT-Haftpflichtversicherung ist sinnvoll für Unternehmen im IT- und Telekommunikationsbereich, für Webdesigner, für Webhosting-Services, für Unternehmen, die in der IT-Beratung, -Schulung sowie -Organisation oder in der Netzwerkplanung, -installation und dem -management tätig sind (SAP-Consultants beispielsweise), für Händler von Hardware als auch für Software produzierende Unternehmen (Programmierer und Entwickler).

Vor allem wenn Sie High-End-Kunden mit hohen Jahresumsätzen haben, die es sich leisten können, bei IT-Schäden – ausgelöst durch Ihr Unternehmen – vor Gericht zu ziehen und entsprechende Schadensanforderungen zu stellen, ist es wichtig, über eine IT-Haftpflicht abgesichert zu sein. Denn IT-Ausfälle und -Schäden bedeuten in großen Betrieben immer auch Umsatz- und Gewinneinbußen in sechs- oder siebenstelligen Beträgen.

Wer als kleiner IT-Dienstleister hauptsächlich Privatkunden betreut, ist von solchen Schadensmaßen nicht in dem beeindruckenden Umfang  betroffen. Dennoch kann es auch hier zu gerichtlichen Auseinandersetzungen und Schadensforderungen kommen.

IT-Haftpflichtversicherung online abschließen

Wer an einer IT-Haftpflichtversicherung interessiert ist, findet auf dem Versicherungsportal für IT-Dienstleister und -Experten exali weitere Informationen zur IT-Haftpflicht und auch die Möglichkeit, einen Online-Antrag zu stellen.

Der Startup-Tarif mit Grund-Deckung für Unternehmen, die weniger als 100.000 Euro Umsatz im Jahr erzielen, liegt bei einem Jahresnettobetrag von 620 Euro. Bei höheren Deckungssummen steigt der Jahresbeitrag dementsprechend an. Die Grund-Deckung im Startup-Tarif beläuft sich auf bis zu 500.000 Euro bei Sachschäden und bis zu 2.500.000 Euro bei Personenschäden. Die Selbstbeteiligung (nur bei Sachschäden) liegt bei 500 Euro.

Bei Fragen kann man sich auch telefonisch an das Versicherungsunternehmen wenden, gemeinsam den Antrag durchgehen und bestehende Fragen klären.

(Bildquelle Artikelanfang: © SP-PIC #38758578/Fotolia.com)