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Was ist ein Risikozuschlag in der Risikolebensversicherung?

Wer als Selbständiger eine Risikolebensversicherung abschließt, muss mitunter einen Risikozuschlag bezahlen, den die Lebensversicherung dann erhebt, wenn die Versicherten entweder einen risikoreichen bzw. gefährlichen Beruf oder ein gefährliches Hobby ausüben.

Diese Versicherungsnehmer können oft keinen Versicherungsschutz zu den üblichen Bedingungen in Anspruch nehmen. Die Berechnung des Versicherungsbeitrags richtet sich nach individuellen Kriterien wie Gesundheitsrisiko, Freizeitverhalten und Beruf.

Dafür muss der Versicherungsnehmer vor dem Vertragsabschluss eine Liste von Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten. Ist die Versicherungssumme außergewöhnlich hoch oder bestehen Vorerkrankungen, wird die Risikoeinschätzung in den meisten Fällen nur mit Unterstützung eines ärztlichen Gutachtens möglich.

Wird durch die Prüfung und die Beantwortung der Gesundheitsfragen deutlich, dass beim Versicherten ein erhöhtes Todesfall-Risiko besteht, fallen zu den üblichen Versicherungsbeiträgen Risikozuschläge an.

Werden die Fragen zur Gesundheit vom Versicherungsnehmer absichtlich falsch beantwortet, kann das schwere Folgen für ihn haben, bis zur Leistungsverweigerung der Versicherung.

Typische Ursachen für einen Risikozuschlag:

  • Chronische Erkrankungen
  • Schon existierende Vorerkrankungen bei Versicherungsabschluss
  • Rauchen
  • Gefährliche Extremhobbys
  • Hohes Übergewicht
  • Gefährliche Berufe

Zu den gefährlichsten Hobbys werden von den Versicherungsunternehmen vor allem Autorennen, Motorradfahren, Bergsteigen und Fallschirmspringen gezählt.

Zu den gefährlichsten Berufen gehören für die meisten Versicherer folgende Tätigkeiten:

  • Dachdecker
  • Hochseefischer
  • Gerüstbauer
  • Holzfäller
  • Fensterputzer
  • Feuerwehrmann
  • Pilot
  • Polizist
  • Zirkusartist

Wie werden die Risikozuschläge in der Risikolebensversicherung berechnet?

Wie hoch letztendlich die Risikozuschläge ausfallen und sich damit auf die Höhe der Versicherungsbeiträge auswirken, wird von der persönlichen Einschätzung des erhöhten Todesfall-Risikos durch die Versicherungsgesellschaft abhängen.

Da kann es schon von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft unterschiedliche Gewichtungen geben, manche bewerten riskante Hobbys als nicht besonders gefährlich, während andere dies tun. Dadurch gibt es von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich hohe Risikozuschläge.

Daher ist es für Risikogruppen sinnvoll und empfehlenswert, verschiedene Versicherungen und Versicherungsanbieter zu vergleichen, da die jeweilige Risikogewichtung sehr individuell ausfallen kann. Man kann aber auch bei einem Versicherungsabschluss einem Risikozuschlag aus dem Weg gehen, indem man gefährliche Hobbys aufgibt.

Wer einen Risikozuschlag wegen der Ausübung eines von der Versicherung als riskant eingestuften Hobbys bezahlt und das Hobby irgendwann aufgibt, sollte dies seiner Versicherung mitteilen. Denn einige Versicherer werden dann auf eine weitere Erhebung des Risikozuschlages verzichten.

Gewöhnt sich ein Versicherungsnehmer das Rauchen ab, damit er um einen Risikozuschlag für Raucher herumkommt, muss wissen, dass die meisten Versicherer erst nach mindestens einem rauchfreien Jahr ihn als Nichtraucher einstufen.

(Bildquelle Artikelanfang: © industrieblick #69328486/Fotolia.com)

 

Wichtiges zur Risikolebensversicherung

Als Selbständiger benötigen Sie nicht in jedem Fall eine Risikolebensversicherung. Diese Art von Lebensversicherung ist hauptsächlich für solche Personen wichtig, die ihre Familie im Falle ihres Todes finanziell absichern wollen.

Da die Risikolebensversicherung nur im Todesfall zahlt, fallen die monatlichen Versicherungsprämien auch nicht so hoch aus, vor allem wenn man altersmäßig sehr früh in diese Versicherung einsteigt. Die Möglichkeit der Kapitalbildung für die Altersvorsorge fällt bei dieser Lebensversicherungsvariante weg.

Gesundheitsprüfung vor Versicherungsabschluss unumgänglich

Die Tarifgestaltung hängt in erster Linie von den Risikofaktoren des Versicherten ab: Ist man schon älter, raucht und/oder leidet unter bestimmten Erkrankungen, dann muss man mit höheren Versicherungsbeiträgen rechnen.

Dennoch sollten Sie – auch wenn Sie eher nachteilige Versicherungsfaktoren mitbringen – die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten, denn bewusst falsche Angaben oder das Verschweigen von Erkrankungen kann im Ernstfall zu Leistungsverweigerung des Versicherungsunternehmens führen.

Weitere Fragen in der Gesundheitsprüfung beziehen sich auf gefährliche Hobbys, das Betreiben von Extremsportarten, mögliche psychische Erkrankungen, Verletzungen und Unfälle in der Vergangenheit, die Einnahme von Medikamenten und mögliche Krebserkrankungen.

Im Extremfall können bestimmte Vorerkrankungen zum Ausschluss führen, d. h. die Versicherung nimmt Sie nicht auf, dennoch passiert dies nur in sehr seltenen Fällen. Mit der Gesundheitsprüfung will das Versicherungsunternehmen vor allem in der Lage sein, Ihre Beiträge genau zu berechnen.

Auch Absicherung des Unternehmens mit Risikolebensversicherung möglich

Neben der finanziellen Absicherung von Angehörigen kann eine Risikolebensversicherung auch für die Absicherung von Geschäftspartnern verwendet werden. Denn vor allem kleinere Firmen oder Unternehmen sind durch den Tod des Geschäftsführers oder eines -partners finanziell benachteiligt, was sogar zur Geschäftsaufgabe führen kann.

Die Tarife zwischen den verschiedenen Anbietern von Risikolebensversicherungen schwanken deutlich. Die Stiftung Warentest hat vor kurzem die günstigsten Risikolebensversicherungen gesucht: Bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro, einer Laufzeit bis zum 65. Geburtstag einer 54-jährigen Frau wurde von der günstigsten Versicherung 110 Euro monatlich als Beitrag verlangt.

Besonders preiswert befand Stiftung Warentest die Versicherungsangebote von CosmosDirekt, KarstadtQuelle, Ontos sowie Neckermann.

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(Bildquelle Artikelanfang: © Alina Isakovich #15263907 /Fotolia.com)