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Private Pflegeversicherung – Pflegetagegeldversicherung mit der Pflege Bahr bezuschussen

Die Pflegesituation wird sich in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland weiter zuspitzen, denn es werden im Jahr 2020 ungefähr 2,7 Millionen Menschen pflegebedürftig sein. Da die Pflegekosten dadurch stark zunehmen, sollte man sich schon in jungen Jahren oder spätestens im mittleren Alter von 40 bis 45 Jahren Gedanken machen, wie man seine mögliche Pflegebedürftigkeit finanzieren will.

Die Aufgabe einer Pflegeversicherung ist es, die Lücke zwischen der höchsten Pflegestufe III der gesetzlichen Pflegeversicherung und den Kosten des Pflegeheims zu schließen. Diese kann man ungefähr mit 1.500 Euro veranschlagen, wenn man für Pflegestufe III 1.500 Euro erhält und der Pflegeplatz 3.000 Euro kostet.

Wer diese Lücke nicht mit seiner Rente oder seinem Vermögen schließen kann, sollte über eine private Pflegezusatzversicherung nachdenken.

Verschiedene Versicherungsvarianten: Pflegekosten-, Pflegerenten- und Pflegetagegeldversicherung

Es gibt drei verschiedene Versicherungsvarianten in der privaten Pflegeversicherung, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Einen Überblick über die Tarife und Leistungen dieser Varianten finden Sie hier.

Um den Versicherungsnehmer zu entlasten, wurde am 1. Januar 2013 die sogenannte Pflege Bahr Versicherung in der privaten Pflegeversicherung eingeführt. Dabei handelt es sich um eine staatliche Förderung, die die gesetzlichen Krankenversicherten dazu animieren soll, eine private Pflegeversicherung abzuschließen, die dann vom Staat bezuschusst wird.

Das Modell der Pflege Bahr Versicherung gestaltet sich folgendermaßen:

Der Versicherungsnehmer erhält maximal 60 Euro Zuschuss pro Jahr, wenn er selbst mindestens 120 Euro jährlich in die private Pflegeversicherung einzahlt.

Um diesen staatlichen Zuschuss in Anspruch nehmen zu können, müssen einige Auflagen erfüllt werden, die in folgendem Artikel näher erläutert werden.

Eine davon ist die, dass die abgeschlossene private Pflegeversicherung eine Pflegetagegeldversicherung sein muss, Pflegekosten- und Pflegerentenversicherungen werden nicht vom Staat unterstützt.

Ein großer Vorteil der Pflege Bahr Versicherung ist, dass Versicherungsnehmer die Pflege Bahr ohne Gesundheitsfragen abschließen können, d. h. man muss sich vor Versicherungsabschluss keiner Gesundheitsprüfung unterziehen und braucht daher nicht zu befürchten, dass man von der Versicherung als Versicherungsnehmer abgelehnt wird. Außerdem kann man die Pflege Bahr schon mit 18 Jahren abschließen, nur darf man zu jenem Zeitpunkt noch keine Pflege beanspruchen. Und man kann in jedem Alter die Pflege Bahr Versicherung abschließen, es existiert keine Altersbeschränkung.

Wesentliche Merkmale der Pflegetagegeldversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung ist wohl die am häufigsten abgeschlossene private Pflegezusatzversicherung in Deutschland. Sie zahlt Leistungen als Pflegetagegeld, sodass man als Versicherungsleistung im Pflegefall mindestens 50 Euro pro Tag erhalten sollte. Das wären im Monat (bei 30 Tagen) 1.500 Euro und würde die oben beschriebene Lücke zwischen den Pflegekosten und der Pflegestufe III schließen.

Die Leistungen der Pflegetagegeldversicherung können unterschiedlich ausfallen: Manche Versicherungstarife sind so gestaltet, dass das Pflegetagegeld erst bei Pflegestufe III (starre Tarife) gezahlt wird, flexible Tarife zahlen das Pflegetagegeld schon in den Pflegestufen I und II, dadurch wird aber die Versicherung deutlich teurer.

Bei Vertragsabschluss sollte man auch darauf achten, dass man bei Pflegebedürftigkeit und Pflegestufe III keine weiteren Versicherungsbeiträge einzahlen muss und die Pflegesätze regelmäßig ansteigen, um damit die Preisinflation aufzuheben.

Fazit

Mit der Pflege Bahr Versicherung kann man die Finanzierungslücke nicht vollständig schließen, wer das möchte, muss höhere Versicherungsbeiträge in Kauf nehmen, aber immerhin kann man mit 60 Euro Eigenanteil pro Jahr (die anderen 60 Euro zahlt die Pflege Bahr) die Lücke reduzieren.

Dieser staatliche Zuschuss lohnt sich vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen, denn da die Pflege Bahr keine Gesundheitsprüfung verlangt, können auch diese benachteiligten Personen eine private Pflegezusatzversicherung beanspruchen.

(Bildquelle Artikelanfang: © Kaarsten #41463120/Fotolia.com)

Pflege Bahr Versicherung – Grundlegende Informationen

Eine private Pflegeversicherung gehört mittlerweile schon fast zu den Pflichtversicherungen, da die Lebenserwartung der Deutschen stetig ansteigt und damit auch die Wahrscheinlichkeit, im hohen Alter pflegebedürftig zu werden. Die Pflegekosten können meist von der Rente, dem Privatvermögen und dem Pflegegeld nicht vollständig abgedeckt werden, vor allem wenn man in einem Pflegeheim lebt. Oft werden dann Familienangehörige finanziell belangt.

Um dies zu vermeiden, sollte man sich rechtzeitig über die Leistungen einer privaten Pflegezusatzversicherung informieren.

Daher lohnt es sich auf alle Fälle auch für junge Menschen, sich Gedanken über die finanzielle Absicherung im Alter zu machen, auch wenn das zeitlich noch lange hin ist. Denn wer früh eine private Pflegezusatzversicherung abschließt, braucht nur niedrige Beiträge zu zahlen und kann über die Jahre viel ansparen für den Fall der Pflegebedürftigkeit.

Seit dem 1. Januar 2013 werden die Bürger und Bürgerinnen vom Staat durch die sogenannte Pflege Bahr Versicherung in der privaten Pflegevorsorge unterstützt. Der Name der Versicherung geht auf den damaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zurück, auf dessen Initiative diese Versicherung ins Leben gerufen wurde.

Wie gestaltet sich die Pflege Bahr?

Wer in die gesetzliche Pflegeversicherung einzahlt – und das machen alle gesetzlich Krankenversicherten – hat noch die Möglichkeit, eine private Pflegeversicherung abzuschließen, die staatlich gefördert wird.

Das Modell sieht folgendermaßen aus:

Maximal 60 Euro Zuschuss im Jahr bekommt man, wenn man selbst mindestens 120 Euro im Jahr in die private Pflegeversicherung einzahlt.

Darüber hinaus muss die staatlich geförderte Versicherungspolice noch weitere gesetzliche Kriterien erfüllen.

Das heißt auch, dass nicht jede private Pflegezusatzversicherung vom Staat finanziell unterstützt wird, wenn nicht alle festgeschriebenen Auflagen erfüllt werden.

Die Auflagen gestalten sich folgendermaßen:

  • Man muss als Versicherungsnehmer mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Man muss eine Pflegetagegeldversicherung abschließen.
  • Man muss in der gesetzlichen Pflegeversicherung bereits versichert sein und darf weder aktuelle Leistungen beziehen noch in der Vergangenheit bezogen haben.
  • Man muss einen Eigenanteil für die private Vorsorge leisten.

Die Versicherungsleistungen der Pflege Bahr bestehen aus Geldzahlungen, die in jeder Pflegestufe fällig werden als auch bei einer Demenzerkrankung (Demenzleistung / Pflegestufe 0). Der Mindestauszahlungsbetrag liegt in der Pflegestufe III bei 600 Euro.

Die private Pflegetagegeldversicherung unterscheidet die folgenden Pflegestufen:

  • Pflegestufe 0: erheblich eingeschränkt Pflegebedürftige wie Demenzkranke
  • Pflegestufe I: erheblich Pflegebedürftige
  • Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftige
  • Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftige

Die Vorteile der Pflege Bahr Versicherung

  • Als wesentliche Vorteile der Pflege Bahr Versicherung sind zu nennen, dass man sie schon mit 18 Jahren abschließen kann (man darf zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht schon pflegebedürftig sein).
  • Die Beitragshöhe ist unabhängig von den Versicherungsleistungen sowie dem Eintrittsalter.
  • Man muss sich keiner Gesundheitsprüfung unterziehen.
  • Es gibt keine Altersbeschränkung nach oben für den Versicherungsabschluss.
  • Die Versicherungsgesellschaften dürfen keinen Antrag ablehnen oder gar Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse mit dem Versicherungsnehmer vereinbaren.

Die Nachteile der Pflege Bahr Versicherung

Doch die Pflege Bahr hat auch ein paar Nachteile.

  • So muss man fünf Jahre nach dem Versicherungsabschluss warten, um Leistungen beanspruchen zu können.
  • Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre mit einer anschließenden dreimonatigen Kündigungsfrist.
  • Im Pflegefall müssen weiterhin Versicherungsbeiträge gezahlt werden. Nur wer arbeitsunfähig oder arbeitslos ist, hat die Möglichkeit, die Versicherung für maximal drei Jahre ruhend zu stellen. In dieser Zeit hat man dann aber auch keinen Leistungsanspruch.
  • Die Versorgungslücke bei Pflegebedürftigkeit wird nicht vollständig geschlossen, verkleinern wird sie sich schon. Wer will, kann seinen Versicherungsschutz weiter aufstocken, um die noch klaffende Lücke von ca. 1000 Euro bei der höchsten Pflegestufe zu schließen. Das bedeutet dann aber auch spürbar höhere Versicherungsbeiträge für den einzelnen.

Dennoch lohnt sich die Pflege Bahr vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen, denn schließlich erfolgt keine Gesundheitsprüfung.

Weitere Informationen zur Pflege Bahr Versicherung finden Sie unter http://www.pflege-bahr-tarif.de.

Sie können online auch die Pflege Bahr vergleichen und verschiedene Tarife von großen Versicherungsanbietern wie Allianz, Barmenia oder DKV genau studieren, um für sich die optimale Absicherung bei Pflegebedürftigkeit zu finden.

(Bildquelle Artikelanfang: #7127001 – © Lisa F. Young/Fotolia.com)