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Wie sinnvoll ist eine Pflegetagegeldversicherung?

Gegenwärtig beziehen schon gut zwei Millionen Menschen Pflegegeld in Deutschland. Die meisten der Pflegebedürftigen werden von ihren Angehörigen betreut, andere erhalten diesen Service von professionellen Pflegediensten. Diese Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den nächsten Jahrzehnten weiterhin ansteigen.

Nach der demografischen Entwicklung schätzt man, dass 2020 2,7 Millionen Deutsche pflegebedürftig sind.

Da die gesetzliche Pflegeversicherung mit der höchsten Pflegestufe III momentan knapp 1.500 Euro zahlt, ein Platz in einem Senioren- oder Pflegeheim oft mindestens das Doppelte kostet, nämlich 3.000 Euro, muss diese Lücke entweder mit der Rente, dem Vermögen oder von den Familienangehörigen bzw. dem Sozialamt geschlossen werden.

Mit einer privaten Pflegeversicherung die Lücke schließen

Wenn Sie eine private Pflegetagegeldversicherung abschließen, können Sie diese Finanzierungslücke schließen, ohne das Geld von Familienmitgliedern oder Hartz IV beanspruchen zu müssen.

Die Höhe der Versicherung sollte so ausgerichtet sein, dass pro Tag mindestens 50 Euro Pflegetagegeld ausgezahlt werden. Das wären im Monat 1.500 Euro und würde die oben genannte Lücke bei Pflegestufe III und Pflegeheimkosten von 3.000 Euro genau schließen.

Natürlich hängen die Pflegekosten von der Schwere der Pflegebedürftigkeit und der Pflegestufe selbst ab. Werden nur Pflegestufe I oder II gezahlt, dann gibt es weniger Geld von der gesetzlichen Pflegeversicherung, allerdings sind dann auch die Pflegekosten, die das Senioren- oder Pflegeheim erhebt, ebenfalls niedriger.

Aus diesem Grund ist ein Pflegetagegeld von mindestens 50 Euro eine gute Grundlage für die Absicherung im Pflegefall.

Eine solche Versicherung können alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung abschließen. Allerdings werden nicht automatisch alle Familienmitglieder in diesen Versicherungsschutz mit aufgenommen, sondern nur die, für die der Versicherungsschutz vertraglich abgeschlossen wird.

Leistungen der Pflegetagegeldversicherung

Bei den Leistungen sollten Sie genau überlegen, wie diese gestaffelt sein sollen. Manche Versicherungen zahlen das Pflegetagegeld erst bei Pflegestufe III. Wollen Sie das Geld oder einen Teil des Betrages schon in den Pflegestufen I oder II, dann müssen Sie darauf achten, dass dies vertraglich so geregelt ist. Die Versicherung ist dann auch teurer.

Außerdem sollte keine Warte- oder Karenzzeit in dem Vertrag drin stehen, sodass Sie bei Pflegebedürftigkeit gleich Ihr Pflegetagegeld erhalten.

Wichtig als Vertragsinhalt ist auch der Punkt, dass Sie bei Pflegebedürftigkeit in Pflegestufe III keine weiteren Beiträge mehr an die Pflegetagegeldversicherung zahlen müssen und sich die Pflegetagegeldsätze regelmäßig erhöhen und so die Inflation ausgleichen.

Die Pflegetagegeldversicherung wird in zwei Modellen angeboten, wobei der Versicherungsnehmer die Wahl zwischen statischen und flexiblen Tarifen hat.

Bei den statischen Tarifen wird das in Pflegestufe III gezahlte Pflegetagegeld individuell festgelegt. Für die beiden Pflegestufen I und II wird das Pflegetagegeld dann auf einen bestimmten Anteil. Meistens beträgt dieser ca. 30 Prozent der für Pflegestufe III festgesetzten Summe in Pflegestufe I und in Pflegestufe II ca. 60 Prozent.

Bei flexiblen Tarifen hat der Versicherungsnehmer die Möglichkeit, die Pflegetagesätze in den Pflegestufen I und II frei zu bestimmten, was natürlich den Vorteil hat, dass man sich für diese Pflegestufen ausreichend absichern kann.

Außerdem kann man bei einem flexiblen Tarif auch für die Pflegestufe 0  für den Fall einer Demenzerkrankung eine finanzielle Absicherung festlegen.

Versicherungsvergleich

Bei Interesse können Sie vorab online eine kostenlose und unverbindliche Anfrage zur Pflegeversicherung stellen und sich die verschiedenen Angebote in Ruhe anschauen, vergleichen und vielleicht dann entscheiden, was für Sie konkret in Frage kommt.

(Bildquelle Artikelanfang: © Kaarsten #41463120/Fotolia.com)

Private Pflegeversicherung – Pflegetagegeldversicherung mit der Pflege Bahr bezuschussen

Die Pflegesituation wird sich in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland weiter zuspitzen, denn es werden im Jahr 2020 ungefähr 2,7 Millionen Menschen pflegebedürftig sein. Da die Pflegekosten dadurch stark zunehmen, sollte man sich schon in jungen Jahren oder spätestens im mittleren Alter von 40 bis 45 Jahren Gedanken machen, wie man seine mögliche Pflegebedürftigkeit finanzieren will.

Die Aufgabe einer Pflegeversicherung ist es, die Lücke zwischen der höchsten Pflegestufe III der gesetzlichen Pflegeversicherung und den Kosten des Pflegeheims zu schließen. Diese kann man ungefähr mit 1.500 Euro veranschlagen, wenn man für Pflegestufe III 1.500 Euro erhält und der Pflegeplatz 3.000 Euro kostet.

Wer diese Lücke nicht mit seiner Rente oder seinem Vermögen schließen kann, sollte über eine private Pflegezusatzversicherung nachdenken.

Verschiedene Versicherungsvarianten: Pflegekosten-, Pflegerenten- und Pflegetagegeldversicherung

Es gibt drei verschiedene Versicherungsvarianten in der privaten Pflegeversicherung, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Einen Überblick über die Tarife und Leistungen dieser Varianten finden Sie hier.

Um den Versicherungsnehmer zu entlasten, wurde am 1. Januar 2013 die sogenannte Pflege Bahr Versicherung in der privaten Pflegeversicherung eingeführt. Dabei handelt es sich um eine staatliche Förderung, die die gesetzlichen Krankenversicherten dazu animieren soll, eine private Pflegeversicherung abzuschließen, die dann vom Staat bezuschusst wird.

Das Modell der Pflege Bahr Versicherung gestaltet sich folgendermaßen:

Der Versicherungsnehmer erhält maximal 60 Euro Zuschuss pro Jahr, wenn er selbst mindestens 120 Euro jährlich in die private Pflegeversicherung einzahlt.

Um diesen staatlichen Zuschuss in Anspruch nehmen zu können, müssen einige Auflagen erfüllt werden, die in folgendem Artikel näher erläutert werden.

Eine davon ist die, dass die abgeschlossene private Pflegeversicherung eine Pflegetagegeldversicherung sein muss, Pflegekosten- und Pflegerentenversicherungen werden nicht vom Staat unterstützt.

Ein großer Vorteil der Pflege Bahr Versicherung ist, dass Versicherungsnehmer die Pflege Bahr ohne Gesundheitsfragen abschließen können, d. h. man muss sich vor Versicherungsabschluss keiner Gesundheitsprüfung unterziehen und braucht daher nicht zu befürchten, dass man von der Versicherung als Versicherungsnehmer abgelehnt wird. Außerdem kann man die Pflege Bahr schon mit 18 Jahren abschließen, nur darf man zu jenem Zeitpunkt noch keine Pflege beanspruchen. Und man kann in jedem Alter die Pflege Bahr Versicherung abschließen, es existiert keine Altersbeschränkung.

Wesentliche Merkmale der Pflegetagegeldversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung ist wohl die am häufigsten abgeschlossene private Pflegezusatzversicherung in Deutschland. Sie zahlt Leistungen als Pflegetagegeld, sodass man als Versicherungsleistung im Pflegefall mindestens 50 Euro pro Tag erhalten sollte. Das wären im Monat (bei 30 Tagen) 1.500 Euro und würde die oben beschriebene Lücke zwischen den Pflegekosten und der Pflegestufe III schließen.

Die Leistungen der Pflegetagegeldversicherung können unterschiedlich ausfallen: Manche Versicherungstarife sind so gestaltet, dass das Pflegetagegeld erst bei Pflegestufe III (starre Tarife) gezahlt wird, flexible Tarife zahlen das Pflegetagegeld schon in den Pflegestufen I und II, dadurch wird aber die Versicherung deutlich teurer.

Bei Vertragsabschluss sollte man auch darauf achten, dass man bei Pflegebedürftigkeit und Pflegestufe III keine weiteren Versicherungsbeiträge einzahlen muss und die Pflegesätze regelmäßig ansteigen, um damit die Preisinflation aufzuheben.

Fazit

Mit der Pflege Bahr Versicherung kann man die Finanzierungslücke nicht vollständig schließen, wer das möchte, muss höhere Versicherungsbeiträge in Kauf nehmen, aber immerhin kann man mit 60 Euro Eigenanteil pro Jahr (die anderen 60 Euro zahlt die Pflege Bahr) die Lücke reduzieren.

Dieser staatliche Zuschuss lohnt sich vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen, denn da die Pflege Bahr keine Gesundheitsprüfung verlangt, können auch diese benachteiligten Personen eine private Pflegezusatzversicherung beanspruchen.

(Bildquelle Artikelanfang: © Kaarsten #41463120/Fotolia.com)