Wichtige Versicherungen für Online- und Versandhändler/innen

Wichtige Versicherungen für Online- und Versandhändler/innen

Wer als Online- oder klassische/r Versandhändler/in beruflich tätig ist, muss vor allem eins absichern, seine /ihre Ware. Denn wenn sie gestohlen, beschädigt oder gar zerstört wird, dann muss der Betrieb hohe finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, was nicht selten zur kompletten Firmenaufgabe führen kann.

Um Ihre Waren und Ihre berufliche Existenz abzusichern, sind die folgenden Versicherungen in den meisten Fällen vonnöten:

Haftpflichtversicherung: Wichtigste Versicherung für den Handel

Es liegt vom Gesetzgeber keine Verpflichtung vor, eine Betriebs-, Produkt- oder erweiterte Produkthaftpflichtversicherung abzuschließen, dennoch gehören diese Haftpflichtversicherungen zu den wichtigsten. Denn sie decken Schäden ab, die der Händler oder seine Mitarbeiter verursachen und für die der Unternehmer bis zur Schadenshöhe haften muss. Außer Schmerzensgeld- und Schadensersatzklagen können auch Arztkosten des Geschädigten auf Sie zukommen. Und das alles kann sehr teuer werden.

Daher ist vor allem eine Betriebshaftpflicht unumgänglich. In sie kann eine Produkthaftpflicht eingeschlossen werden, die sich auf den Verkauf von Handelsprodukten bezieht.

Eine erweiterte Produkthaftpflicht sollte in Betracht gezogen werden, wenn der Händler Produkte unter seinem Namen oder seiner Marke verkauft, so als wäre er der Hersteller. Zumindest tritt er in dieser Rolle seinen Kunden gegenüber in Erscheinung. Denn die erweiterte Produkthaftpflicht übernimmt die Schäden, die aus der Eigenschaft als vermeintlicher Hersteller entstanden sind. Gerade für Produkte, die aus China bezogen werden, ist eine solche Absicherung wichtig, falls durch fehlerhafte Produkte dem Händler Kosten durch Produktrückrufe oder andere Folgeschäden entstehen.

Die Kosten der einzelnen Haftpflichtversicherungen richten sich nach dem Jahresumsatz, der Art der Produkte, dem gewählten Selbstbehalt, dem gewählten Umfang des Versicherungsschutzes, dem Lieferantensitz und den zu belieferten Ländern.

Am Anfang empfiehlt es sich daher, einen geringen Jahresumsatz anzugeben. Die Versicherung fragt jedes Jahr nach, wie sich dieser entwickelt hat, sodass dann gegebenenfalls eine Nachzahlung (wenn der Umsatz doch höher war) fällig wird.

Die Haftpflichtversicherung zahlt versicherte Schäden bis zur Höhe der im Versicherungsvertrag vereinbarten Deckungssumme und wehrt auch unberechtigte Ansprüche der gegnerischen Partei ab.

Transportversicherung: Absicherung von Transportschäden

Eine Transportversicherung übernimmt Schäden, die beim Transport und bei der Lagerung entstanden sind. Dabei gibt es sowohl Rahmenverträge, in denen man die Transporte einzeln anmeldet als auch Verträge, die eine Jahres-Höchstsumme versichern.

Eine Transportversicherung ist recht komplex, da sich die Versicherungsprämie nach zahlreichen Kriterien richtet, wie Art der Waren, die Höhe der Versicherungssumme, Versicherungsumfang, Transportmittel und Transportweg.

Eine eigene Transportversicherung deckt Versicherungsschäden ab wie den tatsächlichen Warenwert, reine Vermögensschäden (Schäden, die z. B. durch eine verspätete Lieferung oder durch das Umladen von Gütern verursacht werden) oder Güterfolgeschäden (Ersatzansprüche, die durch einen Sachschaden entstehen).

Wer als Händler keine Transportversicherung abgeschlossen hat, sollte bei seinem Speditionsunternehmen nachfragen, ob es außer der Frachtführer-Haftpflicht auch eine Güterversicherung abschließt. Denn eine solche Versicherung springt für tatsächliche Waren-Schäden während des gesamten Transports ein.

Die Frachtführer-Haftpflichtversicherung (die die Haftung des Frachtführers abdeckt) kann dagegen schon mal Deckungslücken bei bestimmten Waren und in der Versicherungssumme aufweisen. Fragen Sie auch nach, wie hoch die Versicherungssumme der Frachtführer-Haftpflicht ist.

Rechtsschutzversicherung

In der Haftpflichtversicherung ist ein wesentlicher Teil des Rechtsschutzes enthalten, die Abwehr unberechtigter Ansprüche. Für alle anderen Eventualitäten und Risiken ist dann eine eigene Rechtsschutzversicherung nötig, wenn es zu Gerichtsprozessen kommt.

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt meist die gesamten Verfahrenskosten (einschließlich der Kosten der gegnerischen Partei) und bietet Unternehmern somit eine gewisse rechtliche, unternehmerische und finanzielle Absicherung. Leistungsart und -umfang der Rechtsschutzversicherung hängen von der Unternehmensform und -tätigkeit sowie der Anzahl der Beschäftigten ab.

Inhaltsversicherung: Absicherung Ihrer Waren

Eine Inhaltsversicherung deckt Schäden ab, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruchdiebstahl sowie durch Vandalismus am Versicherungsort an versicherten Waren und Vorräten und Inventar entstanden sind, sowie den Ertragsausfall nach einem versicherten Schaden.

Gewerblich verkaufte Waren, die in Privaträumen gelagert werden, sind in den meisten Fällen nicht oder nur bis zu einer Höchstsumme in der Hausratversicherung eingeschlossen.

Kosten: Eine Inhaltsversicherung kann schon für wenige Euro pro Monat abgeschlossen werden, wenn die Versicherungssumme bei ca. 40.000 Euro liegt und man eine Selbstbeteiligung von ca. 1.000 Euro übernimmt.

LKW-Versicherung

Eine LKW-Versicherung ist sinnvoll, wenn Sie eigene Fahrer beschäftigen und LKWs für die Warenauslieferung einsetzen.

Vertrauensschaden-Versicherung

Die Vertrauensschaden-Versicherung übernimmt Schäden, die von Mitarbeitern des Unternehmens begangen wurden, wie z. B. Veruntreuung, Unterschlagung oder Diebstahl.

D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung)

Die D&O-Versicherung ist nur für GmbHs und andere juristische Personen wichtig, sie übernimmt die persönliche Haftpflicht für Vorstände, Manager und Geschäftsführer. Einzelunternehmer benötigen diese spezielle Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nicht.

IT-Police bzw. Cyber-Police

Die IT-Police übernimmt Schäden an Websites, Kundendaten, Datendiebstahl, Vermögensschäden der Kunden usw., ausgelöst durch Computerviren oder Hacker.

Betriebsunterbrechungsschäden können mit in die Versicherung aufgenommen werden.

Fazit

Von den hier aufgeführten Versicherungen für Online-Händler/innen und klassische Versandhändler/innen sind nicht alle gleich wichtig. Daher sollten Sie sich zuerst um den wichtigsten Versicherungsschutz kümmern. Dazu gehören die Betriebs- und Produkthaftpflicht, die Transportversicherung sowie der Rechtsschutz.

(Bildquelle Artikelanfang: © nikbu /Fotolia.com)